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Bewerbungsgespräch

Kleidung im Vorstellungsgespräch: Dos und Don'ts zu Outfit und Farbe

Gepostet von Glassdoor-Team

Karriere-Experte

Letzte Aktualisierung 28. Juni 2022
|10 Min. Lesezeit

Wenn Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten, stehen Ihre Qualifikation und Ihre Persönlichkeit genauso im Fokus wie die Wahl passender Kleidung. Insbesondere Ihr Outfit gehört zum ersten Eindruck, den Sie hinterlassen – und dieser lässt sich später oft nur noch schwer ändern. Eine ganz entscheidende Rolle spielt dabei auch die Farbe Ihres Outfits. Warum das so ist, was Sie darüber wissen sollten und welche Tipps der Bewerbungsexperte Volker Klärchen hat, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Welchen Dresscode sollte ich beim Vorstellungsgespräch beachten? 

Neben der Kleidungsfarbe sollten Sie sich auch Gedanken über die Kleidung an sich machen, die Sie für das Vorstellungsgespräch tragen. Nur so können Sie das richtige Outfit für das Vorstellungsgespräch wählen.

Business Casual ist im Vorstellungsgespräch immer angemessen

Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie sich an den Business Casual Stil halten. Und das bedeutet: Als Mann am besten lange anstelle kurzer Hosen wählen, auch wenn das Vorstellungsgespräch im Sommer stattfindet. Bei Frauen sollten Röcke oder Kleider stets mindestens eine Handbreite über dem Knie enden – auch im Sitzen. So umschiffen Sie bei der Kleiderwahl bereits gekonnt wichtige Fehler im Vorstellungsgespräch.

Ziehen Sie Kleidung an, in der Sie sich wohlfühlen

Es nützt wenig, wenn Sie als Mann einen Anzug tragen, in dem Sie sich verkleidet fühlen. Gleiches gilt auch für extra neu gekaufte Kleidung. Schließlich möchten Sie im Gespräch einen authentischen Eindruck machen – also kleiden Sie sich so, dass Sie sich gut fühlen. Denn wenn Sie sich wohlfühlen, sind Sie automatisch selbstsicherer.

„Die richtige Kleidung ist auch immer die, die Ihnen Sicherheit gibt“, sagt Bewerbungscoach Volker Klärchen. „Stellen Sie sich vor, Sie kommen in einem Outfit, in dem Sie sich selbst fremd vorkommen. Ihr Gesprächspartner wird spüren, dass Sie sich nicht wohlfühlen – doch dass es an der Kleidung liegt, darauf wird er oder sie nicht kommen. Er oder sie wird eher so etwas denken wie dem gefällt der Job nicht, ihr gefällt unsere Firma nicht oder sogar die Person mag mich nicht.“

Beachten Sie den Dresscode des Unternehmens

Es ist ratsam, sich beim Kleidungsstil der Firma anzupassen, bei der Sie sich beworben haben. Handelt es sich um ein eher konservatives Unternehmen wie eine Bank oder eine Anwaltskanzlei, ist für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch legere Kleidung sicherlich ein No-Go. Ebenso wenig sollten Sie bei einem Start-up im Dreiteiler erscheinen.

Am besten finden Sie vorher raus, welcher Dresscode in der Firma gang und gäbe ist. Durchforsten Sie einfach die Social-Media-Kanäle nach Bildern, auf denen die Belegschaft zu sehen ist – und schauen Sie sich auf der Unternehmensseite um, wie die abgebildeten Mitarbeiter:innen gekleidet sind.

„Wenn Sie nach der Recherche noch unsicher sind, dann ziehen Sie sich im Zweifel lieber etwas besser an”, rät Volker Klärchen. „Die Krawatte im Termin abzunehmen mit den Worten ich sehe, ich bin overdressed ist sympathisch. Sich während des Gesprächs eine Krawatte umzubinden, weil man der Einzige ohne ist – das wird nicht funktionieren.”

