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Home Office – So können Sie Ihre:n Chef:in überzeugen

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Glassdoor Team | Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor | 13. Okt. 2016

Immer mehr Menschen arbeiten im Home Office. Wenn auch Sie Ihre:n Chef:in davon überzeugen wollen, überlegen Sie sich gute Argumente. Wir geben Ihnen dazu die rechtlichen Grundlagen und vier konkrete Tipps an die Hand, damit Sie schon bald von zu Hause aus arbeiten können.

Was ist Home Office?

Home Office bezeichnet die Arbeit von zu Hause. Dabei kann es sich sowohl um die ganze Woche handeln als auch nur um einzelne Tage. Diese flexible Arbeitsform bietet sich vor allem in Bereichen an, in denen der Großteil am Computer erledigt wird. Dabei entspricht die Arbeitszeit im Home Office genau der im Büro. Allerdings fällt das Pendeln weg, sodass Familie und Arbeit sich besser miteinander vereinbaren lassen und Ihre Work-Life-Balance ausgewogener ist. Doch nicht in jedem Job ist Home Office möglich. Bedenken Sie das bei Ihren Überlegungen.

Rechtliche Grundlagen bei der Arbeit von Zuhause

Aufgrund der großen Zustimmung für die Arbeit im Home Office gibt es einige rechtliche Grundlagen, die Sie beachten sollten. Möchten Sie Ihre:n Chef:in fragen wegen Home Office, ist es ratsam, sich hier mit den damit verknüpften Bedingungen auszukennen.

Haben Arbeitnehmende Anspruch auf Home Office und dürfen Arbeitgeber Home Office anordnen?

Derzeit besteht in Deutschland kein rechtlicher Anspruch auf Home Office. Die Entscheidung dazu liegt in der Hand des Arbeitgebers. Allerdings dürfen Arbeitgeber nur in absoluten Notfällen, bei denen die Arbeit im Büro unverhältnismäßigen Schaden anrichten könnte, Home Office anordnen.

Kann der Arbeitgeber sagen, dass Sie trotz Home Office für eine Besprechung ins Büro kommen sollen?

Ja. Da Ihr:e Chef:in das Weisungsrecht hat, kann er oder sie Sie dazu auffordern, für eine Besprechung ins Büro zu kommen. Ausnahme: Sie haben in Ihrem Vertrag vereinbart, dass Sie im Home Office arbeiten.

Welche technischen Voraussetzungen und Arbeitsmittel sollten für die Arbeit im Home Office gegeben sein?

Auch im Home Office muss der Arbeitsschutz gewährleistet sein. Dies beinhaltet keine Kontrollpflicht des Arbeitsplatzes für den Arbeitgeber, sondern eine angemessene Unterweisung der Mitarbeitenden. Des Weiteren muss der Schutz von wichtigen Unternehmensdaten auch im Home Office möglich sein.

Allgemein gehören zur technischen Ausstattung ein Laptop oder Computer sowie technische Programme, mit denen Dateien auch online bearbeitet oder gespeichert werden können. Für Meetings sind Video-Anrufsysteme lohnenswert.

Tipps, um die richtigen Argumente für's Home Office zu finden

Fokussieren Sie sich in dem Gespräch nicht darauf, wie Sie persönlich von flexibleren Arbeitszeiten profitieren können. Stellen Sie stattdessen in den Vordergrund, wie Ihre Arbeit von zu Hause dem gesamten Team und der Firma zugutekommt.

„Als Angestellte sollten Sie immer aus Sicht des Arbeitgebers argumentieren“, so Tonya Lain, Regional Vice President bei der Recruiting-Agentur Adecco Staffing. „Sobald persönliche Aspekte ins Spiel gebracht werden, verlieren Mitarbeitende an Glaubwürdigkeit und ihnen entgeht die Gelegenheit, eine Geschäftsbesprechung auf Augenhöhe zu führen.“ Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre:n Chef:in am besten nach dem Home Office fragen.

