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Jobangebot annehmen? Diese Fragen helfen bei der Entscheidung

Jobangebot

Nach zahlreichen Bewerbungsrunden haben Sie endlich das lang ersehnte Jobangebot erhalten? Glückwunsch! Wahrscheinlich würden Sie am liebsten sofort euphorisch zum Stift greifen und den Arbeitsvertrag unterschreiben – besonders, wenn Sie in Ihrem derzeitigen Job nicht zufrieden sind. Natürlich können Sie das auch tun, schließlich haben Sie hart an Ihrer Bewerbung gearbeitet.

Bevor das neue Arbeitsverhältnis offiziell wird, lohnt es sich jedoch, einen Moment innezuhalten und das Angebot mit Ihren eigenen Erwartungen abzugleichen. Bietet der Job wirklich das, wonach Sie suchen? Ist die Bezahlung fair? Fühlen Sie sich nicht gezwungen, das Angebot anzunehmen, nur weil Sie Ihre aktuelle Arbeitsstelle so schnell wie möglich verlassen möchten.

Wenn Sie Zweifel haben, ob Sie ein Jobangebot annehmen sollen oder nicht, dann werfen Sie einen Blick auf die folgenden Fragen. Sie helfen dabei, objektiv und sachlich eine für Ihre Zukunft wichtige Entscheidung zu treffen.

1. Gehalt – Wird Ihnen eine faire Vergütung angeboten?

Möglicherweise fühlen Sie sich unwohl dabei, die angebotene Bezahlung in Frage zu stellen. Doch werfen Sie einen genauen Blick auf das Gehalt und die Zusatzleistungen, die Ihr neuer Arbeitgeber anbietet . Oft verkaufen sich Bewerber unter ihrem Wert – insbesondere dann, wenn Sie die Stelle unbedingt haben wollen. In den meisten Fällen gibt es aber einen Verhandlungsspielraum, den Sie ausnutzen sollten.

Recherchieren Sie auf Glassdoor, was andere Unternehmen in Ihrer Region für ähnliche Stellen zahlen oder was Sie bei einem Mitbewerber in der gleichen Branche verdienen könnten. Vergleichen Sie dies mit dem Gehalt, das Ihnen angeboten wird. Herrscht hier große Diskrepanz, so sprechen Sie dies an. Lässt das Unternehmen nicht mit sich verhandeln, so sollten Sie das Angebot noch einmal überdenken. Ziel ist hier nicht, das höchstmögliche Gehalt herauszuschlagen, sondern vom Arbeitgeber wertgeschätzt zu werden und eine für Ihre Berufserfahrung und Kenntnisse angemessene Bezahlung zu erhalten.

[Lesen Sie auch: So verhandeln Sie Ihr Gehalt]

2. Mitarbeiterbindung – Wie lange bleiben Arbeitnehmer bei dem Unternehmen?

Außer den Mitarbeitern selbst kann Ihnen niemand wirklich verraten, wie die tägliche Arbeit bei dem Unternehmen aussieht – und wenn die Mitarbeiter scharenweise das Unternehmen verlassen, ist das kein gutes Zeichen. Arbeitgeber geben ihre Fluktuationszahlen nicht gerne preis. Es gibt jedoch Methoden, wie Sie trotzdem an diese Informationen kommen.

Fragen Sie Ihren Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch warum die Stelle, auf die Sie sich bewerben, ausgeschrieben ist. Lesen Sie auf Glassdoor Arbeitgeberbewertungen von derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitern. Oder nutzen Sie Ihr Netzwerk, um Kontakt zu Mitarbeitern im Unternehmen aufzunehmen oder indirekt Informationen zu erfragen. Oft kennt jemand jemanden, der in dem von Ihnen gewählten Unternehmen arbeitet und weiß, wie es dort wirklich zugeht.

3. Zwischenmenschliches – Sind Sie und Ihr potenzieller Chef auf einer Wellenlänge?

Ich selbst habe einmal ein Jobangebot abgelehnt, weil ich wusste, dass mein potenzieller Manager und ich nicht miteinander auskommen würden – obwohl die Vergütung super und die Position für mich eine tolle Herausforderung gewesen wäre. Mein zukünftiger Vorgesetzter hatte beim Vorstellungsgespräch meinen Namen vergessen. Er gab zu, dass er nicht einmal einen Blick auf meinen Lebenslauf geworfen hatte und Schwierigkeiten damit hat, einem Thema mehr als 30 Sekunden Aufmerksamkeit zu schenken.

Schon in dem Moment wusste ich, dass es mit dem Job und mir nichts werden würde. Wie soll ich mit meinem Chef an komplexen Projekten arbeiten und von ihm lernen, wenn dieser es nicht einmal durch ein 30 Minuten langes Interview schafft? Sie müssen (und sollten) in Ihrem Chef keinen neuen besten Freund finden. Aber die Chemie sollte trotzdem stimmen. Versuchen Sie, während des Bewerbungsvorgangs genug Zeit alleine mit Ihrem potenziellen Chef zu verbringen, um diesen ein wenig kennenzulernen.

