Bewerbung schreiben – so geht´s

Bewerbung schreiben: so geht's

Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse – das Zusammenstellen einer Bewerbung wirkt vor allem auf Berufsanfänger wie eine Mammutaufgabe. Dieser Ratgeber führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess und gibt Tipps und Tricks zu allem, was zu einer Bewerbung dazugehört.

 

Gründliche Vorbereitung

Bevor Sie sich daran machen, alle wichtigen Unterlagen und Dokumente zusammenzustellen: Recherchieren Sie Informationen über den Arbeitgeber und den ausgeschriebenen Job, ob bei Google oder der Webseite der Firma. Vielleicht finden Sie auch weitere Infos zum Unternehmen auf einem Bewertungsportal oder es gibt in Ihrem Freundeskreis jemanden, der jemanden dort kennt. Jede zusätzliche Information über den potenziellen Arbeitgeber wird Ihnen helfen, eine bessere Bewerbung schreiben zu können.

Suchen Sie sich aus der großen Auswahl im Netz in Ruhe eine Vorlage für den Lebenslauf und eine Schriftart, die Ihnen gefällt. Achten Sie auf Einheitlichkeit in Stil, Layout und Abmessungen (Kopf- und Fußzeilen) über alle Seiten hinweg. Beim Kopieren oder Scannen wichtiger Unterlagen wie Zeugnisse und Empfehlungsschreiben sollten Sie auch kleine Details bedenken: Scans haben oft ein zu großes Datenvolumen, um als Email-Anhang oder per Upload-Funktion akzeptiert zu werden, reduzieren Sie also die Dateigröße. Ebenso geraten Scans leicht schief oder abgeschnitten, wenn man eine der beliebten Apps für das Smartphone nutzt. Investieren Sie lieber ein paar Cent für einen professionellen Scan im Copy-Shop. 

Und für die folgenden Punkte gilt: Auch wenn im Bewerbungsprozess heute – zum Glück – einiges lockerer und weniger formell geworden ist, gibt es doch noch ein paar Standards, die man unbedingt beachten sollte. 

Aufbau der Bewerbung

Ob als Papierversion in einer klassischen Bewerbungsmappe oder digitalisiert in einer Zip-Datei – Ihre Bewerbungsunterlagen sollten übersichtlich, klar benannt und geordnet sein, damit der Personaler möglichst wenig Zeit bei der ersten Durchsicht verliert. Chaotisch zusammengewürfelte Bewerbungsdokumente hinterlassen beim Arbeitgeber sofort einen schlechten Eindruck.

Öffnet der Personaler also die Bewerbungsmappe oder die Mail, sollte er bei einer Standardbewerbung auf folgende Dokumente in dieser Reihenfolge treffen:

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse
  • Referenzen, Zertifikate, Arbeitsproben (wenn vom Arbeitgeber angefordert) 
Aufbau der Bewerbung

Regeln für ein gutes Anschreiben (Motivationsschreiben)

Wie schon erwähnt ist es ratsam, sich möglichst genau über den möglichen Arbeitgeber und die ausgeschriebene Stelle zu informieren. Besonders im Anschreiben – gemeinsam mit dem Lebenslauf dem wichtigsten Teil Ihrer Bewerbung – können Sie dann damit punkten, mit der Tätigkeit und den Zielen des Unternehmens vertraut zu sein. Je mehr Sie über das Unternehmen wissen, desto fundierter können Sie außerdem begründen, warum Sie bei genau diesem Unternehmen arbeiten möchten. 

Wichtig dabei ist, dass sich das Anschreiben nicht einfach mit den Angaben im Lebenslauf doppelt – also bitte nicht den CV in erzählender Form wiederholen (was leider oft passiert). Vielmehr bietet das Anschreiben Raum für alle anderen relevanten Informationen. Dazu gehört etwa die Motivation des Bewerbers und eine Begründung, was genau Sie für die Stelle qualifiziert. 

Das Bewerbungsschreiben ist in seiner inhaltlichen Gestaltung relativ frei, darum bietet es die Möglichkeit, sich kreativ und interessant beim Personaler vorzustellen.  Sie sollten den Leser neugierig darauf machen, wer die Person hinter dem Schreiben der Bewerbung ist. Dabei können Sie selbstbewusst und pointiert über sich berichten, aber bitte nicht übertreiben. Und auch mit der Länge sollten Sie sich zurückhalten: Mehr als eine Seite kommt in den meisten Fällen nicht gut an, und ist selbstkritisch betrachtet auch meistens nicht nötig.