Bonus-Tipp: Probieren Sie das Outfit vor dem Gespräch an

Warten Sie nicht bis zum Morgen Ihres Vorstellungsgesprächs mit der Anprobe. Vielmehr gilt: Probieren Sie das Outfit vorher an. Stellen Sie frühzeitig sicher, dass die Hose passt und die Bluse gewaschen ist. Darcy Eikenberg, Executive Coach, Gründerin von Red Carpet Revolution und Autorin des Buchs Bring Your Superpowers to Work rät, das komplette Outfit einige Tage vor dem Bewerbungsgespräch anzuprobieren – von den Accessoires über die Schuhe bis zur Frisur.

„Laufen Sie herum“, schlägt Eikenberg vor. „Setzen Sie sich. Bitten Sie ein Familienmitglied oder einen Freund, einen Blick auf Sie in Ihrem Outfit zu werfen. Es gibt nichts Schlimmeres, als morgens vor dem Gespräch festzustellen, dass ein Knopf lose ist oder Ihr Oberteil einen Fleck hat.“

Kann ich Turnschuhe beim Vorstellungsgespräch anziehen?

Sind die Schuhe gepflegt, sauber und passen zum Rest Ihres Outfits sowie zu Ihnen selbst, dann können Sie Sneaker zu Ihrem Vorstellungsgespräch tragen. Hier spielt sicherlich auch die Branche eine Rolle. Während Sie als Bewerber:in für eine Stelle als Investmentbanker:in vermutlich besser zu Lederschuhen oder klassischen Pumps greifen, fallen Sie mit Sneakern in einer Agentur bestimmt nicht auf. Wägen Sie daher vorher ab, ob es zu Ihrem Auftreten und zum Unternehmen sowie der Stelle passt.

„Verrückt machen sollte man sich deswegen aber nicht“, sagt Bewerbungscoach Volker Klärchen. „Ich hatte eine Kundin, der erst nach ihrem Termin aufgefallen war, dass ihre Schuhe nicht zu ihrem Outfit passten. Und siehe da: Sie bekam den Job. Als Sie dem Personaler bei der Vertragsunterzeichnung von ihrem kleinen Fehlgriff erzählte, lachte er nur und sagte: Ja, das ist mir auch aufgefallen. Ich fand’s aber gerade sympathisch.

Die richtige Kleidungsfarbe im Vorstellungsgespräch auswählen

Und wie sieht es bei der Kleidungsfarbe im Vorstellungsgespräch aus? Die Farbe Ihrer Kleidung spielt eine wichtige Rolle. Kein Wunder, denn Farben hinterlassen bei anderen Menschen eine Botschaft: wissentlich als Teil eines Codes wie etwa Nationalfarben, unwissentlich etwa, wenn eine Signalfarbe wie rot zum Einsatz kommt.

Wählen Sie schwarze Kleidung, wenn Sie Selbstbewusstsein ausstrahlen und souverän, aber elegant wirken möchten. Ein eher dunkleres Grün ist sinnvoll, wenn Sie einen beruhigenden Eindruck erwecken wollen. Setzen Sie auf Königsblau, wenn Sie Dringlichkeit verkörpern möchten. Wichtig ist, dass Sie sich schon bei der Vorbereitung auf Ihr Vorstellungsgespräch Gedanken über Ihr Outfit machen – und dazu zählen auch die Farben der Kleidung und der Accessoires.

„Mit schwarz, dunkelblau und grau sind Sie auf der sicheren Seite, aber wenn Sie sich in diesen Farben nicht wohlfühlen, wäre es falsch, sich so anzuziehen“, so Darcy Eikenberg. Anstatt sich an die Farben zu halten, die als sicher gelten, sollten Sie etwas tragen, das Ihre Persönlichkeit widerspiegelt – und Sie authentisch rüberkommen lässt.