[Lesen Sie auch: Wie Sie im Vorstellungsgespräch einen schlechten Chef erkennen]

4. Kritikfähigkeit – Strebt das Unternehmen nach Verbesserung?

Auch die besten Arbeitgeber haben ihre Schwachpunkte. Es geht also nicht darum, herauszufinden, ob diese Schwachstellen existieren – sondern darum, wie das Unternehmen mit diesen umgeht. Erkennen Sie beim Lesen von Arbeitgeberbewertungen ein Muster oder stoßen auf häufig geäußerte Kritikpunkte, so achten Sie darauf, ob das Unternehmen auf diese Kritik eingeht.

Idealerweise geht Ihr Arbeitgeber konstruktiv mit Kritik um und zeigt sich handlungsfähig. Ein Unternehmen, das Probleme eingesteht und Maßnahmen zur Verbesserung ergreift ist besser als eines, das Kritik einfach abstreitet oder Ausflüchte sucht.

5. Entwicklungsmöglichkeiten – Welche gibt es für Ihren Berufsweg?

Im Bewerbungsgespräch wird gerne gefragt: „ Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ Drehen Sie diese Frage um. Finden Sie heraus, was das Unternehmen Ihnen für Ihre berufliche Weiterentwicklung und Ihre Karriere bietet. Fragen Sie, wie Sie sich in Ihrer Rolle weiterentwickeln können und inwieweit Sie in Zukunft mehr Führungsverantwortung übernehmen könnten. Stellen Sie sicher, dass der Jobwechsel Sie Ihren übergreifenden Karrierezielen näher bringt. Sie wechseln ja nicht alle Tage den Job.

[Lesen Sie auch: Diese 20 Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern die besten Karrieremöglichkeiten]

6. Unternehmenserfolg – Wie geht es dem Unternehmen?

Auch ein noch so attraktives Jobangebot ist mehr oder weniger nutzlos, wenn das Unternehmen Sie nur nach wenigen Monaten aus finanziellen Gründen entlassen muss. Stellen Sie daher sicher, dass das Unternehmen finanziell stabil ist.

Lassen Sie sich nicht von hohen Gehältern und schicken Büroräumen blenden. Informieren Sie sich, bevor Sie eine Stelle annehmen: Lesen Sie Arbeitgeberbewertungen, schauen Sie, ob das Unternehmen in der letzten Zeit negativ Schlagzahlen in der Presse gemacht hat und werfen Sie einen Blick in den Jahresbericht des Unternehmens. Darüber hinaus können Sie im Vorstellungsgespräch fragen, wie die Unternehmensstrategie für die nächsten Jahre aussieht. Vermeiden Sie jedoch, nach konkreten Zahlen wie dem letzten Quartalsergebnis zu fragen – diese Informationen sind vertraulich.

7. Seien Sie ehrlich zu sich: Wollen Sie die Stelle wirklich?

Ein Recruiter sagte mir einmal, dass eine zögerliche Zusage von einem Bewerber auch als Nein interpretiert werden kann. Gehen Sie in sich und finden heraus, was Ihr Bauchgefühl verrät. Freuen Sie sich aufrichtig und sind voller Tatendrang? Ein hohes Gehalt allein oder attraktive Zusatzleistungen und ein schickes Büro sollten nicht ausschlaggebend sein, sondern die Aufgaben, mit denen Sie sich täglich befassen werden.

[Lesen Sie auch: Wie wichtig ist das Gehalt für unsere Jobzufriedenheit?]

Sie verbringen etwa ein Drittel Ihres Lebens auf der Arbeit. Sorgen Sie dafür, dass die Arbeit Ihnen Spaß macht und Sie gerne ins Büro gehen. Nehmen Sie ein Stellenangebot nur an, wenn das Rundumpaket passt. Es kann eine Weile dauern, bis Sie einen Job finden, der für Sie passt – aber das Warten wird sich am Ende auszahlen.

Sie wollen das Jobangebot annehmen? Muster E-Mail für die Zusage

Wenn Sie die obenstehenden Fragen für sich beantwortet haben und bei dem Gedanken an den neuen Job ein gutes Gefühl haben, müssen Sie nur noch zusagen. Es gibt keine formellen Vorgaben für die Zusage – offiziell wird das Jobangebot nämlich mit der Unterschrift des Arbeitsvertrags besiegelt. Trotzdem wollen Sie natürlich auf den letzten Metern keinen Fauxpas begehen. Keine Sorge: mit dieser E-Mail-Vorlage zur Annahme Ihres Jobangebots kann nichts schiefgehen.

Sehr geehrte Frau [Name],

vielen Dank für Ihre E-Mail – über diese positive Nachricht freue ich mich natürlich sehr!

Während des Bewerbungsverfahrens konnte ich einen guten Einblick in Ihr Unternehmen gewinnen und für mich bestätigen, wie sehr die Unternehmensvision von [Unternehmen] mit meinen persönlichen Vorstellungen und Zielen übereinstimmt. Ich freue mich auf die zukünftigen Herausforderungen und darauf, gemeinsam mit dem Team etwas zu bewegen. 

Benötigen Sie weitere Informationen oder Dokumente von mir, lassen Sie mich dies gerne per E-Mail oder telefonisch wissen.

Mit freundlichen Grüßen,

[Name]

Bewerten Sie noch heute Ihren ehemaligen oder aktuellen Arbeitgeber auf Glassdoor, um anderen Jobsuchenden die Suche nach dem Traumjob zu erleichtern!