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Hobbys im Lebenslauf – ja oder nein?

Gepostet von Glassdoor-Team

Karriere-Experte

Letzte Aktualisierung 24. März 2022

Ratgeberübersicht

Gehören Hobbys in den Lebenslauf?Wo sollte man Hobbys in einer Bewerbung erwähnen?Was sind gute Hobbys im Lebenslauf?Beispiele für negativ behaftete HobbysHobbys richtig präsentierenFazit: Hobbys und Ehrenämter vorteilhaft nutzenMehr erfahren

Ratgeberübersicht

Gehören Hobbys und andere außerberufliche Aktivitäten in eine Bewerbung? Aber sicher doch – wenn Sie einige wichtige Dinge beachten. Wir verraten Ihnen, worauf es dabei ankommt.

Gehören Hobbys in den Lebenslauf?

Hobbys im Lebenslauf – ja oder nein? Heutzutage ist es Unternehmen wichtig, dass Sie als Fachkraft und Mensch in die Firma passen. Gerade kleinere und mittelgroße Unternehmen achten darauf, wie der oder die „Neue“ tickt. Da geraten die Eigenschaften, die Sie neben Ihren fachlichen Qualifikationen nennen, in den Fokus.

Das gilt besonders für Berufseinsteiger:innen, die oft keine oder wenige Arbeitszeugnisse vorweisen können. Und das sind, neben dem persönlichen Eindruck aus Vorstellungsgesprächen und Assessment Centern, auch die Interessen und Hobbys im Lebenslauf. So ergibt sich für das Unternehmen ein ganzheitliches Bild, um Sie umfassend zu beurteilen.

Wo sollte man Hobbys in einer Bewerbung erwähnen?

Im Lebenslauf haben Sie die Möglichkeit, sich vorzustellen – beruflich wie menschlich. Hobbys sind also am besten im Lebenslauf aufgehoben. Da diese jedoch ein Zusatz sind, gehören sie hinter berufliche Laufbahn, Ausbildung und Fähigkeiten. Überschriften wie „Interessen“ oder „Engagement“ wirken seriöser und professioneller als das Wort „Hobbys“. Hobbies ist übrigens die englische Schreibweise, im Deutschen ist Hobbys korrekt.

Hat ein Hobby oder Engagement direkt etwas mit der ausgeschriebenen Position zu tun, können Sie es im Bewerbungsanschreiben erwähnen. Geben Sie dabei nicht mehr als zwei oder drei Freizeitaktivitäten an – diese dafür aber etwas ausführlicher.

Was sind gute Hobbys im Lebenslauf?

Folgende Hobbys machen sich im Lebenslauf in der Regel gut:

  • Mannschaftssportarten wie Fußball, Basketball, Handball, Volleyball:
    Hier zeigen Sie neben körperlicher Fitness auch Teamfähigkeit und Teamgeist.
  • Funktionen im Verein, beispielsweise als Trainer:in, ehrenamtliche:r Mitarbeiter:in usw., beweisen Teamfähigkeit und Organisationstalent.
  • Aktiv Musik machen, zum Beispiel im Chor singen, vermittelt Kreativität – das Spielen eines Instruments vor Publikum steht zudem für Erfahrung bei öffentlichen Auftritten.
  • Gängige Freizeitbeschäftigungen wie Wandern, Reisen, Laufen, Schwimmen, Fitness, Radfahren, Kochen, Lesen, Theaterbesuche.

Die meisten Hobbys kommen in der Regel aus dem Sportbereich. Wenn Sie nicht gerade eine Extremsportart ausüben, die bei einem Personalverantwortlichen Angst um mögliche Verletzungsausfälle hervorruft, sind Sie mit sportlichen Hobbys auf der sicheren Seite. Sportarten wie Golf und Tennis stehen inzwischen übrigens nicht mehr im Verdacht, nur elitäre Einzelgänger:innen anzuziehen.

Vermeiden Sie bei sportlichen Hobbys, stolz darauf hinzuweisen, dass Sie im vergangenen Jahr 25 Mal Marathon gelaufen sind. Oder dass Sie gerade für den Iron Man trainieren. Traurig, aber wahr: Solche Leistungen lösen bei manchen Personalverantwortlichen die (meist unberechtigte) Angst aus, dass Ihr Fokus nicht auf dem Job liegen könnte.

Kochen oder Lesen – Freizeitbeschäftigungen mit Smalltalk-Potenzial

Ebenso beliebt sind Hobbys wie Kochen oder Lesen. Ähnlich wie bei populären Sportarten ist auch hier die Chance groß, ein Smalltalk-Thema für das Vorstellungsgespräch zu haben. Sie sollten dann aber darauf vorbereitet sein, über das Lieblingsrezept oder die aktuelle Buchlektüre kundig plaudern zu können.

Übrigens: Manche Bewerbungsratgeber warnen davor, „Lesen“ als Hobby in den Lebenslauf zu schreiben. Der Grund: Es könnte als langweilig oder selbstverständlich abgetan werden. Doch in einer Wissensgesellschaft mit hektischem Medienkonsum können Sie sich gerade damit abheben, Dingen auf den Grund zu gehen. 

