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Jobangebot annehmen? Diese Fragen helfen bei der Entscheidung

Gepostet von Glassdoor-Team

Karriere-Experte

December 3, 2019

Nach zahlreichen Bewerbungsrunden haben Sie endlich das lang ersehnte Jobangebot erhalten? Glückwunsch! Wahrscheinlich würden Sie am liebsten sofort euphorisch zum Stift greifen und den Arbeitsvertrag unterschreiben – besonders, wenn Sie in Ihrem derzeitigen Job nicht zufrieden sind.

Bevor das neue Arbeitsverhältnis offiziell wird, lohnt es sich jedoch, einen Moment innezuhalten und sich zu fragen:

  • Entspricht das Jobangebot Ihren eigenen Erwartungen?
  • Bietet der Job wirklich das, wonach Sie suchen?
  • Ist die Bezahlung fair?

Fühlen Sie sich nicht gezwungen, ein Jobangebot anzunehmen, nur weil Sie Ihre aktuelle Arbeitsstelle so schnell wie möglich verlassen möchten.

Bevor Sie Ihrem potentiellen Arbeitgeber Bescheid geben, ob Sie das Jobangebot annehmen oder nicht, werfen Sie einen Blick auf die folgenden Fragen. Sie helfen dabei, objektiv und sachlich eine für Ihre Zukunft wichtige Entscheidung zu treffen.

1. Gehalt – Bietet das Unternehmen eine faire Bezahlung?

Möglicherweise fühlen Sie sich unwohl dabei, die angebotene Vergütung in Frage zu stellen. Doch es ist wichtig, einen genauen Blick auf das Gehalt und die Zusatzleistungen zu werfen, die Ihr neuer Arbeitgeber anbietet.

Oft verkaufen sich Bewerber unter ihrem Wert – insbesondere dann, wenn Sie die Stelle unbedingt haben wollen. In den meisten Fällen gibt es aber einen Verhandlungsspielraum, den Sie ausnutzen können und sollten.

So prüfen Sie, ein Jobangebot nach fairer Bezahlung:

  1. Recherchieren Sie auf Glassdoor Gehälter, um sicherzustellen, dass das angebotene Gehalt für Ihr Level an Berufserfahrung und für die Branche, in der Sie tätig sind, angemessen ist. Was könnten Sie zum Beispiel bei einer anderen Firma aus der gleichen Branche verdienen? Denken Sie dabei daran, dass Sie in einer Großstadt typischerweise mehr verdienen als in kleineren Orten.
  2. Vergleichen Sie dies mit dem Gehalt, das Ihnen angeboten wird.
  3. Herrscht hier eine große Diskrepanz, so sprechen Sie dies an. Beziehen Sie sich dabei ganz konkret auf die Gehälter, die Sie bei Ihrer Recherche gefunden haben.
  4. Lässt das Unternehmen nicht mit sich verhandeln, so sollten Sie das Jobangebot noch einmal überdenken.

Pro-Tipp

Ziel der Gehaltsverhandlung ist übrigens nicht, das höchstmögliche Gehalt herauszuschlagen, sondern vom Arbeitgeber wertgeschätzt zu werden. Sie verschaffen sich damit eine für Ihre Berufserfahrung und Kenntnisse angemessene Bezahlung.

2. Mitarbeiterbindung – Wie lange bleiben Arbeitnehmer bei dem Unternehmen?

Außer den Mitarbeitern selbst kann Ihnen niemand wirklich verraten, wie die tägliche Arbeit bei dem Unternehmen aussieht. Wenn die Mitarbeiter scharenweise das Unternehmen verlassen, ist das kein gutes Zeichen.

Arbeitgeber geben ihre Fluktuationszahlen nicht gerne preis. Es gibt jedoch Methoden, wie Sie trotzdem an diese Informationen kommen.

So finden Sie heraus, wie gut die Mitarbeiterbindung eines Unternehmens ist:

  • Fragen Sie Ihren Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch warum die Stelle, auf die Sie sich bewerben, ausgeschrieben ist.
  • Lesen Sie auf Glassdoor Arbeitgeberbewertungen von derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitern. Achten Sie dabei besonders darauf, welche Gründe für die Kündigung angegeben sind.
  • Nutzen Sie Ihr Netzwerk, um Kontakt zu Mitarbeitern im Unternehmen aufzunehmen oder indirekt Informationen zu erfragen. Oft kennt jemand jemanden, der in dem von Ihnen gewählten Unternehmen arbeitet und weiß, wie es dort wirklich zugeht.