Während Ihnen beim Inhalt Ihres Bewerbungsschreibens viele Freiheiten zustehen, ist dessen formaler Aufbau klar geregelt. Ein wild zwischen den Themen wechselnder Brief verwirrt den Leser, der Sie nicht kennt, immens und wird sehr schnell aussortiert. Für eine überzeugende Bewerbung ist zu Beispiel das AIDA-Prinzip hilfreich. Es steht für Attention, Interest, Desire und Action und stammt eigentlich aus dem Werbe- und Marketingbereich. Übersetzt auf das Anschreiben bedeutet es, dass Sie zunächst (also in den ersten Sätzen) Aufmerksamkeit und Interesse an Ihrer Person wecken wollen, um den Leser zu motivieren, mehr über Sie zu erfahren. Bis am Ende des Schreibens der Wunsch bei ihm entsteht, Sie zum Vorstellungsgespräch einzuladen.

Exkurs: In letzter Zeit kommt mit dem Motivationsschreiben eine etwas geänderte, weitergehende Variante des „normalen“ Anschreibens in Mode. Hier haben Sie die Gelegenheit, sich selbst, Ihre Beweggründe für die Bewerbung und ihre Qualifikationen für den Job noch ausführlicher darzustellen, vielleicht sogar schon erste Ideen für den Job aufzuzeigen – also der zukünftigen Stelle mehr Platz einzuräumen, als über Ihre Vergangenheit zu berichten.

Bitte beachten Sie aber auch hierbei, dass die Länge des Motivationsschreibens ebenfalls nicht eine Seite übersteigen sollte, keine großen Dopplungen mit dem Lebenslauf enthalten darf – und das Anschreiben dann mehr zu einer Art Deckblatt der Bewerbung wird. 

Haben Sie alle genannten Punkte untergebracht, fehlt nur noch Ihre Unterschrift am Ende und das Datum, an dem die Bewerbung verschickt wird, zu Anfang des Schreibens.

Regeln für ein gutes Anschreiben (Motivationsschreiben)

Lebenslauf – klar und kompakt

Für viele Personalverantwortliche ist der Lebenslauf noch vor dem Anschreiben das wichtigste Dokument einer Bewerbung. Er enthält sämtliche relevanten Informationen über die beruflichen Stationen und die Ausbildung eines Bewerbers. Obwohl der tabellarische Lebenslauf es erlaubt, eine Menge Informationen auf sehr engem Raum (aber bitte nicht mehr als zwei Seiten) unterzubringen, müssen nicht zwingend alle Abschnitte der beruflichen Karriere aufgeführt sein, das betrifft vor allem erste Stationen. Allzu große Lücken ohne Begründung sollten Sie allerdings vermeiden.

Zunächst sollten Sie alle wichtigen Angaben zu Ihrer Person auflisten. Dazu gehören der komplette Name, das Geburtsdatum und der Geburtsort sowie die vollständige Anschrift, die Telefonnummer, die E-Mail-Adresse und das Bewerbungsfoto.

Danach kommen – in umgekehrt chronologischer Reihenfolge - die Berufsstationen. Hier listen Sie auf, welche Ausbildung Sie absolviert und in welchen Jobs Sie schon gearbeitet haben. Verwenden Sie dabei stets die genauen Bezeichnungen für den Arbeitgeber und die Position der jeweiligen Stellen. Zu allen Etappen muss stets der korrekte Zeitraum eingetragen werden.

Nach den Arbeitsstationen können Sie Ihre besonderen Kenntnisse aufführen. Werden Sie dabei nicht allzu kleinteilig, der Volkshochschulkurs Italienisch hilft Ihnen im Normalfall nicht viel weiter. Wertvoller können Hobbys oder Ehrenämter sein, wenn sie eine Verbindung zum ausgeschriebenen Job haben

Extra-Tipp: Nutzen Sie passende Stationen im Lebenslauf, um schon hier gezielt auf besondere Fähigkeiten und Erfahrungen hinzuweisen, die gut auf die ausgeschriebene Stelle passen. Beispiel: Wenn zumindest ein Teil Ihres Jobs bei einem früheren Arbeitgeber die Mitarbeit im Projektmanagement war, sollten Sie das auch in der Lebenslauf-Station besonders hervorheben, wenn Sie sich auf eine klassische Projektmanagement-Stelle bewerben. 

Aktuelle und aussagekräftige Zeugnisse

Aktuelle Arbeitszeugnisse, egal ob zum Abschluss einer Beschäftigung oder als Zwischenzeugnis vom aktuellen Arbeitgeber, sollten in jedem Fall beigefügt werden. Wird ein relevantes Zeugnis ausgelassen, weckt das beim Personaler Misstrauen. Deshalb sollten Sie auch ein Zeugnis, das nicht so gut ausgefallen ist, in der Bewerbung aufführen – ein fehlendes Zeugnis hat oft einen noch negativeren Effekt. 

