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Vorstellungsgespräch: 40 Fragen und Antworten, auf die Sie vorbereitet sein sollten

Bewerbungsgespraech

Vorbereitung und Recherche sind das A & O für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch. Wir haben typische Interview-Fragen sowie Tipps für Ihre Antworten zusammengestellt. Zudem haben wir Fragen gesammelt, die Sie im Gegenzug Ihrem Interviewer stellen sollten.

FRAGEN, AUF DIE SIE EINE ANTWORT PARAT HABEN SOLLEN:

1. Wie würde Ihr ehemaliger Chef Sie beschreiben?

Dies ist eine gute Gelegenheit über Ihre Arbeitseinstellung zu sprechen und zu erläutern, inwieweit Ihre Persönlichkeit gut zur Ihrer früheren Stelle gepasst hat. Wenn Sie in Ihrem vorhergehenden Job eine negative Erfahrung gemacht haben, sprechen Sie an, was Sie gelernt haben und wie Sie sich trotz allem weiterentwickelt haben.

2. Arbeiten Sie lieber alleine oder in Zusammenarbeit mit anderen?

Interviewer stellen diese Frage oft, um herauszufinden, ob der Kandidat gut zur Unternehmenskultur passt. Informieren Sie sich im Vorhinein zur Unternehmenskultur und finden Sie heraus, wonach der Arbeitgeber sucht. Fragen Sie sich, ob die Kultur zu Ihnen passen würde

3. Auf welche Erfolge in Ihrem letzten Job sind Sie besonders stolz?

Nutzen Sie diese Frage, um Ihre Stärken zur Schau zu stellen. Geben Sie dabei jedoch nicht an. Bleiben Sie authentisch!

4. Erzählen Sie mir ein wenig zu sich.

Antworten Sie auf diese Frage mit Ihrem „Elevator Pitch“, also mit einer kurzen Zusammenfassung Ihres Werdegangs, die alle Punkte hervorhebt, die für die Stelle relevant sind und die Sie besonders betonen möchten. Rattern Sie nicht lediglich alle Stationen Ihres Lebenslaufs herunter und üben Sie die Antwort vor dem Vorstellungsgespräch.

5. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie in Ihrem Job einen Fehler begangen haben. Wie haben Sie den Fehler korrigiert?

Mithilfe dieser Frage will sich Ihr Gegenüber ein Bild Ihrer Fähigkeiten zur Schadensbegrenzung und Ihrer Problemlösungskompetenz machen. Beschreiben Sie kurz auf ehrliche Art den Fehler, aber konzentrieren Sie sich bei Ihrer Antwort darauf, wie Sie das Problem behoben oder den Fehler wieder gut gemacht haben.

6. Was gefällt Ihnen an unserer Unternehmenskultur und an unserer Mission besonders gut?

Um diese Frage bestmöglich zu beantworten, sollten Sie sich im Vorhinein ausgiebig über die Unternehmenskultur informieren. Werfen Sie dazu beispielsweise einen Blick auf das Arbeitgeberprofil des Unternehmens auf Glassdoor. Legen Sie in Ihrer Antwort dar, inwieweit Sie sich mit der Mission und Kultur des Unternehmens identifizieren.

7. Würden Sie Ihren Job kündigen, wenn Sie in der Lotterie gewinnen – auch wenn Ihnen Ihr Job Spaß macht?

Der Interviewer möchte mithilfe dieser Frage herausfinden, ob Ihnen mehr an Ihrem Job liegt als am Gehalt. Egal ob Sie sich hauptsächlich aus finanziellen Gründen bewerben oder leidenschaftlich an der Position interessiert sind – geben Sie eine ehrliche Antwort.

8. Welche religiösen Feiertage begehen Sie?

Die Frage nach der Religionszugehörigkeit ist in Deutschland im Bewerbungsgespräch unzulässig. Es gibt allerdings Ausnahmen: Wer sich für eine Position bei der Kirche oder einer anderen religionsgebundenen Organisation (z.B. christliche Kindergärten) bewirbt, sollte mit der Frage nach der Religion rechnen.

