Sprachkenntnisse im Lebenslauf richtig angeben

Sprachkenntnisse im Lebenslauf richtig angeben

Glassdoor Team

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Glassdoor Team | Autor & Karriere-Experte bei Glassdoor | 21. Jan. 2022

Da internationale Unternehmen heutzutage so gut wie Standard sind, spielen bei Ihrer Bewerbung Ihre Sprachkenntnisse im Lebenslauf eine besonders wichtige Rolle. Bevor Arbeitgeber Ihr Anschreiben durchlesen, begutachten sie nämlich erst Ihren Lebenslauf und Ihre dort aufgelisteten Kompetenzen, um zu entscheiden, ob Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Im Folgenden erklären wir sowohl, wie Sie die Angaben zu Ihren Sprachkompetenzen richtig gestalten können, als auch, was genau Sie beachten sollten, um die Erfolgschancen Ihrer Bewerbungen zu erhöhen.

Sprachkenntnisse im Lebenslauf angeben - so geht's

Ein Lebenslauf umfasst am besten eine einzige DIN A4 Seite. Je nach Ausschreibung kann es jedoch sein, dass Sie mehr Qualifikationen angeben müssen als auf eine Seite passen würden. Wenn Sie wirklich nur relevante Angaben machen, dann sind zwei DIN A4 Seiten das empfohlene Maximum. Arbeitgeber brauchen nicht von all Ihren Kompetenzen zu erfahren, sondern nur von denjenigen, die für die ausgeschriebene Stelle erforderlich sind. Deswegen sollten Sie sich selbst stets bei der Erstellung Ihres Lebenslaufs fragen, ob die jeweiligen Angaben wirklich nötig sind. Das gilt auch für Sprachkenntnisse. Abhängig von der Ausschreibung sollten Sie immer abwägen, welche Sprachen Sie angeben.

Da die meisten Unternehmen heutzutage international tätig sind und entweder verschiedene Sitze im Ausland haben oder Kund:innen aus anderen Ländern bedienen, ist Englisch eine Grundvoraussetzung für viele Stellen. Zumeist verlangen Arbeitgeber dabei ein relativ hohes Niveau. Somit sollten Sie Ihre Englischkenntnisse immer aufführen und zudem in die Weiterbildung Ihrer Fähigkeit Englisch zu sprechen und zu schreiben investieren. Folgende Tipps sollten Sie bei der Angabe Ihrer Sprachkenntnisse beachten:

  • Weisen Sie Ihre Kenntnisse in der Landessprache nach: Wenn Sie sich um eine Stelle im Ausland bewerben, sollten Sie angeben, inwieweit Sie die dort gesprochene Sprache beherrschen — sowie die Sprache angrenzender Länder. Stellen Sie also sicher, dass Sie sich frühzeitig um etwaige Nachweise kümmern.
  • Geben Sie auch Ihre Muttersprache an: Unabhängig von der Landessprache geben Sie auch immer Ihre Muttersprache an. Da die Bevölkerung immer internationaler wird, gehen Unternehmen nämlich nicht mehr davon aus, dass Sie in beispielsweise Deutschland auch Deutsch auf muttersprachlichem Niveau sprechen.
  • Legen Sie den Fokus auf Ihre besten Sprachkenntnisse: Sie sollten sich auf diejenigen Sprachen konzentrieren, die Sie am besten beherrschen. Sprechen Sie hingegen nur Deutsch und Englisch auf einem höheren Niveau, sollten Sie für einen besseren Eindruck auch Basiskenntnisse in Ihren Lebenslauf aufnehmen.
  • Achten Sie auf die Stellen-Relevanz: Am wichtigsten für die Entscheidung, welche Sprachkenntnisse Sie erwähnen sollten, ist die Relevanz für die Stelle. Bewerben Sie sich etwa um eine Stelle in Spanien, dann sind Ihre Spanisch- und Englischkenntnisse wichtig — Kenntnisse in Dänisch hingegen eher nicht.

Nachweise für Sprachkenntnisse

In der Regel reicht es, Ihre Sprachkenntnisse ohne Nachweis anzugeben, da die Arbeitgeber während des Vorstellungsgesprächs Ihre Kompetenzen überprüfen können. Falls Sie jedoch Zertifikate oder Urkunden besitzen, die Ihre Teilnahme an einer Einstufungsprüfung bescheinigen, sollten Sie diese Ihrer Bewerbungsmappe beilegen. Dies macht einen guten Eindruck auf die Arbeitgeber. Beliebte Sprachtests sind unter anderem:

  • TOEFL-Test oder Cambridge-Zertifikat für Englisch
  • Goethe-Zertifikat oder Test DaF für Deutsch
  • DELF/DALF für Französisch

Der richtige Platz für Ihre Sprachkenntnisse

Sprachkenntnisse gehören zu Ihren Hard Skills. Sie können diese Kompetenzen entweder gemeinsam mit anderen Fähigkeiten unter Weitere Qualifikationen auflisten oder je Kategorie eine eigenständige Überschrift wählen. Insbesondere wenn Sie verschiedene Arten von Hard Skills angeben möchten, sollten Sie für eine gute Übersicht lieber jede Kategorie in einem eigenen Block darstellen. Die Angaben zu Ihren Sprachkenntnissen sollten dabei nach Ihren persönlichen Daten, Ihrem beruflichen Werdegang und Ihrer Ausbildung stehen. Sie können selber entscheiden, ob Sie Ihre sprachlichen Fertigkeiten als erstes Hard Skill oder nach beispielsweise Ihren EDV-Kenntnissen angeben. Am besten sortieren Sie die Kompetenzen je nach ihrer Relevanz für die ausgeschriebene Stelle.