Bonus-Tipp

Offenheit gegenüber Online-Medien kommt gut an – ob es nun die Webseiten-Betreuung für Ihren Sportverein oder der eigene Youtube- oder Instagram-Account ist. Wer allerdings angibt, leidenschaftlich gerne zu twittern, sollte vorsichtig sein. Der potenzielle Arbeitgeber könnte befürchten, den oder die Bewerber:in auch während der Arbeitszeit an das Hobby zu verlieren. Zudem sind viele Unternehmen noch ängstlich, dass Mitarbeiter:innen berufliche Interna via Facebook, Twitter und Co. verbreiten.

Beispiele für negativ behaftete Hobbys

Es gibt auch Freizeitaktivitäten, bei denen Personaler in der Regel wenig begeistert sind. Welche das sind und warum das so ist, haben wir zusammengefasst:

  • Extremsportarten: Neben der Befürchtung vor schweren Verletzungen vermuten Personalverantwortliche hinter solchen Sportarten gerne „Adrenalin Junkies”, die sich im Job schnell langweilen. Auch kann damit eine hohe Risikobereitschaft in Verbindung stehen. Je nach Position ist das ein Nachteil.
  • Fernsehen, ins Kino gehen, „chillen”: Rein passive Tätigkeiten machen oft einen negativen Eindruck.
  • Computerspielen: Dieses Hobby ist, wenn auch häufig zu Unrecht, immer noch mit dem Vorurteil des Sozialphobikers belegt, der zu viel vor dem Computer oder der Konsole sitzt und „zockt”. Anders sieht es natürlich aus, wenn Sie sich bei einem Gamingportal oder einer einer Gamingfirma bewerben. Dann haben Sie gute Karten.

Bonus-Tipp

Vermeiden Sie Freizeitaktivitäten, die extrem zeitfressend sind. Personaler:innen könnten vermuten, dass Sie mit Ihren Gedanken mehr bei Ihrem Hobby als bei der Arbeit sind. Außerdem möchte kein Arbeitgeber Mitarbeitende, die aufgrund Ihrer Hobbys übermüdet oder ausgelaugt sind – und damit weniger leistungsfähig.

Hobbys richtig präsentieren

So wichtig wie die richtige Auswahl der Hobbys, die Sie im Lebenslauf angeben können, ist die Art, wie Sie sie präsentieren. Bei gängigen Freizeitbeschäftigungen wie Reisen, Wandern oder Radfahren, gilt: Achten Sie darauf, sich von Ihren Mitbewerber:innen abzuheben. Das geht am besten, wenn Sie Zusatzinformationen nutzen. Schreiben Sie zum Beispiel nicht nur „Lesen”, sondern „Lesen: Biografien und schwedische Kriminalromane”. Idealerweise lässt sich daraus sogar ein Bezug zu Ihrem angestrebten Job ableiten.

Nennen Sie also entweder Hobbys, die direkt oder indirekt mit dem Berufsbild des Arbeitsplatzes zu tun haben, für den Sie sich bewerben, oder solche, die entsprechende Fähigkeiten voraussetzen. Beispielsweise Teamfähigkeit, Disziplin, Kreativität.

Ebenfalls wichtig: Stellen Sie Erfolge in Ihren Hobbys heraus. Schreiben Sie also, dass Sie mit Ihrer Mannschaft zum Beispiel das letzte Turnier gewonnen haben oder Pokalsieger waren. So zeigen Sie, dass Sie sich auch in Ihrer Freizeit Ziele setzen – und diese erreichen.

Fazit: Hobbys und Ehrenämter vorteilhaft nutzen

Mit außerberuflichen Fähigkeiten können Sie bei einer Bewerbung einen entscheidenden Vorteil erzielen, vor allem, wenn Sie gute Hobbys im Lebenslauf platzieren. Den dafür erforderlichen Platz sollten Sie also selbst bei einem knappen Lebenslauf und Anschreiben investieren.

Aber: Auch wenn die Versuchung groß ist, im Bereich Soft Skills mit Fähigkeiten und Erfahrungen zu prahlen, die man gar nicht hat – widerstehen Sie dieser Versuchung. Schließlich kann alles, was im Lebenslauf steht, im Bewerbungsgespräch thematisiert werden. Erst recht, wenn Ihr Hobby oder Ehrenamt besonders interessant ist – oder gar relevant für die Entscheidung über die Jobvergabe.

Und im Gegensatz zu Schummeleien bei fachlichen Angaben, die sich mit bitteren Folgen oft erst im Arbeitsalltag zeigen, werden Täuschungen hinsichtlich Hobbys im Lebenslauf meist im ersten Gespräch oder spätestens bei einem etwaigen Probearbeiten entlarvt. Ehrlich bleiben lohnt sich also.

Mehr erfahren

Egal, ob Sie noch an Ihrem Bewerbungsschreiben feilen oder bereits ein neues Jobangebot erhalten haben: Diese weiterführenden Artikel informieren Sie über verschiedene Etappen in der Jobsuche.

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