9. Gibt es etwas, das ich nicht über Sie wissen sollte?

Diese Frage ist knifflig: Sie kann dazu führen, dass Sie Informationen über sich preisgeben, nach denen der Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch nicht fragen darf. Antworten Sie klug auf diese Frage. Eine Möglichkeit ist, ein witziges Beispiel aus Ihrer Freizeit zu nennen. Alternativ können Sie auf eine Ihrer Schwächen eingehen. Achten Sie auf den Tonfall, mit dem der Interviewer fragt, und passen Sie dementsprechend Ihre Antwort an.

10. Was ist Ihre größte Schwäche?

Antworten Sie auf diese Frage nicht mit einer Schwäche, hinter der sich Angeberei versteckt. „Ich bin ein Workaholic“ ist keine gute Antwort. Geben Sie stattdessen eine authentische Antwort, die eine echte Schwäche darstellt. Denken Sie an Ihre früheren Mitarbeitergespräche. Fällt Ihnen Feedback ein, das Ihr Chef Ihnen gegeben hat? Seien Sie ehrlich zu sich selbst und stehen Sie zu Ihren Schwächen. Selbsterkenntnis ist eine Stärke und wird am Arbeitsplatz immer mehr gefordert.

11. Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Interviewer stellen diese Frage, um Einblick in Ihre Persönlichkeit und Ihre Werte zu erhalten. Nutzen Sie die Gelegenheit, um zu schildern, wie Sie sich im Rahmen einer Ihrer Freizeitbeschäftigungen als Person weiterentwickeln.

12. Wovor scheuen Sie sich am meisten, wenn es darum geht zur Arbeit zu gehen?

Ihre Antwort auf diese Frage sollte nicht zu negativ klingen. Gehen Sie beispielsweise auf Ihre Pendelzeit ein und sagen Sie, dass Sie nicht gerne morgens im Stau stehen.

13. Wie viele Eiscafés gibt es in Berlin?

Arbeitgeber stellen solche „Brainteaser“-Fragen gerne, um zu prüfen, wie Sie mit stressigen Situationen umgehen und wie gut Sie spontan knifflige Denkaufgaben lösen können. Führen Sie Ihr Gegenüber Schritt für Schritt durch Ihren Denkprozess – auf diesen kommt es mehr an, als auf die Richtigkeit Ihrer Antwort. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Interviewer Ihre Annahmen nennen, die Sie zu Ihrem Ergebnis führen.

14. Warum hatten Sie über die letzten X Jahre Y verschiedene Jobs?

Konzentrieren Sie sich bei Ihrer Antwort auf die Stellen, die positiv zu Ihrer Berufserfahrung beigetragen haben. Beschreiben Sie beispielsweise, dass Sie über die Jahre nach dem Job gesucht haben, der am besten zur Erreichung Ihrer Karriereziele beiträgt, und warum die Stelle, auf die Sie sich bewerben Ihre Vorstellungen erfüllt.

15. Was möchten Sie gerne innerhalb der nächsten 12 Monate erreichen?

Nutzen Sie diese Frage, um Ihre Qualifikationen und Stärken hervorzuheben, die Sie zu einem unentbehrlichen Mitarbeiter machen und Ihren Erfolg garantieren.

16. Vor welcher Frage haben Sie heute am meisten Angst?

Diese Frage lässt Bewerber gerne auf dem Schlauch stehen – bereiten Sie sich daher darauf vor! Ziehen Sie beispielsweise folgende Fragen in Betracht: „Was ist Ihre größte Schwäche?“, „Warum wollen Sie den Job wechseln?“ oder „Was haben Sie als letztes gegoogelt?“.

17. Erzählen Sie mir von einem Projekt, das Sie dazu gezwungen hat, innovativ und kreativ zu sein.

Heben Sie Ihre Fähigkeiten zum unkonventionellen Denken hervor. Denken Sie im Vorfeld Ihres Interviews über eine Anekdote nach, die Sie im Rahmen Ihrer Antwort als Beispiel anbringen können.