Achten Sie übrigens bei einem Online-Vorstellungsgespräch per Zoom oder MS Teams zusätzlich darauf, wie Ihre Kleidung und die Farben über den Bildschirm wirken. Oft sehen Outfits auf dem Monitor ganz anders aus als in der Realität.

„Ziehen Sie sich auch in diesem Fall ein komplettes Outfit an”, rät Volker Klärchen. „Obenrum Business und unten Bermuda-Shorts? Das geht so lange gut, bis Sie plötzlich an die Tür müssen und dazu aufstehen – obwohl Sie sich fest vorgenommen hatten, das nicht zu tun.”

Bonus-Tipp: Professionelle Kleidung beim Telefoninterview

Findet Ihr Termin telefonisch statt, sollten Sie ebenfalls auf Ihr Outfit und die Farben achten – obwohl Sie hierbei niemand sieht. Unterbewusst hat Ihre Kleidung nämlich Einfluss auf Ihr Verhalten und Ihre Sprache. Deshalb zählt selbst in diesem Fall die Wahl Ihrer Kleidung zu den wichtigsten Tipps für ein erfolgreiches Telefoninterview.

Wie Sie Farben zum eigenen Vorteil nutzen

Wenn Sie ausreichend über die konkrete Stelle recherchieren, finden Sie im besten Fall wertvolle Informationen, die Sie zu Ihrem Vorteil nutzen können. Soll die von Ihnen angestrebte Stelle schnell besetzt werden? Wenn ja, dann könnte die Farbe, die Sie tragen, diese Dringlichkeit verstärken. Sowohl Rot als auch Königsblau werden im Verkauf oft genutzt, um impulsive Kaufentscheidungen hervorzurufen. Vielleicht könnte ein roter Schal oder eine königsblaue Krawatte helfen, die Entscheidung zu beschleunigen.

Arbeiten Sie mit Accessoires und punktuellen Farbakzenten – aber vermeiden Sie, zum Beispiel von Kopf bis Fuß in Feuerrot zu erscheinen. Das könnte für Ihr Gegenüber seltsam wirken. Es sei denn, Sie bewerben sich bei der Feuerwehr und suchen einen humorvollen Gesprächseinstieg. Dann könnte Ihre Rechnung aufgehen.

Sie haben Ihre Bewerbungsmappe mit bestimmten Farben gestaltet und haben dazu passende Kleidung oder stimmige Accessoires? Dann können Sie diese Kleidungsfarben für Ihr Vorstellungsgespräch wählen – vorausgesetzt, Sie fühlen sich darin wohl.

Die Unternehmensfarbe

Können Sie in einem Bewerbungsgespräch überzeugen, wenn Sie die Farbe des Unternehmens tragen? Ist die Unternehmensfarbe zum Beispiel Rot, können Sie sich von anderen Bewerber:innen abheben, indem Sie rote Accessoires tragen. So zeigen Sie, dass Sie sich mit dem Auftritt des Unternehmens beschäftigt haben.

Ein farblicher Akzent, der zum Corporate Design Ihres Wunschunternehmens passt, lässt sich also klug nutzen und kann für einen Wiedererkennungswert bei Ihrem Gegenüber sorgen.

Eigene Lieblingsfarbe im Vorstellungsgespräch tragen

Ihre Lieblingsfarbe kann eine Menge über Ihre Persönlichkeit, Ihren Charakter sowie über Ihr Selbstbewusstsein verraten. Nutzen Sie diese Möglichkeit, aber bedenken Sie: Hier ist weniger oft mehr. Subtile Farbakzente funktionieren am besten. Investieren Sie also vor Ihrem nächsten Vorstellungsgespräch ein wenig Extra-Zeit in Ihr Outfit und berücksichtigen Sie, wie viel Einfluss der passende Farbtupfer haben kann.

