Hobbys im Lebenslauf – ja oder nein?

Hobbys im Lebenslauf ja oder nein

Gehören Hobbys und andere außerberufliche Aktivitäten in eine Bewerbung? Aber sicher doch – wenn man einige wichtige Dinge beachtet.

Sind Hobbys im Lebenslauf eine gute Idee?

Heutzutage ist es Unternehmen wichtig, dass Sie nicht nur als Fachkraft, sondern auch als Mensch in die Firma passen. Gerade bei kleineren und mittelgroßen Unternehmen wird darauf geachtet, wie der oder die „Neue“ so tickt. Umso wichtiger werden daher die Eigenschaften, die Sie neben Ihren fachlichen Qualifikationen aufweisen können. 

Und das sind, neben dem persönlichen Eindruck, den Sie in Vorstellungsgesprächen und Assessmentcentern hinterlassen, eben auch die Angaben zu Hobbys und Engagements. Erst so ergibt sich für Ihr Wunschunternehmen ein ganzheitliches Bild, das es ermöglicht, Sie fair und umfassend zu beurteilen.

Wo sollte man Hobbys in einer Bewerbung erwähnen?

Der Lebenslauf bietet Bewerbern die Möglichkeit, sich vorzustellen – und zwar nicht nur beruflich, sondern auch menschlich. Hobbys sind also am besten im Lebenslauf aufgehoben. Da diese jedoch nur ein Zusatz sind, sollten sie hinter beruflicher Laufbahn, Ausbildung und Fähigkeiten genannt werden. Tipp: Überschriften wie "Interessen" oder "Engagement" wirken seriöser als das Wort "Hobbys". Hobbies ist übrigens die englische Schreibweise, auf deutsch sollte es immer Hobbys heißen. 

Wenn ein Hobby oder ein Engagement direkt etwas mit der ausgeschriebenen Position zu tun hat, können Sie es auch ohne Probleme im Anschreiben erwähnen.

Welche Hobbys kommen bei Personalverantwortlichen gut an?

Die meistgenannten Hobbys kommen – wenig überraschend – aus dem Sportbereich. Wenn Sie nicht gerade eine Extremsportart ausüben, die bei einem Personalverantwortlichen Angst um mögliche Verletzungsausfälle hervorruft, sind Sie mit sportlichen Hobbys auf der sicheren Seite. Sportarten wie Fußball, Volleyball oder Hockey werden immer noch als Ausweis für besondere Teamfähigkeit gesehen. Umgekehrt stehen Golf und Tennis jedoch nicht mehr im Verdacht, nur elitäre Einzelgänger anzuziehen.

Auch Sportarten wie Laufen, Schwimmen und Fitness kommen in der Regel gut an, allerdings sollten Sie zumindest in der Bewerbung vermeiden, stolz darauf hinzuweisen, dass Sie im vergangenen Jahr 25 Marathons gelaufen sind, oder gerade für den Iron Man trainieren. Traurig, aber wahr: Solche Leistungen lösen bei manchen Personalchefs die – meistens unberechtigte – Angst aus, dass Ihr Fokus nicht auf dem Job liegen könnte.

Auch beliebt sind Hobbys wie Kochen oder Lesen, hier ist die Chance ebenso wie bei populären Sportarten groß, gleich ein Smalltalk-Thema für das Vorstellungsgespräch zu haben. Allerdings sollte man darauf vorbereitet sein, über das Lieblingsrezept oder die aktuelle Buchlektüre auch kundig plaudern zu können, siehe auch der Punkt „Ehrlichkeit“ weiter unten.

Übrigens: Manche Bewerbungsratgeber warnen noch immer davor, „Lesen“ als Hobby anzugeben, weil dies entweder als „langweilig“ oder „selbstverständlich“ abgetan werden könnte. Doch in Zeiten von Wissensgesellschaft und hektischem Medienkonsum kann man sich gerade damit abheben, Dingen mit Ruhe und Gelassenheit auf den Grund zu gehen.

Apropos New Media: Sie müssen nicht gleich einen eigenen Blog über die Branche Ihres Lieblingsunternehmens betreiben, aber Offenheit gegenüber den modernen Medien kommt gut an - ob es nun die Webseiten-Betreuung für Ihren Sportverein ist, oder der eigene Youtube- oder Instagram-Account für Ihre Fotos und Videos.  

Wer allerdings angibt, ein „leidenschaftlicher Twitterer“ zu sein, läuft Gefahr, dass man befürchtet, den Mitarbeiter auch während der Arbeitszeit an das Hobby zu verlieren. Zudem sind viele Unternehmen noch sehr ängstlich, dass Mitarbeiter berufliche Interna in den Sozialen Medien verbreiten.  

Ehrenamtliches Engagement zahlt sich auch beruflich aus

Hobbys helfen dem Personaler dabei, über Ihre fachlichen Qualitäten und Ihre Motivation hinaus einen möglichst umfassenden – und natürlich positiven – Eindruck von Ihrer Persönlichkeit zu gewinnen. Noch besser dafür geeignet, sich mit außerberuflichen Tätigkeiten als attraktiver Kandidat zu präsentieren, sind ehrenamtliche Engagements im Lebenslauf.

Denn die meisten Unternehmen schätzen es, wenn sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die gute Sache einsetzen. Nicht nur, weil Hilfsbereitschaft und Zielstrebigkeit oft auf den Charakter eines Menschen schließen lassen und Sie freiwillig anderen Menschen helfen. Auch Firmen wissen, dass Ehrenamtliche bei ihrem Engagement Eigenschaften und Fähigkeiten beweisen und trainieren, von denen der Arbeitgeber profitiert. 

Ob es nun darum geht, Projekte zu planen, Events zu organisieren, Teams zusammenzustellen und zu führen – all dies ist auch im Berufsleben gefragt und erhöht gerade bei jüngeren Bewerbern ohne große Berufserfahrung die Chancen, den angestrebten Job zu bekommen. Umso mehr, wenn das Engagement in einem Bereich stattfindet, der für die Firma und Ihre Produkte ebenfalls von Bedeutung ist. Ein Beispiel: Wer sich für die neue Nachhaltigkeitsabteilung eines DAX-Konzerns interessiert, könnte mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit bei der lokalen Umweltschutzgruppe punkten.

Bleiben Sie auch bei Hobbys und Ehrenämtern ehrlich

Sie sehen, auch mit außerberuflichen Fähigkeiten können Sie bei einer Bewerbung einen entscheidenden Vorteil erzielen. Den dafür erforderlichen Platz sollten Sie also auch bei einem knapp gehaltenen Lebenslauf und Anschreiben investieren.

Doch auch wenn die Versuchung groß ist, gerade in diesem „Soft Skill“-Bereich mit Fähigkeiten und Erfahrungen zu prahlen, die man gar nicht hat - widerstehen Sie dieser Versuchung. 

Schließlich kann alles, was in Ihrem Lebenslauf steht, auch im Bewerbungsgespräch zur Sprache kommen. Erst recht, wenn Ihr Hobby oder Ehrenamt besonders interessant für den Personaler ist oder gar relevant für die Entscheidung über die Jobvergabe. Und im Gegensatz zu Schummeleien bei fachlichen Angaben, die sich oft erst – allerdings dann mit bitteren Folgen – im Arbeitsalltag zeigen, werden Täuschungen in diesen privaten Punkten oft schon im ersten Gespräch entlarvt. Ehrlich bleiben lohnt sich also. 

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