18. Wie sieht Ihr Plan für die nächsten fünf Jahre aus?

Diese Frage bietet dem Interviewer die Gelegenheit herauszufinden, wie groß Ihr langfristiges Potenzial bei der Firma ist. Idealerweise bewerben Sie sich für die Stellen, weil Sie sich selbst langfristig dort sehen können.

19. Worauf freuen Sie sich beim Gedanken an den Wochenstart am meisten?

Zeigen Sie Ihrem Gegenüber mit Ihrer Antwort, dass Sie leidenschaftlich an Ihre Arbeit herangehen, in Ihrer Karriere vorankommen wollen und interessiert an der Thematik sind.

20. Warum sind Sie in dieser Branche tätig?

Berichten Sie von einem entscheidenden Moment in Ihrer Karriere, der zur Tätigkeit in dieser Branche geführt hat. Vergessen Sie nicht, Bezug auf die Stelle zu nehmen, auf die Sie sich bewerben.

[Lesen Sie auch: Die 50 häufigsten Fragen in Vorstellungsgesprächen]

 

FRAGEN, DIE SIE IHREM INTERVIEWER STELLEN SOLLTEN:

1. Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur und –werte beschreiben?

Stellen Sie wenn möglich diese Frage allen Ihren Interviewern, um herauszufinden, ob Sie eine konsistente Antwort auf diese Frage erhalten. Darüber hinaus sollten Sie sich mit den Werten identifizieren können.

2. Wie gehen Sie im Alltag mit Feedback von Mitarbeitern um?

Arbeitgeber, die Ihren Mitarbeitern zuhören und das Feedback umsetzen, machen das Arbeiten einfacher und haben in der Regel effektivere Teams. Zudem können Sie mithilfe dieser Frage ausfindig machen, ob Ihr Gegenüber ein Micromanager ist.

3. Welchen Charakterzug sollte jedes neue Teammitglied mitbringen und warum?

Diese Frage sollten Sie jedem Interviewer im Bewerbungsprozess stellen, um herauszufinden, was die Erwartungen und Bedürfnisse des Unternehmens sind.

4. Was waren die Gründe, aus denen ehemalige Mitarbeiter dieses Team verlassen haben (freiwillig oder unfreiwillig)?

Mit etwas Glück erfahren Sie mithilfe dieser Frage, welche Arten von Persönlichkeiten in der Vergangenheit gut ins Team gepasst haben und welche nicht. Wenn mehrere qualifizierte Personen hintereinander in kurzen Abständen die Stelle verlassen haben, ist das kein gutes Zeichen.

5. Wie sehen die Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung und die Karrieremöglichkeiten aus?

Hüten Sie sich vor Positionen und Unternehmen, in denen die Gefahr zur beruflichen Stagnation besteht. Nutzen Sie Ihr Bewerbungsgespräch um herauszufinden, welche Programme zur beruflichen Weiterentwicklung vom Arbeitgeber angeboten werden.

6. Wo sehen Sie das Unternehmen in fünf Jahren?

Mit dieser Frage finden Sie heraus, ob das Unternehmen klare Ziele und eine überzeugende Vision hat und wie standfest die Unternehmensführung ist.

7. Mit welchen Zusatzleistungen fördert das Unternehmen die Work-Life-Balance der Mitarbeiter?

Scheuen Sie nicht vor Fragen nach der Work-Life-Balance zurück – schließlich hängt Ihre zukünftige Zufriedenheit davon ab! Idealweise sollten Sie bei Ihrer Jobsuche solche Unternehmen anvisieren, die eine ausgeglichene Work-Life-Balance vorweisen können.

8. Wie helfen Sie Ihren Mitarbeitern dabei, erfolgreich zu sein?

Es ist wichtig in Erfahrung zu bringen, wie viel Flexibilität Ihr potenzieller zukünftiger Arbeitgeber seinen Angestellten erlaubt. Ein engstirniger und unflexibler Vorgesetzter oder Arbeitgeber ist eine potenzielle Konfliktquelle.

