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Sie wollen Ihren Arbeitgeber verlassen? So schreiben Sie Ihr Kündigungsschreiben

Auch wenn Sie bereits die Minuten bis zu Ihrem letzten Arbeitstag zählen, gibt es einige Spielregeln, die eingehalten werden sollten, wenn Sie Ihren Arbeitgeber im Guten verlassen möchten. Schließlich trifft man sich bekanntlich meist zweimal im Leben und Sie wissen nie, welchem Kollegen Sie zu einem späteren Zeitpunkt in Ihrer Karriere noch einmal begegnen werden.

Ein Kündigungsschreiben mag Ihnen wie eine unnötige Formalie vorkommen. Es bietet jedoch die Gelegenheit, eine sehr formale Angelegenheit mit einer freundlichen und bedächtigen Note aufzuwerten sowie sich mit Stil zu verabschieden. Diese Herangehensweise ist nicht nur höflich, sondern beweist auch Sozialkompetenz und professionelles Verhalten. Mit dem richtigen Kündigungsschreiben können Sie Ihren letzten Arbeitstag ganz entspannt angehen.

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Diese acht Tipps helfen Ihnen beim Verfassen Ihres Kündigungsschreibens:

  1. Grundsätzliche Formalitäten: Bevor Sie Ihre Kündigung einreichen, sollten Sie sich informieren, welche Kündigungsfrist für Sie gilt. Hier hilft ein Blick in den Arbeits- oder Tarifvertrag. Nur in wenigen Ausnahmesituationen kann ein Arbeitsverhältnis fristlos gekündigt werden. Dies ist zum Beispiel bei unpünktlicher Lohn- oder Gehaltszahlung der Fall. Die Kündigung muss immer schriftlich erfolgen; eine mündlich ausgesprochene Kündigung oder eine Kündigung per E-Mail sind unwirksam.
  2. Reichen Sie die Kündigung bei der richtigen Person ein: Auch wenn einige Mitarbeiter aus Ihrem Unternehmen schon eine Vorahnung haben könnten oder Sie sogar bereits gegenüber befreundeten Kollegen erste Andeutungen gemacht haben, sollten Sie den offiziellen Weg einhalten: Informieren Sie zuerst Ihren Vorgesetzten oder die Personalabteilung und reichen Ihre Kündigung direkt dort ein. Um sicher zu gehen, dass die Kündigung ankommt, empfiehlt sich eine persönliche Übergabe des Kündigungsschreibens. Darüber hinaus ist es ratsam, sich eine Eingangsbestätigung ausstellen zu lassen.
  3. Reichen Sie die Kündigung zum richtigen Zeitpunkt ein: Wenn die persönliche Einreichung der Kündigung an Ihren Vorgesetzten möglich ist, wählen Sie dafür einen ruhigen Augenblick. Fünf Minuten vor einem wichtigen Vortrag wird Ihr Chef eventuell gereizt reagieren. Am Besten sollte die schriftliche Kündigung zu dem Zeitpunkt übergeben werden, an dem Sie Ihren Chef zum ersten Mal von Ihren Absichten, das Unternehmen zu verlassen, informieren.
  4. Formatierung: Formatieren Sie das Kündigungsschreiben wie einen offiziellen Brief. Beginnen Sie mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse oben links, gefolgt vom Namen des Empfängers und der Adresse Ihres Arbeitgebers. Vergessen Sie nicht, das Schreiben oben rechts zu datieren! Als Betreff reicht eine einfache Formulierung wie „Kündigung meines Arbeitsvertrages”.
  5. Anrede: Wählen Sie eine Anrede, die die Beziehung zu Ihrem Chef widerspiegelt. Wenn Sie Ihren Vorgesetzten siezen, bleiben Sie natürlich auch hier beim eher formellen „Sehr geehrte(r) Herr/Frau [Nachname Ihres Chefs]”.
  6. Formulieren Sie Ihre Kündigung eindeutig: Statt um das Thema herum zu reden, sollte die Kündigung kurz und direkt formuliert werden. Vermeiden Sie die Verwendung des Konjunktivs. „Hiermit kündige ich meinen Arbeitsvertrag fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt” klingt besser als „Gerne würde ich meine Kündigung einreichen” und ist darüber hinaus rechtssicherer. Der Grund für die Kündigung muss in Ihrem Schreiben nicht genannt werden.
  7. Drücken Sie Dankbarkeit aus: Idealerweise haben Sie während Ihrer Zeit bei Ihrem Arbeitgeber viel gelernt und sich beruflich weiterentwickelt. Das Kündigungsschreiben kann dazu genutzt werden, sich beim Chef und dem Unternehmen zu bedanken. Selbst wenn Sie schlechte Erfahrungen bei Ihrem Arbeitgeber gemacht haben, gehört dies zum guten Ton. Wenn Sie nicht weit ausholen möchten, reicht ein einfacher Satz wie „Ich bedanke mich für die kollegiale Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren” aus.
  8. Unterschrift: Es klingt nach einer Selbstverständlichkeit, aber Sie wären nicht der erste Arbeitnehmer, der im Eifer des Gefechts vergisst, seine Kündigung zu unterschreiben. Also vergessen Sie nicht Ihre Signatur, denn ohne Unterschrift ist das Kündigungsschreiben ungültig.

Sie sind nun bereit, Ihr Unternehmen zu verlassen? Vergessen Sie nicht, Ihre Erfahrungen – ob positiv oder negativ – bei Ihrem ehemaligen Arbeitgeber auf Glassdoor mit potenziellen Bewerbern und Jobsuchenden zu teilen.

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