Bewerbungsfoto: Tipps für professionelle Bilder

Glassdoor Team
Glassdoor Team | Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor | 22. Sept. 2022
Lächeln, knipsen, fertig? Bei einem Bewerbungsfoto spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle – ein freundliches Lächeln allein reicht also nicht aus. Lesen Sie bei uns, warum es sich lohnt, bei Ihrem Bewerbungsfoto auf einige Tipps zu achten. Denn auch hier gilt: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Das weiß auch unser Bewerbungsexperte Michael Lüdemann.
Professionelles Bewerbungsfoto vom Fotografen oder selbst machen?
Im besten Fall überlassen Sie es einem Profi, ein Bewerbungsfoto von Ihnen zu machen. Wer professionelle Fotos macht, weiß im wahrsten Sinne des Wortes, wie man Sie ins rechte Licht rückt. Hinzu kommt das professionelle Equipment – und die nötigen Erfahrungswerte. Auch wenn das Foto kein Muss ist, so gehört es in der Regel immer noch zu einer umfassenden Bewerbungsmappe. Sehen Sie den Vorteil für sich selbst: Wenn Sie auf dem Foto kompetent und sympathisch wirken, steigen Ihre Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.
Dennoch gilt: Auch wenn Sie die Umsetzung des Fotos in die Hände eines Fotografen oder einer Fotografin legen, sollten Sie sich im Vorfeld einige Gedanken machen. Unter anderem muss der Stil der Bilder einerseits Ihnen gefallen – und andererseits zum Unternehmen passen, bei dem Sie sich bewerben. Sind Sie fotografisch begabt oder haben Bekannte, die sich mit Fotografie auskennen, können Sie Ihr Bewerbungsfoto auch selber machen.
Einen Profi für Ihr Bewerbungsfoto finden – zwei Tipps
Haben Sie sich entschieden, Ihr Bewerbungsfoto von einem Fotografen oder von einer Fotografin machen zu lassen, hat Karriereberater Michael Lüdemann zwei Tipps:
Tipp 1: „Überprüfen Sie die Referenzen: Lassen Sie sich Bilder zeigen, die der Fotograf geschossen hat. Sagen diese Ihnen zu? Wichtig: Es müssen unbedingt Bewerbungsfotos sein! Ein guter Landschaftsfotograf ist nicht gleich ein guter Bewerbungsfotograf.“
Tipp 2: „Lassen Sie sich beraten: Ein guter und erfahrener Fotograf gibt Ihnen Tipps zur Frisur, zur Kleidung, gegebenenfalls zum Make-up und auch zu Ihrer Körperhaltung und Mimik.“
Warum die Branche eine zentrale Rolle spielt
Coole Freizeitkleidung oder strenger Businesslook? Lächeln oder neutraler Blick? Beim Bewerbungsfoto gibt es viele Möglichkeiten. Und ebenso viele Fettnäpfchen. Nehmen Sie sich also Zeit, wenn es um dieses Thema geht. Denn egal, ob ernst, locker, kreativ, modern oder klassisch: Längst nicht jeder Stil passt zu jeder Stelle und Branche.
Bewerben Sie sich in einer Werbeagentur oder in einer Fernsehredaktion, ist ein kreatives Bewerbungsfoto eher möglich. Das kann etwa ein Bewerbungsfoto im Freien sein – oder ein Bild, das Sie mit einem offenen, freundlichen Lachen zeigt. Kräftige Farben sind hierbei ebenfalls denkbar. Auch abweichende Formate, die Sie vielleicht im Halbporträt zeigen, sind eher erlaubt.
Verwechseln Sie jedoch kreativ nicht mit einem Bild aus Ihrer Freizeit. Das ist und bleibt ein No-Go. Geht Ihr Anschreiben dagegen an einen großen Versicherungskonzern oder beispielsweise eine Bank, sind Sie mit einem klassischen Bewerbungsfoto auf der sicheren Seite. Achten Sie dabei auf gedeckte Farben, einen neutralen Hintergrund und gängige Formate, die vor allem Ihr Gesicht im Halbporträt bis zum Brustansatz zeigen.
Bonus-Tipp
Auch die Position, auf die Sie sich bewerben, beeinflusst Ihr Foto. Vermutlich verzeihen Personalverantwortliche ein weniger gelungenes Bild eher, wenn es zum Beispiel um ein Praktikum geht – aber kaum, wenn Sie eine Führungsposition anstreben. Das bedeutet nicht, dass Sie als Praktikant:in Ihren Urlaubsschnappschuss nutzen dürfen. Sie sind hier ebenfalls am besten damit beraten, ein professionelles Bewerbungsfoto beizulegen. Aber in der Regel werden Sie nicht ganz so kritisch beäugt wie ein:e potenzielle:r Abteilungsleiter:in. Letztlich spiegelt ein gutes Bewerbungsfoto sowohl Sie selbst als auch das Unternehmen und die Position wider. Dieses Match zu finden, ist eine wichtige Aufgabe.