3. Unternehmenskultur und Zwischenmenschliches – Passt Ihr Arbeitgeber zu Ihnen?

Obwohl Ihr Gehalt und Ihre Zusatzleistungen bei der Entscheidung für oder gegen ein Stellenangebot eine wichtige Rolle spielen, sollten Sie die Bedeutung der Unternehmenskultur nicht außer Acht lassen.

Wenn Sie zum Beispiel kein typischer „Business-Mensch“ sind, werden Sie in einer Umgebung, wo Anzüge oder Kostüme Pflicht sind, schnell unglücklich. Stellen Sie also sicher, dass die Unternehmenskultur Ihren Bedürfnissen und Erwartungen entspricht. Hierzu können Sie anonyme Unternehmensbewertungen auf Websites wie Glassdoor zur Hilfe herbeiziehen.

Auch ein guter Manager kann in Ihrem Job den entscheidenden Unterschied machen.

Versuchen Sie, während des Bewerbungsvorgangs genug Zeit alleine mit Ihrem potenziellen Chef zu verbringen, um den individuellen Führungsstil zu erkennen und herauszufinden, welche Erwartungen er oder sie hat.

Sollten Sie bereits beim ersten Kennenlernen das Gefühl haben, nicht gut mit Ihrem Vorgesetzten auszukommen, dann kann das ein guter Grund sein, um ein Jobangebot abzulehnen.

Ergreifen Sie die Gelegenheit beim persönlichen Bewerbungsgespräch oder Videointerview, um herauszufinden, wie Ihr Chef als Mensch ist.

  • Hat sich Ihr Gesprächspartner Ihren Namen gemerkt?
  • Hat er oder sie sich Ihren Lebenslauf durchgelesen?
  • Hört Ihr Gegenüber Ihnen aufmerksam zu oder scheint die Person abgelenkt oder in Gedanken verloren?
Mitarbeiterin gibt Chefin die Hand weil sie ein Jobangebot annehmen will

Versuchen Sie aus Ihrem ersten Eindruck abzuschätzen, wie die Zusammenarbeit mit Ihrem Gegenüber funktionieren würde.

Könnten Sie zum Beispiel mit Ihrem Chef an komplexen Projekten arbeiten und von ihm oder ihr lernen, wenn die Person es nicht einmal durch ein 30 Minuten langes Vorstellungsgespräch schafft?

Sie müssen (und sollten) in Ihrem Chef keinen neuen besten Freund finden. Aber die Chemie sollte trotzdem stimmen.

4. Kritikfähigkeit – Strebt das Unternehmen nach Verbesserung?

Auch die besten Arbeitgeber haben ihre Schwachpunkte. Es geht also nicht darum, herauszufinden, ob Schwachstellen existieren – sondern darum, wie das Unternehmen mit diesen umgeht.

Erkennen Sie beim Lesen von Arbeitgeberbewertungen ein Muster oder stoßen auf häufig geäußerte Kritikpunkte? Achten Sie darauf, ob das Unternehmen auf diese Kritik eingeht.

Idealerweise geht Ihr Arbeitgeber konstruktiv mit Kritik um und zeigt sich handlungsfähig. Ein Unternehmen, das Probleme eingesteht und Maßnahmen zur Verbesserung ergreift, ist besser als eines, das Kritik einfach abstreitet oder Ausflüchte sucht.

5. Entwicklungsmöglichkeiten – Wie können Sie Ihre Karriere vorantreiben?

Machen Sie nicht den Fehler, eine Rolle zu akzeptieren, die in eine Sackgasse führt. Wenn Sie es mit einem Start-up oder einem aufstrebenden Unternehmen zu tun haben, sind Ihre Wachstumschancen möglicherweise nicht so leicht zu erkennen.

Im Bewerbungsgespräch fragen Arbeitgeber gerne: „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“

Drehen Sie diese Frage um. Finden Sie heraus, was das Unternehmen Ihnen für Ihre Karriere bietet.

  • Gibt es zum Beispiel ein Mentorenprogramm für ihre berufliche Weiterentwicklung?
  • Welche Möglichkeiten haben Sie, um sich in Ihrer Rolle weiterzuentwickeln?
  • Inwieweit könnten Sie in Zukunft mehr Führungsverantwortung übernehmen?

Stellen Sie sicher, dass der Jobwechsel Sie Ihren übergreifenden Karrierezielen näher bringt.

6. Unternehmenserfolg – Wie geht es dem Unternehmen finanziell?

Sie haben ein ansprechendes Angebot von einer scheinbar soliden Firma erhalten? Aber wie gut geht es diesem Unternehmen wirklich? Hat es in der letzten Zeit viele neue Arbeitsplätze geschaffen oder schrumpft die Mitarbeiterzahl?