Tipp 1: Erstellen Sie einen Plan

Bevor Sie die Idee bei Ihrem Chef oder Ihrer Chefin zur Sprache bringen, sollten Sie einen formellen Plan erstellen, der zeigt, wie Sie sich Ihre Arbeit von zu Hause genau vorstellen.

Folgende Fragen helfen Ihnen dabei:

  • Möchten Sie an einem bestimmten Tag in der Woche von zu Hause arbeiten? Oder flexibel entscheiden, wann Sie zu Hause bleiben? Präferieren Sie möglicherweise sogar die komplette Arbeitszeit zu Hause zu erledigen?
  • Wie bleiben Sie im Kontakt mit Ihren Kollegen und Kolleginnen? Per E-Mail, Telefon, Video-Chat oder mithilfe eines Instant-Messenger-Programms?
  • Wie würde ein typischer Arbeitstag von Ihnen im Home Office ablaufen?

Tipp 2: Stellen Sie Ihre Produktivität in den Mittelpunkt 

Legen Sie Ihrem Chef oder Ihrer Chefin dar, wie die Heimarbeit Ihre Produktivität erhöhen wird. Wenn Sie beispielsweise in einem Großraumbüro arbeiten, nutzen Sie dies als Argument und erläutern Sie, dass Sie zu Hause konzentrierter an Ihre Aufgaben gehen und diese in Form von Deep Work ohne Unterbrechungen wahrnehmen können. Vor allem in kreativen Berufen kann es sehr wirksam sein, wenn Sie zum Beispiel während des Schreibens von Texten nicht immer wieder von Kollegen oder Kolleginnen angesprochen werden.

Tipp 3: Bleiben Sie realistisch

Verlangt Ihr Job von Ihnen häufige persönliche Meetings? Sind Sie neu beim Unternehmen und noch dabei, sich einzufinden und Ihre Kolleg:innen kennenzulernen? Gehen Sie täglich mit sensiblen Informationen und Daten um? Betrachten Sie diese Aspekte realistisch, denn dann ist das regelmäßige Home Office in Ihrem Fall vielleicht nicht so gut machbar. Fragen Sie in diesen Fällen lieber danach, ob Sie ab und zu als Ausnahme von zu Hause arbeiten dürfen, zum Beispiel am Freitag vor einem langen Wochenende oder an einem Brückentag. Damit sind Sie meist erfolgreicher, als wenn Sie darauf bestehen, strikt viele Tage von zu Hause aus arbeiten zu wollen.

Tipp 4: Verhandeln Sie und vereinbaren Sie einen Probezeitraum

Sträubt sich Ihr Arbeitgeber gegen entsprechende Benefits, könnte das Thema Home Office ein mühsames Unterfangen werden. Als Lösung bietet sich hier an, Ihre:n Vorgesetzte:n nach einem 30 oder 60 Tage langen Probezeitraum zu fragen, sodass Ihr: Chef:in die Auswirkung auf Ihre Produktivität beobachten kann. Ein Versuchszeitraum ermöglicht aber auch Ihnen selbst, Ihre neuen Arbeitszeiten auszutesten und gegebenenfalls anzupassen.

Fazit – so überzeugen Sie Ihre:n Chef:in vom Home Office

Legen Sie im Gespräch mit Ihrem Chef oder Ihrer Chefin den Fokus auf die Vorteile des Home Office für das Unternehmen und schneiden Sie nur in Nebensätzen die für Sie selbst positiven Aspekte an. Überlegen Sie sich vor dem Gespräch gut, was Sie wollen und wie Sie es umsetzen. Auch eine Probephase ist eine gute Möglichkeit, um zu zeigen, dass Ihre Produktivität im Home Office nicht leidet, sondern eher steigt.

Lässt sich Ihr Arbeitgeber nicht auf die Arbeit im Home Office ein, dann können Sie auf Glassdoor nach aktuellen Home-Office-Jobs mit flexiblen Arbeitszeiten suchen, um Ihre Work-Life-Balance zu verbessern.

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