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Bewerbungsgespräch

Work-Life-Balance – 10 Interviewfragen mit Beispielformulierungen für Arbeitnehmer:innen

Gepostet von Glassdoor-Team

Karriere-Experte

Letzte Aktualisierung 10. Juni 2022
|7 Min. Lesezeit

Die Work-Life-Balance spielt eine immer größere Rolle für Beschäftigte. Denn das Privatleben soll nicht aufgrund der eigenen Arbeitszeiten leiden. Einige Firmen integrieren daher das Thema Work-Life-Balance aktiv in die Unternehmenskultur. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in Bezug auf die Work-Life-Balance Interviewfragen formulieren. Damit Sie nach dem Vorstellungsgespräch auch wirklich gut informiert sind!

Warum eine gute Work-Life-Balance essenziell ist

Ganz einfach: Wenn Sie wissen, wie ein Unternehmen zum Thema Work-Life-Balance steht, können Sie daraus erste Gradmesser für Ihren künftigen Erfolg und Ihre Zufriedenheit ablesen. Wer unter den eigenen Arbeitszeiten leidet, merkt schnell, wie sich dieser Frust aufs Privatleben auswirken kann. Bei Firmen mit einer guten Unternehmenskultur ist die Belegschaft dagegen insgesamt ausgeglichener und zufriedener.

Was ist wichtig für eine gute Work-Life-Balance?

Um das beurteilen zu können, sollten Sie sich zuerst klarmachen, was eine gute Work-Life-Balance ist. Dabei handelt es sich um ein Gleichgewicht zwischen Arbeitszeit und Privatleben. Wichtige Aspekte für eine gute Work-Life-Balance sind Urlaub, Zeit für Freizeitaktivitäten wie Sport oder Ausflüge und die Möglichkeit, beispielsweise Familie und Job bestmöglich vereinen zu können. Im Gegensatz dazu stehen häufige Überstunden und großer Stress im Beruf. Lassen Sie daher nicht zu, dass die Arbeitszeit überhandnimmt.

Welche Vorteile bringt eine gute Work-Life-Balance für das Privatleben und den Arbeitsalltag mit sich?

Eine gute Work-Life-Balance hat sowohl für Unternehmen als auf für Arbeitnehmer:innen Vorteile. Mitarbeitende haben tendenziell mehr Spaß an der Arbeit, wenn sie sich Ihre Aufgaben zum Beispiel frei einteilen können und das eigene Privatleben nicht zurückschrauben müssen, um im Job erfolgreich zu sein. Halten sich Arbeitszeit und Privatleben die Waage, sind Sie produktiver – und auch für die Gesundheit ist eine gute Work-Life-Balance essenziell. Davon profitiert das Unternehmen auf lange Sicht mehr als durch reine Überstunden. Geht dagegen der Spaß an der Arbeit komplett verloren, zieht das in der Regel oftmals Kündigungen nach sich. Und diese kosten Zeit und Geld.

Work-Life-Balance: Interviewfragen gezielt formulieren

Als Bewerber:in sollten Sie bereits im Vorstellungsgespräch die Chance nutzen, sich ein besseres Bild über Ihr Wunschunternehmen zu machen. Sie müssen nur die richtigen Fragen stellen. Orientieren Sie sich dafür an unseren Formulierungen rund ums Thema Work-Life-Balance und Interviewfragen. Wir geben Ihnen zehn Beispiele an die Hand.

Frage 1: Welche Zusatzleistungen bieten Sie an, die die Work-Life-Balance fördern?

„Flexibilität am Arbeitsplatz“ kann auf unterschiedlichste Weise interpretiert werden. Fragen Sie deswegen, welche Maßnahmen oder Programme konkret angeboten werden, um die Work-Life-Balance der Mitarbeitenden zu fördern.

Zusatzleistungen wie Rabatte fürs Fitness-Studio oder die Möglichkeit zum Homeoffice können Ihnen helfen, einzuschätzen, wie hoch das Engagement des Unternehmens für das Wohlbefinden der Belegschaft ist. Benefits und außergewöhnliche Zusatzleistungen sind daher besonders spannend für Sie als Bewerber:in.

Frage 2: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen im Team aus?

Lassen Sie sich einen typischen Arbeitstag beschreiben und erhalten Sie so einen tieferen Einblick in Ihren zukünftigen Job. Sie können so erkennen, wie lang und stressig der Tag in der Regel ist. Dadurch können Sie einschätzen, ob ein Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben gegeben ist. In diesem Zuge fragen Sie am besten auch gerne konkret, wie ein regulärer Tag für die ausgeschriebene Stelle abläuft.

Frage 3: Was sind Ihre Ansichten zu Zielen, Zeitplänen und zum Messen von Erfolg?

Mit der Antwort auf diese Frage können Sie ableiten, auf welche Aspekte das Unternehmen achtet. Fokussiert die Person sich insbesondere auf die Stundenzahl, kann das bedeuten, dass Überstunden pauschal als etwas Positives gesehen werden. Besser für Sie ist es, wenn die Qualität Ihrer geleisteten Arbeit wahrgenommen und höher geschätzt wird. Für Sie bedeutet das, dass nur bei engen Fristen Überstunden nötig sind und Sie sich die Arbeit meist selbstständig einteilen können.

Frage 4: Wie sehen die Regelungen zum Arbeiten von Zuhause und die Homeoffice-Möglichkeiten aus?