Ihr Lebenslauf muss gut strukturiert sein, sodass Arbeitgeber die für die Stelle wichtigsten Kompetenzen ohne Umstände einsehen können. Sie können als Überschrift für Ihre sprachlichen Fähigkeiten beispielsweise Sprachkenntnisse oder Sprachliche Kompetenzen wählen. Unter der von Ihnen gewählten Unterschrift sollten Sie dann für jede Sprache eine neue Zeile beginnen und das Ihnen entsprechendes Niveau hinter die jeweilige Sprache setzen. Ihr Kenntnisstand über die Sprachen ist dabei ebenso wichtig wie die eigentliche Angabe der Sprache. Sie geben den Arbeitgeber damit wichtige Informationen, inwieweit Sie die jeweilige Sprache verwenden und wie Sie im Unternehmen eingesetzt werden können. 

Erklärung der verschiedenen Niveaus

Auch wenn Ihre Selbsteinschätzung für die Angabe Ihrer Sprachkenntnisse wichtig ist, sollten Sie sich an dem Standard für die Kategorisierung von Sprachniveaus orientieren. Wenn Sie über ein Sprachzertifikat verfügen, finden Sie auf diesem zumeist die Stufe, auf der Sie eine Sprache beherrschen. Diese sind zumeist nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) definiert. Die Stufen des GER haben dabei den Vorteil, dass sie international anerkannt sind und keine Missverständnisse über Ihre Kompetenzen entstehen können. Es wird dabei zwischen drei Hauptniveaus unterschieden:

  1. Niveau A: Elementare Sprachverwendung
  2. Niveau B: Selbstständige Sprachverwendung
  3. Niveau C: Kompetente Sprachverwendung

Diese Niveaus werden im GER-System dann noch weiter aufgeteilt, um die entsprechenden Kompetenzen genauer darstellen zu können. Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen wird zudem auch von Schulen verwendet. So finden Sie zumeist auf der letzten Seite Ihres Abschlusszeugnisses Ihr erreichtes Sprachniveau. In einigen Fällen werden auf den Zertifikaten der Sprachtests auch verschiedene Angaben zu Ihren Fähigkeiten in Wort und Schrift gemacht. So können sich Ihre Sprechfähigkeit und Ihr Hörverständnis auf Niveau C bewegen, Ihre schriftliche Kompetenz wird hingegen Niveau B zugeordnet. Folgende Stufen werden innerhalb der Niveaus unterschieden:

  • A1 - Anfänger: Sie verstehen Ihre Gesprächspartner:innen, wenn diese langsam und deutlich sprechen und können selber Sätze mit einfachen Alltagsausdrücken bilden.
  • A2 - Grundlegende Kenntnisse: Sie können sich in Alltagssituationen verständigen und kennen die wichtigsten Vokabeln.
  • B1 - Fortgeschrittene Sprachverwendung: Sie sprechen die Sprache auf fortgeschrittenem Niveau und können mit Muttersprachlern über Ihnen bekannte Themen sprechen.
  • B2 - Selbstständige Sprachverwendung: Sie beherrschen die Sprache fließend und können sich unabhängig vom Thema verständigen. Sie verstehen komplexe Inhalte und können spontane Unterhaltungen führen.
  • C1 - Fachkundige Sprachkenntnisse: Sie sind in der Lage fließend zu sprechen und können auch in spontanen Unterhaltungen detaillierte Angaben machen. Zudem verstehen Sie auch implizierte Bedeutungen und haben auch fachspezifisches Vokabular.
  • C2 - Annähernd muttersprachliche Kenntnisse: Ihre Sprachkenntnis ähnelt dem von Muttersprachlern. Sie drücken sich exzellent aus, bilden nuancierte Sätze und sprechen ohne nachzudenken.

Die Alternative für die Angabe Ihres Niveaus

Wird in Ihren Kursbescheinigungen Ihr Sprachniveau nicht nach dem GER angegeben, können Sie stattdessen eine alternative Darstellung wählen. Hierbei müssen Sie sich selber einschätzen und darauf achten, realistisch zu bleiben. Geben Sie Ihr Niveau wahrheitsgemäß an, da die Personaler:innen Ihre Kenntnisse meist testen werden. Folgende Niveaus werden typischerweise verwendet:

  • Grundkenntnisse: Sie kennen das Grundvokabular und können einfache Sätze bilden. Lange Unterhaltungen können Sie noch nicht führen.
  • Gute Kenntnisse: Sie können einfache Texte verfassen und kennen weiterführendes Vokabular. Ihr Sprachgebrauch ist noch unsicher.
  • Sehr gute Kenntnisse: Einfache Unterhaltungen sind kein Problem für Sie. Sie können fehlerfreie Texte verfassen und sich über komplexere Themen austauschen.
  • Fließender Sprachgebrauch: Sie können sich mündlich und schriftlich fließend und fehlerfrei ausdrücken. Auch längere Unterhaltungen sind kein Problem mehr für Sie.
  • Verhandlungssicher: Sie kennen Fachvokabular und verstehen auch Nuancen der Sprache. Sie können sich gut austauschen und auf das Gesagt eingehen.
  • Muttersprachliches Niveau: Sie denken in der Sprache und kennen die meisten Vokabeln. Professionelle Texte zu verfassen ist leicht und Unterhaltungen auf der Fremdsprache sind natürlich für Sie.
  • Muttersprache: Sie haben die Sprache in Ihrer Kindheit gelernt. Zumeist haben Sie nur eine Muttersprache, sollten Sie jedoch zweisprachig erzogen worden sein, können Sie dann auch zwei Muttersprachen angeben.
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