Der Umgang mit kulturellen Farben im Vorstellungsgespräch

Farbe Gelb vermittelt Mut im japanischen Kulturkreis

Haben Sie zum Beispiel ein Vorstellungsgespräch bei einem japanischen Unternehmen, dann sollten Sie wissen: Die Farbe Gelb steht im japanischen Kulturkreis für Mut. Und das hat eine lange Tradition. Schon während der Kriege im 14. Jahrhundert trug in Japan jeder Kämpfer eine gelbe Chrysantheme, um damit seine Tapferkeit auszudrücken. Falls der Job also eine gewisse Risikobereitschaft verlangt und Sie Mut ausstrahlen möchten, können Sie mit der Farbe Gelb bei Ihrem japanischen Gegenüber punkten. 

Farbe Orange im Vorstellungsgespräch mit US-Unternehmen vermeiden

Sollten Sie in einem US-amerikanischen Unternehmen zum Vorstellungsgespräch eingeladen sein, vermeiden Sie Orange. Denn Orange ist bei den Amerikanern in der Regel unbeliebt. Das hat verschiedene Gründe. In den USA sind zum Beispiel temporäre Straßenschilder in Orange gehalten, die auf Straßenarbeiten oder Umleitungen hinweisen – weil die Farbe schnell gesehen und mit Gefahr assoziiert wird. Auch Gefängnisinsassen tragen zum Beispiel orangefarbene Kleidung, damit sie einfacher zu erkennen sind.

Niederlande: Orange als Farbe für Festlichkeiten

Ganz anders wäre es bei einer niederländischen Firma. Orange ist in den Niederlanden eine beliebte Farbe. Das liegt unter anderem darin begründet, dass sie für das Königshaus steht und gerne bei Feierlichkeiten getragen wird. Und nicht zuletzt sorgt zum Beispiel auch die niederländische Nationalmannschaft dafür, dass die Farbe Orange eng mit den Niederlanden in Verbindung gebracht wird.

China: Farbe Rot steht für Glück

In China wäre wiederum Rot die richtige Wahl, weil sie für Glück und Freude steht. Die Farbe findet sich hier bei Hochzeiten und vielen Feierlichkeiten daher gerne wieder – und ist äußerst beliebt.

Deutsche Unternehmen: Blaue, Graue und Schwarze Kleidung im Vorstellungsgespräch

In Deutschland sind Sie dagegen mit einem klassischen Blau auf der sicheren Seite. Die Farbe ist nicht konfliktbehaftet, sondern strahlt Ruhe und Selbstbewusstsein aus. Auch die Farben Grau und Schwarz sind bei uns in Vorstellungsgesprächen gern gesehen. Grelle Töne wie Pink, Gelb oder Orange kommen in Deutschland in der Regel weniger gut an. Sie gelten – anders als Blau, Grau oder Schwarz – nicht als Business-Farben.

Fazit: Die richtige Kleidung und die richtigen Farben für das Vorstellungsgespräch erhöhen die Chancen auf den Job

Mit dem richtigen Outfit in den richtigen Farben ist viel gewonnen. Natürlich müssen Sie noch mit Ihren Qualifikationen, Fähigkeiten und mit Ihrer Persönlichkeit überzeugen, aber der Anfang ist gemacht. Sowohl was die Kleidung als auch deren farbliche Gestaltung angeht, haben Sie nun Tipps, wie Sie auf jeden Fall passend angezogen zu Ihrem Vorstellungsgespräch gehen können. Und zwar mit einem guten Gefühl – und einem Outfit, das Ihnen dabei hilft, Selbstsicherheit auszustrahlen!

Volker Klärchen

Volker Klärchen ist als Bewerbungscoach in Hamburg tätig. Seit dem Jahr 2010 sorgt er dafür, dass Menschen schneller einen neuen Job finden. Volker Klärchen hilft Kund:innen zum Beispiel dabei, überzeugende Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen und im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck zu hinterlassen. Sein Motto lautet „Erfolgreich bewerben, ohne sich zu verkaufen.“

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