Sprechen Sie in Bezug auf die Work-Life-Balance im Interview Homeoffice an. Homeoffice als Option kann gegebenenfalls dafür sorgen, dass Sie zum Beispiel Ihre Arbeitszeiten mit Ihrem Privatleben besser vereinen können. So sparen Sie Fahrtzeit – und sind nach dem Feierabend direkt bereit für private Aktivitäten. Außerdem erfahren Sie mit dieser Frage, wie wichtig es für die jeweilige Unternehmenskultur ist, Sie bei der Arbeit beobachten zu können. Im besten Fall zählt weniger, wie oft Sie ins Büro fahren, sondern mehr, was Sie leisten. Und zwar ganz gleich, von wo aus.

Frage 5: Wie helfen Sie Ihren Mitarbeitenden dabei, erfolgreich zu sein?

Mit dieser Frage erkennen Sie eine:n Mikromanager:in. Diese Art von Chef oder Chefin überprüft jeden einzelnen Arbeitsschritt und gibt Ihnen keine oder kaum eine Möglichkeit, Ihre eigenen Vorgehensweisen festzulegen oder zu entwickeln. Dabei hilft genau das, ein Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben herzustellen. Sie wissen idealerweise selbst am besten, wie Sie am effizientesten arbeiten – und können sich mit Ihrer eigenen Herangehensweise die Zeit besser einteilen.

Bonus-Tipp

Nutzen Sie die Chance, das gemeinsame Interview so mitzugestalten, dass Sie nicht nur jede Menge über das Unternehmen, sondern auch über Ihre Vorgesetzten herausfinden können. Und lesen Sie zum Beispiel bei uns im Zuge Ihrer Vorbereitung auch nach, wie Sie in einem Vorstellungsgespräch einen schlechten Chef oder eine schlechte Chefin erkennen.

Frage 6: Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?

Versuchen Sie in Erfahrung zu bringen, wie die Mitarbeitenden innerhalb des Unternehmens miteinander umgehen, sich engagieren und einbringen. Sind Sie nur zum Arbeiten dort oder gibt es auch gemeinsame Aktivitäten außerhalb der Arbeit? Denken Sie dabei an Restaurantbesuche, Betriebsausflüge oder Firmenfeiern. Solche Aktivitäten zeigen ebenfalls, dass dem Unternehmen die Vorteile einer guten Work-Life-Balance bewusst sind – und die Arbeit ein Ort sein soll, an dem auch Sie gerne Zeit verbringen.

Frage 7: Wie lautet der Leitspruch des Unternehmens?

Der Leitspruch – auch Mission Statement – eines Unternehmens sagt viel darüber aus, wie viel diesem am Wohlbefinden der Belegschaft liegt. Wenn der Leitspruch die eigenen Mitarbeitenden hervorhebt, deutet dies darauf hin, dass Ihrem Wunschunternehmen die eigene Belegschaft wichtig ist. Es kann auch sinnvoll sein, nach den Werten des Unternehmens zu fragen. Was steht hier im Fokus? Was können Sie daraus rund um den alltäglichen Umgang und die Work-Life-Balance der jeweiligen Unternehmenskultur herauslesen?

Frage 8: Wie gehen Sie mit Feedback von Mitarbeitenden um? 

Finden Sie mit dieser Frage heraus, ob Ihre Meinung gehört wird – und wie damit umgegangen wird. Arbeitgeber, die ihrer Belegschaft zuhören und deren Feedback umsetzen, legen in der Regel Wert darauf, dass Teams so effizient wie möglich arbeiten. Überstunden sollen damit Ausnahmen und eben nicht die Regel sein.

Frage 9: Was sind Ihre Interessen außerhalb der Arbeit?

Diese Frage mag im ersten Moment bei einem Vorstellungsgespräch, in dem Sie sich präsentieren sollten, fehl am Platz wirken. Aber die Frage gibt Ihnen einen Einblick in die Freizeit Ihres Gegenübers. Damit einher geht die Vorstellung davon, wie wichtig dem Personalmanagement oder Ihrem:r Chef:in die Work-Life-Balance ist. Das können Sie dann mit dem Eindruck aus der zweiten Frage kombinieren, sodass sich für Sie ein Gesamtbild ergibt.

Frage 10: Haben Mitarbeitende einen Einfluss auf die Struktur ihrer Aufgaben und Ziele?

Wie festgelegt sind die Strukturen in den Teams des Unternehmens und wie realistisch ist es, diese zu verändern? Außerdem verstehen Sie anhand dieser Frage besser, wie flexibel Sie Ihre Arbeitsweise gestalten können – und dürfen. Eine Unternehmenskultur mit einer guten Work-Life-Balance bietet hier einen gewissen Spielraum. Arbeitnehmer:innen können eigene Aufgaben somit beispielsweise flexibler erledigen, wenn private Dinge dazwischenkommen.

Fazit: Die Work-Life-Balance gezielt erfragen – und im Interview von heute auf den Job von morgen vorbereitet sein

Mit den richtigen Fragen und unseren Tipps zur Formulierung haben Sie den idealen Werkzeugkoffer an der Hand, um das Thema Work-Life-Balance zu platzieren. Aber: Warum ist Work-Life-Balance in der heutigen Arbeitswelt ein wichtiges Thema? Das liegt nicht zuletzt daran, dass es durch die moderne Technik einfach geworden ist, immer erreichbar zu sein. Auch zu Zeiten, zu denen man eigentlich nicht mehr arbeitet. Außerdem sind heutzutage Arbeit, Familie und Freizeit bei beiden Elternteilen oder in Lebensgemeinschaften generell gemeinsam zu koordinieren. Deswegen ist es umso entscheidender, auf eine gute Work-Life-Balance zu achten und diesen Punkt auch im Vorstellungsgespräch anzusprechen. Seien Sie also ruhig mutig: Klopfen Sie den Bereich Work-Life-Balance in Ihrem Bewerbungsgespräch ab – und beziehen Sie diesen bei Ihrer Jobentscheidung mit ein!

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