Kleidung, Frisur und Make-up: Was soll ich für ein professionelles Bewerbungsfoto anziehen?
Beim Bewerbungsfoto und der Kleidung gilt: Wählen Sie für Ihren Fototermin ein Outfit, das zum Job passt. Business Casual oder doch ein Hosenanzug? Sehen Sie sich auf den Internetseiten des Arbeitgebers um. Wie sind die Mitarbeiter:innen, die gezeigt werden, gekleidet? Aufschlüsse geben auch der Social-Media-Auftritt des Unternehmens und Medien, die die Firma selbst veröffentlicht – etwa Kundenzeitschriften oder Broschüren.
Bonus-Tipp
Bitte „verkleiden“ Sie sich nicht, denn es ist wichtig, dass Sie sich in Ihrem Outfit wohlfühlen. Nur dann strahlen Sie das Selbstbewusstsein aus, das Ihnen für Ihre Bewerbung zugutekommt. Im Idealfall suchen Sie Ihr Outfit für das Bewerbungsfoto so aus, wie Sie Ihre Kleidung im Vorstellungsgespräch wählen würden. Unser Ratgeber gibt Ihnen dafür die besten Tipps an die Hand!
Frisur und Make-up für Ihr Bewerbungsfoto
Geht es um die Frisur, sollten Ihre Haare gewaschen und “sauber” aussehen. Damen können die Haare offen tragen oder zusammenbinden – verzichten Sie jedoch auf aufwendige Hochsteckfrisuren oder auffällige Accessoires im Haar. Das wirkt schnell nach zu viel des Guten. Herren haben es meist einfacher und müssen bei der Frisur nicht vom Alltagslook abweichen. Bartträger achten darauf, dass dieser ordentlich und gepflegt aussieht.
Das Make-up ist am besten dezent, ein knalliger Lidschatten oder lange, künstliche Wimpern wirken auf Bewerbungsfotos weniger gut. Auch beim Schmuck ist das Motto: Weniger ist mehr. Außer, Sie bewerben sich etwa als ausgebildete:r Piercer:in im Tattoostudio – dann können diese Tipps wieder abweichen. Genau deshalb ist auch beim Thema Kleidung, Frisur und Make-up das Bewerbungsfoto ein Match zwischen dem Job, Ihrer Persönlichkeit und der Branche.
Bonus-Tipp
Viele Fotostudios bieten mit dem Shooting ein Styling an. Erkundigen Sie sich, ob dieser Service in Ihrem Studio verfügbar ist – und fragen Sie nach, ob Sie unterschiedliche Outfits mit zu Ihrem Termin mitbringen dürfen. Möglicherweise können Sie Bilder in unterschiedlichen Outfits machen lassen und am Ende entscheiden, welches zu welcher Stelle passt.
Die häufigsten Fehler beim Bewerbungsfoto
Besonders häufig sind Fehler bei der Kleiderwahl, sagt Bewerbungscoach Michael Lüdemann. „Die Kleidung sitzt nicht richtig, wirft unschöne Falten oder ist gar verknittert. Oft passt die Kleidung auch nicht zur Position. Ein eher konservativer Stil ist immer angebracht.“
Ein weiterer häufiger Fehler ist der gewählte Bildausschnitt. „Es sollten nur Ihr Kopf und die Schultern zu sehen sein, sonst nichts“, rät Lüdemann. Bewerbungsfotos sind normalerweise Porträtfotos. Ganzkörperfotos kommen nicht infrage.
„Auch beim Blickwinkel wird oft nicht darauf geachtet, dass die Kamera auf Augenhöhe ausgerichtet sein soll.“ Bewerber:innen blicken auf dem Foto nicht von oben herab, das wirkt überheblich. Genauso wenig sollten Sie von unten nach oben schauen, das wirkt unterwürfig.
Und noch etwas fällt beim Bewerbungsfoto auf: „Beim Hintergrund des Fotos wird häufig der Fehler gemacht, dass dieser zum Beispiel keinen Kontrast zu Ihnen und Ihrer Kleidung darstellt und man sozusagen damit verschmilzt. Zu bunt darf der Hintergrund natürlich auch nicht sein.”
Farbe oder schwarz-weiß – eine individuelle Entscheidung
Häufig stellen sich Bewerber:innen die Frage, ob ein Schwarz-Weiß-Foto oder ein Farbfoto die bessere Wahl ist. „Zunächst ist das reine Geschmackssache, aber auch welche Art Foto am besten zu Ihnen passt“, sagt Lüdemann. „Schwarz-Weiß-Bilder lassen zum Beispiel Konturen eher in den Vordergrund treten. Wenn Sie ein kantiges Gesicht haben, kann sich dies verstärken. In einem solchen Fall wäre ein Farbbild passender. Ein guter Fotograf kann hier aber beratend zur Seite stehen. Ein Schwarz-Weiß-Bild kommt dann ebenso gut an wie ein Farbbild, wenn es gut gemacht ist, die Kleidung entsprechend ist und zu Ihnen passt.“ Während Kleidung bei Farbfotos farblich etwas dezenter sein darf, ist sie bei Schwarz-Weiß-Bildern gerne kontrastreich. Etwa in Form einer weißen Bluse und eines schwarzen Blazers.