Und auch wenn die Versuchung groß ist, auch noch das tolle Praktikumszeugnis von vor acht Jahren mit aufzulisten: Mehr als drei Zeugnisse sollten nicht in der Bewerbung enthalten sein, um den Umfang nicht zu groß werden zu lassen. Aktuelle Zeugnisse sind dabei zu bevorzugen. Wichtig: Wenn es um Ihren Bildungsweg geht, sollte stets der höchste Abschluss nachgewiesen werden, nicht mehr. Ihr Abiturzeugnis ist irrelevant, wenn Sie ein Bachelor- oder Master-Zeugnis haben.

Aktuelle und aussagekräftige Zeugnisse

Empfehlungsschreiben oder Referenzschreiben?

Arbeitszeugnisse sind, auch wenn sie sehr positiv ausfallen, meist eher allgemein formuliert. Dagegen wird in einem Empfehlungsschreiben ein persönlicher Eindruck vom Bewerber wiedergegeben und seine Qualitäten und Vorzüge bestätigt, oft gerade auch im Hinblick auf die zu besetzende Position. Dadurch können sich die Chancen des Jobkandidaten erheblich erhöhen.  Obwohl es kein Muss für eine Bewerbung ist, sollten Sie versuchen, ein solches Schreiben beizulegen.

Das Empfehlungsschreiben wird im Normalfall von einem ehemaligen Chef, dem Personalverantwortlichen der Firma oder einem Professor ausgestellt, also einer Person, die eine relativ hohe Position in der früheren oder aktuellen Station des Kandidaten innehat. Empfehlungen von Abteilungsleitern o.ä. sind für den Personaler meistens nicht so überzeugend. Die Position des Empfehlungsgebers und seine Kontaktdaten (für Nachfragen) sollte deshalb auch eindeutig aus dem Schreiben hervorgehen.

Das Empfehlungsschreiben sollte – in der Ich-Form - sehr persönlich und individuell geschrieben sein. Dabei muss aber stets der Bewerber und seine Arbeitsweise im Mittelpunkt stehen, nicht etwa das Unternehmen oder ein spezielles Projekt. Auch hier sollte das Schreiben nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein.

Im Gegensatz zum Empfehlungsschreiben, das sich üblicherweise an eine bestimmte Person (oder einen bestimmten Arbeitgeber) richtet, sind sogenannte Referenzschreiben genereller verfasst. Sie beziehen sich inhaltlich vor allem auf eine frühere Tätigkeit des Bewerbers und haben durch ihre allgemeinere Formulierung den Vorteil, für verschiedene Bewerbungen genutzt werden zu können, da sie nicht an eine bestimmte Person gerichtet sind. 

Empfehlungsschreiben oder Referenzschreiben?

Das Bewerbungsfoto

Kompetent, sympathisch, professionell – das sind die bekannten Kriterien für ein gelungenes Bewerbungsfoto. Nur... wie soll man das alles in einem Bild festhalten? Die Folgen davon sind oft steife Posen, gezwungenes Lächeln und eine perfekte, aber lieblose Ausleuchtung im Fotostudio nebenan. 

Denken Sie daran, dass ein Bild häufig mehr sagt als viele Worte und der erste Eindruck tatsächlich oft der entscheidende ist. Investieren Sie deshalb bei der Fotoproduktion für Ihre Bewerbung ein wenig mehr Zeit (und vielleicht auch Geld), um sich von der Masse der 08/15-Bildern zu unterscheiden: ein interessanter, natürlicher Hintergrund ist besser als eine Leinwand, ein offener Hemdkragen authentischer als die Krawatte, die sonst nie benutzt wird. Hauptsache SIE erkennen sich auf dem Bild wieder. Aber auch hier gilt es, nicht zu übertreiben. Das lustige Foto vom Strandurlaub ist sicherlich auch nicht die beste Wahl.

Die Schlusskorrektur – jetzt nochmal volle Konzentration

Wissen Sie, welcher Grund schon seit Jahren unter den Top 3 der Ablehnungsgründe für Bewerber ist? Personaler sortieren Bewerbungen mit (zu) vielen Rechtschreib- und Grammatikfehlern gnadenlos aus – und wie viele Fehler zu viel sind, bestimmt jeder Recruiter selber, bei manchem reichen da einer oder zwei.

Die Schlusskorrektur ist also ein ganz entscheidender Schritt beim Verfassen einer Bewerbung. 

Verlassen Sie sich dabei nicht allein auf sich selbst oder die Fehlerkorrektur Ihres Schreibprogramms: Wenn Sie die Chance haben, Ihre Unterlagen anderen Menschen zum Check vorzulegen, sollten Sie das auf jeden Fall tun. Sie werden staunen, wie oft ein Zweitleser noch Fehler in Dokumenten findet, die Sie selbst ein Dutzend Mal gelesen haben. 

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Haben Sie all diese Punkte beachtet, steht dem Abschicken der Bewerbung eigentlich nichts mehr im Wege. Sie sind noch immer nicht ganz zufrieden mit Ihrer Bewerbung? Dann könnten diese Artikel weiterhelfen:

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