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Arbeitsalltag

So können Sie Burnout am Arbeitsplatz vermeiden

Gepostet von Hannes Jarisch

Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor

Letzte Aktualisierung 26. Juli 2022
|6 Min. Lesezeit

Fühlen Sie sich durch Ihren Job häufig gestresst und ausgebrannt? Damit sind Sie nicht allein. Eine neue Studie von Glassdoor kommt zu dem Schluss, dass Diskussionen über Burnout eine immer wichtigere Rolle im Leben von zahlreichen Arbeitnehmer:innen in Deutschland spielen.

Ergebnisse der Burnout-Umfrage auf einen Blick

Die Anzahl negativer Job-Bewertungen rund ums Thema Burnout auf Glassdoor ist in Deutschland im vergangenen Jahr um 93 Prozent gestiegen. Und obwohl 68 Prozent der deutschen Arbeitnehmer:innen das Gefühl haben, dass der Jahresurlaub dazu beiträgt, Burnout zu verringern, gab rund ein Drittel der Befragten (29%) an, dass ihre Arbeitslast zu hoch sei, um Urlaub zu nehmen.

Und selbst dann, wenn sie sich eine Auszeit gönnen, haben viele Deutsche Probleme damit, im Urlaub richtig abzuschalten. Ein Drittel (30%) der Befragten gab zu, auch während des Urlaubs an die Arbeit zu denken. Hinzu kommt, dass sich ganze 39 Prozent der Befragten nach dem Jahresurlaub noch gestresster fühlen als davor.

„Burnout Diagnosen sind in den letzten zwölf Monaten schlagartig in die Höhe geschossen - und Unternehmen müssen jetzt handeln“, sagt Glassdoors Wirtschaftsforscherin Lauren Thomas. „Eine positive Mitarbeitererfahrung in den Mittelpunkt der Strategien zur Rekrutierung und Mitarbeiterbindung zu stellen wird den Anstieg bei Burnout, den wir im letzten Jahr gesehen haben, verlangsamen und letztendlich für eine gesündere und produktivere Arbeitsumgebung sorgen.“

Was ist Burnout?

Vereinfacht gesagt ist Burnout ein Zustand der körperlichen und emotionalen Erschöpfung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Burnout als „ein Krankheitsbild, welches durch chronischen Stress am Arbeitsplatz verursacht wird, wobei dieser Stress nicht erfolgreich gemanaged wird.“

Die drei Faktoren, die laut WHO Burnout charakterisieren:

  1. Gefühl von Antriebslosigkeit
  2. Erhöhte emotionale Abgrenzung vom Job oder negative/ zynische Einstellung gegenüber der eigenen Arbeit
  3. Verringerte Produktivität bei der Arbeit

Wichtig hierbei: Laut WHO ist Burnout eine Krankheit, die im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit entsteht und nicht etwa in anderen Bereichen des Lebens.

Was sind die Ursachen von Burnout?

Ein Burnout kann urplötzlich entstehen oder sich auch ganz langsam entwickeln. In jedem Fall kann ein Burnout Ihre Produktivität am Arbeitsplatz nachhaltig schädigen und leicht auch andere Lebensbereiche negativ beeinflussen.

Zu den häufigsten Gründen für einen Burnout gehören:

  • Eine unfaire Behandlung am Arbeitsplatz
  • Fehlende Kommunikation oder Unterstützung durch Vorgesetzte
  • Unrealistische Deadlines
  • Fehlende Work-Life-Balance
  • Die Unternehmenskultur und die Unternehmenswerte stehen im starken Widerspruch zu Ihren eigenen Werten
  • Eine zu hohe Arbeitsbelastung
  • Unklare Erwartungen von Vorgesetzten, Kolleg:innen oder Kund:innen
  • Keine oder nur geringe Kontrolle über die eigenen Arbeitsbedingungen

Burnout-Symptome erkennen

Die Symptome für Burnout können leicht mit normalem Stress verwechselt werden, doch zwischen Stress und Burnout gibt es einen entscheidenden Unterschied: In normalen, stressigen Momenten fühlen Sie sich noch immer dazu in der Lage, Ihre eigene Situation zu ändern. Bei einem Burnout verlieren Sie hingegen gefühlt die Kontrolle über Ihre Arbeitsumstände. Sie haben dann das Gefühl, diese nicht verändern zu können. Die Folge: Sie verlieren die Motivation für Ihren Job. Auch körperliche Symptome können Folge eines Burnouts sein.