Vom Lächeln bis zum ernsten Blick: Tipps
Alles in Maßen – auch, wenn es um das Thema Lächeln geht. Ein Mensch mit einem leichten Lächeln auf den Lippen wirkt sympathisch. Die Mimik hat dabei unterschiedliche Wirkung auf den oder die Betrachter:in.
- Ein breites Grinsen kann gegebenenfalls den Eindruck erwecken, dass der oder die Bewerber:in die Situation zu locker nimmt.
- Ein tougher, ernster Blick kann schnell arrogant wirken.
- Auch für die Kopfhaltung ist wichtig: Der Blick von oben wirkt herabschauend, der Blick von unten unterwürfig, der schief gelegte Kopf unsicher.
Bitten Sie im Zweifel den Fotografen oder die Fotografin um Tipps. Nehmen Sie sich außerdem die Zeit, sich vor dem Termin im Spiegel anzusehen. Wie sehen Sie sich selbst, wenn Sie lächeln? Was denken Sie, wie Sie mit einem ernsten Blick wirken? Welcher Ausdruck wirkt auf Sie selbst besonders natürlich? Dazu rät Michael Lüdemann: „Auf jeden Fall sollte man lächeln! Es darf aber nicht gestellt wirken und muss authentisch sein. Jeder Mensch sieht gerne ein freundliches, nettes und zuversichtliches Lächeln. Man sieht aber auch meistens sofort, wenn das Lachen oder Lächeln künstlich und aufgesetzt ist.“
Deckblatt oder Lebenslauf: Wo kommt das Bewerbungsfoto für die Bewerbung hin?
Beides ist möglich. Bei gedruckten Bewerbungen kleben Sie Ihr Bewerbungsfoto entweder oben auf Ihren Lebenslauf oder vorne auf das Deckblatt. Nutzen Sie zum Einkleben einen Klebestift, der nicht an den Seiten des Bildes herausgedrückt wird – oder womöglich durch das Foto hindurch scheint. Legen Sie Wert auf hochwertiges Fotopapier und eine hochauflösende Druckqualität und achten Sie darauf, dass es gerade ausgeschnitten ist. Beim digitalen Bewerbungsprozess gilt: Achten Sie beim Einfügen des Bildes ins Dokument darauf, dass Sie auf dem Foto in den Text hineinschauen. Das heißt: Wenn Sie das Foto auf der linken Seite des Lebenslaufes einkleben und sich der Text rechts davon befindet, sollte Ihr Blick auf dem Foto ebenfalls nach rechts gehen. Auch hier ist die Qualität wichtig – Ihr Bild darf nicht pixelig sein. Versenden Sie eine E-Mail-Bewerbung, prüfen Sie beim Bewerbungsfoto die Größe. Eventuell muss das Foto komprimiert werden, damit es das Postfach nicht sprengt. Denn größer als 3 MB sollte Ihr Anhang insgesamt nicht sein.
Bewerbung ohne Bewerbungsfoto verschicken?
Das kommt darauf an. In Deutschland sind Bewerbungsfotos in der Regel weit verbreitet, doch „nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) besteht keine Pflicht dazu, ein Foto mitzuschicken. Bei einer Bewerbung außerhalb Deutschlands muss man prüfen, ob in dem jeweiligen Land ein Bewerbungsfoto erwünscht oder vielleicht sogar verboten ist, zum Beispiel in Kanada“, weiß Lüdemann. Im Zweifel jedoch rät der Karriereberater hierzulande ganz klar zu einem Bild: „Ein mitgeschicktes Bewerberfoto ist immer noch üblich und wird von den meisten Personalern nach wie vor positiv bewertet. Ohne ein Bild fällt ein Haupterkennungsmerkmal weg“, sagt Lüdemann.
Fazit: das Bewerbungsfoto zu Ihrem Vorteil nutzen
Mit Ihrem Bewerbungsfoto und unseren Tipps nutzen Sie ein professionelles Bild zu Ihrem Vorteil – und wirken bestenfalls kompetent, sympathisch und authentisch. Lassen Sie sich am besten von einem Profi unterstützen und wählen Sie Ihr Outfit mit Bedacht. Dann steht einem gelungenen Bewerbungsfoto nichts mehr im Wege.
Michael Lüdemann
Seit dem Jahr 2005 begleitet Michael Lüdemann als Karriereberater und Coach die unterschiedlichsten Menschen in Prozessen der beruflichen Veränderung, der persönlichen Zielfindung und im gesamten Bewerbungsprozess. Zudem unterstützt er Unternehmen bei der Suche nach dem geeigneten „Puzzle-Stück“: dem optimalen Mitarbeiter.


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