9. Was ist die größte Herausforderung in dieser Position?

Machen Sie sich ein Bild vom Umfang der Herausforderungen, die Sie erwarten. Fragen Sie sich, ob Sie den Herausforderungen gewachsen sind und diese annehmen möchten.

10. Was sind Ihre Interessen und Hobbies außerhalb der Arbeit?

Dies ist eine raffinierte Art, nach der Work-Life-Balance zu fragen. Wenn Ihr Gegenüber keine Hobbies nennen kann, verbringt er wahrscheinlich zu viel Zeit auf der Arbeit.

11. Wie definieren Sie Erfolg in dieser Position und wie wird Erfolg gemessen?

Bringen Sie konkrete Informationen zu Leistungsindikatoren und –kennzahlen in Erfahrung. Wie wird Leistung gemessen und wie regelmäßig werden Mitarbeiter evaluiert?

12. Welche täglichen Aufgaben bringt die Stelle mit sich?

Ihre alltäglichen Aufgaben sind der Kern Ihres Jobs. Selbst wenn eine Stelle auf Papier cool klingt, sollten Sie herausfinden, welche Aufgaben wirklich in Ihren Verantwortungsbereich fallen werden. Im Anschluss müssen Sie sich fragen, ob Sie sich vorstellen können, täglich die genannten Aufgaben zu erledigen.

13. Nach welchen Eigenschaften, die zur Unternehmenskultur passen und diese repräsentieren, suchen Sie in Ihren Bewerbern?

Die Unternehmenskultur spielt eine große Rolle wenn es darum geht, einen Job zu finden, der zu Ihnen passt. Daher sollten Sie im Vorfeld hierzu so viele Informationen wie möglich sammeln und sich fragen, ob die Unternehmenskultur zur Vorstellung Ihres Traumjobs passt.

14. Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit für dieses Unternehmen am meisten?

Wenn der Interviewer auf diese Frage ausweichend antwortet und nicht besonders enthusiastisch klingt, kann das ein Warnsignal sein.

15. Mit wem würde ich am engsten zusammen arbeiten?

Finden Sie heraus, wer Ihre zukünftigen engsten Kollegen sein werden. Scheuen Sie sich nicht nach Namen und Titeln zu fragen. Diese Frage hilft Ihnen auch dabei festzustellen, wie team- und fachübergreifend Ihre Position ist.

16. Was war die größte Herausforderung für das Unternehmen bisher? Und wie wurde diese überwunden?

Diese Frage eignet sich besonders für Vorstellungsgespräche mit Mitgliedern der Führungsebene und Mitarbeitern in gehobenen Fach- und Führungspositionen. Erfahren Sie, wie das Unternehmen mit Fehlern und Niederlagen umgeht – dies erlaubt Ihnen einen Einblick in die wahre Unternehmenskultur.

17. Wie sehen die Regelungen für Homeoffice aus?

Machen Sie sich ein Bild davon, wie starr die Büroregelungen sind und wie viel dem Unternehmen wirklich am Wohl seiner Mitarbeiter liegt.

18. Haben die Mitarbeiter Kontrolle über die Art und Struktur Ihrer Aufgaben und Ziele?

Mit dieser Frage können Sie beispielsweise feststellen, wie nachsichtig der Vorgesetzte ist, wenn Sie ein Arbeitsergebnis unverschuldet zu spät abliefern.

19. Was sind die Erwartungen an mich für das erste Jahr, falls ich eingestellt werde?

Fragen Sie sich, ob Sie das, was der Interviewer als Erwartung an Sie für Ihr erstes Jahr beschreibt, realistisch erreichen können. Eine faire Erwartungshaltung zeigt, dass das Unternehmen sich eingehend Gedanken zu der Position gemacht hat.

20. Gibt es etwas in einem Lebenslauf oder in Bezug auf meine Erfahrungen, das Sie daran zweifeln lässt, ob ich geeignet für die Stelle bin?

Mithilfe dieser Frage öffnen Sie ein Fenster, das Ihnen die Möglichkeit gibt, auf etwaige Bedenken des Interviewers einzugehen.

 

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