Zu den häufigsten Symptomen und Anzeichen für Burnout gehören:

  • Schlafmangel und ständige Erschöpfung
  • Ängste und Sorgen, die sich auf Ihren Job beziehen
  • Emotionale Distanziertheit von Ihrem Job und Ihrer Arbeitsumgebung
  • Steigende Frustration gegenüber Ihren Kolleg:innen und Ihrer Arbeitsumgebung
  • Negative Gefühle, die sich auf Ihren Job beziehen
  • Gesunkene Produktivität im Job
  • Zynische und kritische Kommentare und Gedanken bezogen auf Kolleg:innen und Vorgesetzte
  • Ablenkung durch Essen, Alkohol oder Drogen

Wenn Sie Mühe haben, die nötigen Anstrengungen für Ihren Job aufzubringen, könnte ein Burnout die Ursache dafür sein.

7 Tipps, um Burnout zu vermeiden

Ein Burnout ist viel mehr als einfach nur mal müde zu sein und keinen Spaß am eigenen Job zu haben: Bei einem Burnout verlieren Sie Ihre grundlegende Motivation für Ihren Job. Wenn Sie gerade erste Anzeichen eines möglichen Burnouts an sich entdecken, dann können die folgenden Tipps Ihnen dabei helfen, die Kontrolle über die Situation wiederzuerlangen oder aber einen Burnout gleich ganz zu vermeiden.

1.     Betreiben Sie aktives Zeitmanagement: Finden Sie Ihre ganz persönliche Work-Life-Balance, die für Sie selbst funktioniert. Behalten Sie die Kontrolle über Ihre To-Do-Liste, delegieren oder eliminieren Sie unwichtige Projekte und priorisieren Sie die wichtigen Aufgaben. Auch im Home-Office gilt dabei: Sorgen Sie für einen klaren Cut zwischen Arbeit und Freizeit.

2.     Fragen Sie nach Hilfe: Fehlende Unterstützung ist einer der Hauptauslöser von Burnout. Ihre Vorgesetzten können Ihnen aber keine Hilfe anbieten, wenn sie nicht wissen, dass diese benötigt wird. Machen Sie Ihren Chef darauf aufmerksam, wenn Ihre Arbeitsbelastung zu hoch ist oder Sie sich nicht sicher sind, was von Ihnen erwartet wird.

3.     Lernen Sie, „Nein“ zu sagen: Machen Sie sich klar, welche Prioritäten Sie in Ihrem Job legen sollten und überlegen Sie bei jeder neuen Anfrage, die Sie von Vorgesetzten und Kollegen erhalten, ob Sie die Zeit für die neue Aufgabe wirklich aufbringen können. Wenn Sie keine Zeit haben, kommunizieren Sie das direkt und zeigen Sie am besten gleich eine mögliche Alternative auf. Mit einem solchen Verhalten gewinnen Sie nicht nur das Vertrauen Ihres Chefs, sondern werden auch produktiver.

4.     Entspannen Sie sich: Gönnen Sie sich regelmäßig eine Auszeit von Ihrem Job. Zeit mit Freunden oder der Familie, Yoga, Meditation und kreative Hobbies können Ihnen dabei helfen, richtig abzuschalten.

5.     Treiben Sie Sport: Sie müssen nicht jeden Tag stundenlang im Fitnessstudio zubringen. Schon ein zehnminütiger Spaziergang in der Mittagspause kann ausreichend sein, um Ihre Gesundheit zu verbessern.

6.     Sorgen Sie für ausreichend Schlaf: Gesunder und ausreichender Schlaf ist eine wahre Wunderwaffe im Kampf gegen Stress und Burnout. Wenn Sie frisch und ausgeruht in einen neuen Tag starten, können Sie auch mit dem größten Stress im Job besser umgehen.

7.     Finden Sie die Begeisterung für Ihren Job wieder: Wenn Sie die Motivation für Ihre Tätigkeit verloren haben, dann begeben Sie sich auf Spurensuche. Was hat sie dazu gebracht, sich damals auf diese Stelle zu bewerben? Und was hat sich seitdem geändert? Liegt es am Verhalten Ihrer Vorgesetzten? An der Unternehmenskultur? Oder ist die Arbeitsbelastung einfach zu hoch? Wenn Sie analysiert haben, was Sie an Ihrem Job stört, können Sie Maßnahmen ergreifen, um das zu ändern.