Das sind Informationen, die Sie ausbuddeln wollen, bevor Sie Ja sagen. Denn wenn Sie eine Stelle in einem Unternehmen annehmen, das nicht erfolgreich ist, könnten Sie in nicht allzu ferner Zukunft arbeitslos sein.

Stellen Sie daher sicher, dass das Unternehmen finanziell stabil ist.

Lassen Sie sich nicht von hohen Gehältern und schicken Büroräumen blenden.

Informieren Sie sich über die finanzielle Lage des Arbeitgebers, bevor Sie eine Stelle annehmen:

  1. Lesen Sie Arbeitgeberbewertungen.
  2. Recherchieren Sie, ob das Unternehmen in der letzten Zeit negative Schlagzahlen in der Presse gemacht hat.
  3. Werfen Sie einen Blick in den Jahresbericht des Unternehmens.
  4. Fragen Sie im Vorstellungsgespräch fragen, wie die Unternehmensstrategie für die nächsten Jahre aussieht. Vermeiden Sie jedoch, nach konkreten Zahlen wie dem letzten Quartalsergebnis zu fragen – diese Informationen sind vertraulich.

7. Mitarbeiterangebote: Bietet der Arbeitgeber gute Zusatzleistungen?

Ihr Gehalt ist nur eine Komponente Ihres gesamten Vergütungspakets. Bevor Sie ein Jobangebot annehmen, sollten Sie sicherstellen, dass auch die Zusatzleistungen anständig sind.

Zusatzleistungen, nach denen Sie Ausschau halten sollten, sind beispielsweise:

  • betriebliche Altersvorsorge,
  • Fahrtkostenerstattung,
  • Home Office und flexible Arbeitsmodelle (zum Beispiel 4-Tage-Woche)

Häufig werden weitere Vergünstigungen wie kostenlose Mahlzeiten, Mitarbeiterrabatte, Wellness-Programme, Fitnessstudio-Rabatte und Firmenhandy geboten.

Überprüfen Sie Ihre Vorteile gründlich und stellen Sie Fragen, wenn Sie sich nicht sicher sind, was diese bedeuten.

Jobangebot annehmen oder nicht?

Einen neuen Job anzunehmen ist keine Entscheidung, die man aus einer Laune heraus trifft. Gehen Sie die obigen Fragen genau durch und finden Sie für sich solide Antworten, bevor Sie das Jobangebot annehmen oder ablehnen.

Sie verbringen etwa ein Drittel Ihres Lebens auf der Arbeit. Sorgen Sie also dafür, dass die Arbeit Ihnen Spaß macht und Sie gerne ins Büro gehen.

Es kann eine Weile dauern, bis Sie einen Job finden, der für Sie passt – aber das Warten wird sich am Ende auszahlen.

Nehmen Sie deshalb ein Stellenangebot nur an, wenn das Rundumpaket passt.

Sie wollen das Jobangebot annehmen? E-Mail Muster für die Zusage

Wenn Sie die obenstehenden Fragen für sich beantwortet haben und bei dem Gedanken an den neuen Job ein gutes Gefühl haben, müssen Sie nur noch zusagen.

Es gibt keine formellen Vorgaben für die Zusage – offiziell wird das Jobangebot nämlich mit der Unterschrift des Arbeitsvertrags besiegelt.

Trotzdem wollen Sie natürlich auf den letzten Metern keinen Fauxpas begehen. Keine Sorge: Mit dieser E-Mail-Vorlage zur Annahme Ihres Jobangebots kann nichts schiefgehen.

Sehr geehrte Frau [Name],

vielen Dank für Ihre E-Mail – über diese positive Rückmeldung freue ich mich natürlich sehr!

Während des Bewerbungsverfahrens konnte ich einen guten Einblick in Ihr Unternehmen gewinnen und für mich bestätigen, wie sehr die Unternehmensvision von [Unternehmen] mit meinen persönlichen Vorstellungen und Zielen übereinstimmt. Ich freue mich auf die zukünftigen Herausforderungen und darauf, gemeinsam mit dem Team etwas zu bewegen. 

Falls Sie weitere Informationen oder Dokumente von mir benötigen, lassen Sie mich dies gerne per E-Mail oder telefonisch wissen.

Mit freundlichen Grüßen,

[Name]

Bewerten Sie noch heute Ihren ehemaligen oder aktuellen Arbeitgeber auf Glassdoor, um anderen Jobsuchenden die Suche nach dem Traumjob zu erleichtern!

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