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Gehaltsverhandlung: Tipps für den Erfolg

Gepostet von Glassdoor-Team

Karriere-Experte

Letzte Aktualisierung 7. Juni 2022

Ratgeberübersicht

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung?In welchen Abständen sollte ich mit meinem Arbeitgeber über das Gehalt verhandeln? Wie viel sollte ich verlangen?Vorbereitung des Gehaltsverhandlungsgesprächs – mit Argumenten punkten3 weitere Tipps für die Vorbereitung Ihrer GehaltsverhandlungSchritt für Schritt – der Ablauf der GehaltsverhandlungDiese Fragen sollten Sie nach dem ersten Angebot klärenDie Gehaltsverhandlung beim VorstellungsgesprächFazit: Mehr Erfolg bei der Gehaltsverhandlung durch Vorbereitung und die Wahl des richtigen Zeitpunkts

Ratgeberübersicht

Was sind die Grundlagen einer Gehaltsverhandlung, und wie führt man diese erfolgreich? Mit Es gibt verschiedene Gründe für eine Gehaltsverhandlung. Im Vorstellungsgespräch, bei einer Beförderung oder im normalen Arbeitsalltag. