Lebenslauf schreiben: So geht’s richtig

Lebenslauf schreiben

Für viele Jobsuchende ist der Lebenslauf nur eine bloße Formalie, die eben zur Bewerbung dazugehört. Dabei wird vergessen, dass dieses Dokument mit dem Anschreiben das Grundgerüst der Bewerbung bildet – schließlich vermittelt er dem Personaler einen Überblick über die gesamte Berufliche Laufbahn eines Bewerbers. Ein guter Lebenslauf ist nicht nur inhaltlich solide, sondern auch optisch ansprechend und leicht verständlich. Mit diesen Tipps erstellen Sie einen Lebenslauf, der überzeugt.

Der Lebenslauf als Kernstück der Bewerbung

Anschreiben, Zeugnisse, Empfehlungsschreiben, darum kreisen heute die meisten Tipps und Ratgeber für Bewerber. Das trägt dazu bei, dass viele Jobsuchende den Lebenslauf nicht mehr als eine notwendige Komponente, sondern als veraltetes Überbleibsel aus formelleren Zeiten ansehen. 

Für viele Personaler und Führungskräfte – und zwar nicht nur der älteren Generation – ist der Lebenslauf jedoch noch immer ein wichtiger Teil der Bewerbung. Oft fällt der erste Blick des Adressaten auf den Lebenslauf, um einen Bewerber schnell einordnen zu können. Denn besser als jedes Anschreiben und Zeugnis zeigt die Chronik Ihres Berufslebens sofort, wie Sie Ihre Karriere begonnen und entwickelt haben. Zudem zeigt er, wo Schwerpunkte lagen und ob Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, welche für die offene Stelle erforderlich sind.

Sollte ein Lebenslauf Interesse geweckt haben, vermerken Personaler oft auch auf Basis des Lebenslauf, welche Punkte Anlass für ein (kritisches) Nachfragen in einem etwaigen Vorstellungsgespräch sind. Sie sollten also den Lebenslauf mit genau der gleichen Sorgfalt und Mühe angehen wie alle anderen Teile Ihrer Bewerbung. 

Chronologischer oder funktionaler Lebenslauf?

Ein beruhigender Fakt für viele Bewerber gleich zu Anfang: Die Zeit der handgeschriebenen Lebensläufe ist vorbei! Ja, die waren mal ebenso „in Mode“ wie Lebensläufe, die als Fließtext verfasst waren – und damit dem heutigen Anschreiben ähnelten, das es vor wenigen Jahrzehnten in der jetzigen Form noch nicht gab. 

Mittlerweile ist der tabellarische Lebenslauf zum Standard geworden, der in fast jeder Stellenausschreibung angefordert wird. Er heißt so, weil alle Punkte und Informationen in einer Tabellenform gegliedert sind. Davon wiederum gibt es zwei unterschiedliche Versionen.

Der chronologische Lebenslauf

In dieser Form des Lebenslaufs werden Ausbildungs-und Berufsstationen in zeitlicher Reihenfolge aufgezählt. Seit einigen Jahren hat es sich dabei durchgesetzt, dass Bewerber ihren schulischen und beruflichen Weg nicht mehr in klassischer chronologischer Reihenfolge, also z.B von 2005 bis 2020, in den Lebenslauf schreiben müssen. Stattdessen bevorzugen die meisten Personalverantwortlichen nun einen Lebenslauf in umgekehrter chronologischer Reihenfolge, das heißt, mit der aktuellen oder letzten Station zuerst.

Das ist sinnvoll, da die derzeitige Tätigkeit eines Bewerbers natürlich besonders interessant ist. Ausnahme: Wenn es noch nicht viele Inhalte für einen Lebenslauf gibt (z.B. wenn ein Schüler oder Student sich für einen Praktikumsplatz bewirbt), kann eine klassisch chronologische Sortierung besser geeignet sein – und ist auch gestattet.

Der funktionale Lebenslauf

Hier geht es nicht primär um einen zeitlichen Überblick, sondern um die Fähigkeiten des Bewerbers, das heißt seine Leistungen und Berufserfahrung in Bezug auf Fachwissen, Funktion und Verantwortungsbereiche. Hier können Sie Stationen und auch einzelne Projekte hervorheben, die Sie besonders geprägt haben oder die – noch wichtiger – besonders relevant für den nächsten Job sind. So haben Sie die Chance, Ihren Lebenslauf für jede anvisierte Stelle individuell aufzubereiten und gezielt Aufmerksamkeit beim Personaler zu erzeugen. 

Bedenken Sie aber, dass der funktionale Lebenslauf weniger verbreitet ist wie der tabellarische, und in manchen Personalabteilungen eher ungewünscht ist. Bei der klaren Aufforderung in der Stellenanzeige, einen tabellarischen Lebenslauf einzureichen, schließt sich diese Form natürlich ebenfalls komplett aus. Wenn Sie den Adressaten allerdings bereits persönlich kennen, etwa durch ein Gespräch auf einer Messe,. können Sie es mit einem funktionalen Lebenslauf probieren. 

Ein guter Kompromiss zwischen beiden Formen ist es übrigens, wenn Sie in einem tabellarischen Lebenslauf Kenntnisse und Erfahrungen innerhalb der aufgelisteten beruflichen Stationen hervorheben, die auf die ausgeschriebene Stelle passen. So machen Sie Eindruck und vermeiden zusätzlich den Verdacht, dass Sie den gleichen Lebenslauf fließbandmäßig an mehrere Unternehmen senden. 

Chronologischer oder funktionaler Lebenslauf?

Bestandteile des Lebenslaufs

Persönliche Angaben

Informationen zur Person sind der Anfang eines jeden Lebenslaufs. Aber welche Informationen sind essenziell, und was ist überflüssig? In jedem Fall sollten Sie Ihre wichtigsten Eckdaten in den Lebenslauf schreiben, angefangen mit Ihrem vollständigen Namen. Zusätzliche Vornamen können Sie nennen, wenn Sie möchten – ein Muss ist es nicht, auch nicht, wenn es in Ihrem Personalausweis steht.

Auch Ihre vollständige Anschrift gehört in den Lebenslauf, ebenso wie eine Telefonnummer für Rückfragen oder die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Am sinnvollsten und mittlerweile auch überall akzeptiert ist die Handynummer. Und auch Ihre E-Mail-Adresse sollte in keinem Lebenslauf fehlen. Nutzen Sie hier möglichst eine E-Mail-Adresse, die aus Ihrem vollen Namen besteht  (die lustige schnucki123@malleparty.com sollten Sie wirklich nur für sehr private Zwecke verwenden). 

Ausdrücklich NICHT gefragt sind Angaben zum Familienstand, ob Sie Kinder oder Geschwister haben oder welcher Glaubensrichtung Sie angehören. Auch die Namen und Berufe Ihrer Eltern, früher oft genannt, tun nichts zur Sache. All das dürfen Sie natürlich nennen, wenn Sie möchten, aber entscheidend für den Erfolg Ihrer Bewerbung darf dies nicht sein.

Berufsstationen

Jetzt kommt der Hauptbestandteil des Lebenslaufs: Die Auflistung Ihrer bisherigen Arbeitgeber und Ihrer jeweiligen Position in dem Unternehmen. Diese Liste sollte sehr übersichtlich sein und lückenlos alle Stationen strukturiert aufzeigen. Lückenlos bedeutet hier nicht, Lücken im Lebenslauf zu verschweigen, sondern diese mit aufzulisten. Unser Ratgeber zum Thema Lücken im Lebenslauf gibt hierzu ausführliche Tipps. Die Liste Ihrer beruflichen Stationen können Sie mit „Beruflicher Werdegang“ betiteln.

Darunter sollten Sie in der Kurzversion dieser Tabelle in der linken von zwei Spalten die Zeitangaben (Monat und Jahr genügen, Jahre allein reichen nicht) aufführen. In die rechte Spalte kommt dann Ihre Position / Ihr Titel und der Namen des Unternehmens.

Möchten Sie ausführlichere Angaben machen, können Sie rechts Details über Ihre Rolle bei den jeweiligen Unternehmen ausführen. Auch für die oben bereits erwähnte Nennung besonderer Projekterfolge, Führungserfahrungen oder dem Erwerb von Fachwissen ist hier Platz. Werden Sie dabei nicht allzu ausschweifend, sondern schreiben Sie sachlich und prägnant. Im Anschreiben oder Motivationsschreiben haben Sie Gelegenheit, ausführlicher zu werden.

Übrigens: Bei einer langjährigen Karriere mit vielen Berufsstationen können Sie auch Ihre(n) ersten Arbeitgeber weglassen, wenn Sie mehr Platz brauchen. Stationen zwischendurch allerdings sollten Sie nicht auslassen, ebenso wenig längere Beschäftigungspausen ohne Begründung offenlassen. Wie Sie mit solchen Lücken im Lebenslauf am besten umgehen, haben wir in diesem Leitfaden zusammengefasst. 

Ausbildung

Hier können Sie sich eher knapphalten. Es reicht, wenn der höchste Schulabschluss und ein etwaiges Studium aufgeführt werden. Beginnen Sie mit der höchsten Qualifikation. Abi- und Studiums-Noten können Sie angeben, müssen es aber nicht. Wenn Ihre Abschlussarbeit besonders interessant für den potenziellen Arbeitgeber ist, sollten Sie den Titel der Arbeit nennen. Liegt die Uni-Zeit schon länger als zehn Jahre zurück, sollten Sie diese Informationen eher weglassen. 

Sonstige Qualifikationen

Dieser Abschnitt bietet sich an, um all das zu präsentieren, was neben Ihren bereits erwähnten Fähigkeiten für den angestrebten Job relevant sein könnte, zum Beispiel berufliche Auslandsaufenthalte, Zusatzausbildungen oder EDV- und Sprachkenntnisse. Bei diesen Angaben glauben manche Bewerber übrigens, ein wenig (oder auch mehr) schummeln und übertreiben zu können. Doch auch diese Angaben sind so rechtsverbindlich wie Eintragungen in Zeugnissen: Wer später im Job dabei erwischt wird, dass er überhaupt kein Spanisch beherrscht oder bestimmte Softwaretools noch nie benutzt hat, obwohl er es im Lebenslauf erwähnt hat, dem droht unter Umständen sogar die fristlose Kündigung.

Hobbys und Ehrenämter

Heutzutage ist es immer mehr Unternehmen wichtig, dass Sie nicht nur als Fachkraft, sondern auch als Mensch in die Firma passen. Gerade bei kleineren und mittelgroßen Unternehmen wird darauf geachtet, wie der oder die „Neue“ so tickt. 

Hobbys helfen dem Personaler dabei, über Ihre fachlichen Qualitäten und Ihre Motivation hinaus einen möglichst umfassenden Eindruck von Ihrer Persönlichkeit zu gewinnen. Wenn Ihre Hobbys dann noch zur Stellenausschreibung passen – super. Und vollends präsentieren Sie sich als attraktiver Kandidat, wenn Sie im Lebenslauf ehrenamtliche Engagements erwähnen. Weitere, ausführliche Tipps zum Thema „Hobbys im Lebenslauf?“ finden Sie in diesem Artikel.

Bewerbungsfoto

Der Lebenslauf hat sich als der Teil der Bewerbung etabliert, in dem auch ein Foto des Bewerbers Platz findet, zumeist in der oberen rechten oder linken Ecke. Und weil der erste Eindruck manchmal ungenau, aber doch wichtig ist, hier unser Tipp:  Investieren Sie bei der Fotoproduktion für Ihre Bewerbung ein wenig mehr Zeit (und vielleicht auch Geld), um sich von der Masse der 08/15-Bilder zu unterscheiden. Ein Starportrait mit künstlerischem Anspruch muss es nicht sein, ein bisschen schöner als das Portrait aus dem Fotofix-Automaten aber schon.

Bestandteile des Lebenslaufs

Einheitlicher Stil und ruhiges Layout

Machen Sie es sich nicht unnötig schwer: Unter den fast unzähligen Lebenslauf-Vorlagen, die es im Netz kostenlos gibt, ist garantiert auch eine, die zu Ihrer Bewerbung passt. Da es beim Lebenslauf vor allem auf saubere Gestaltung und Einheitlichkeit geht, müssen Sie auch nicht befürchten, dass Ihnen die Benutzung einer beliebten Vorlage negativ ausgelegt wird – anders als bei Muster-Anschreiben mit abgedroschenen Phrasen muss das Lebenslauf-Layout nicht selbst gestaltet sein. 

Achten Sie darauf, dass die gewählte Schriftart gut lesbar ist, vor allem am Bildschirm bei digitalen Bewerbungen. Arial und Georgia sind gut geeignete, schnörkellose Schriftarten. Die Schriftgröße und Zeilenabstände sollten lieber etwas größer gewählt werden. Natürlich muss die Schrift über den ganzen Lebenslauf hinweg einheitlich sein, und sich idealerweise auch im Anschreiben wiederfinden. Ein letzter, wichtiger Tipp: Personaler erhalten viele Bewerbungen. Mehr als zwei Seiten sollte deshalb auch der spannendste Lebenslauf nicht umfassen. 

Der letzte Schliff: Korrekturlesen

Wie bei allen anderen Bewerbungskomponenten sollten Sie auch hier das Vier-Augen-Prinzip beherzigen: Mindestens eine zweite Person muss Ihren Lebenslauf gegenlesen. Das hilft nicht nur, lästige (und mitunter verhängnisvolle) Flüchtigkeitsfehler in Rechtschreibung und Stil auszumerzen, sondern auch, um ein Urteil über den Gesamteindruck, den Sie abgeben, zu bekommen. Sind die Schwerpunkte und Hervorhebungen richtig gesetzt? Die Qualifikationen und Erfolge selbstbewusst, aber nicht zu prahlerisch präsentiert?  

Mehr Tipps, wie Sie nicht nur einen perfekten Lebenslauf schreiben, sondern eine komplette Bewerbung verfassen können, finden Sie in unserem umfangreichen Bewerbungs-Guide

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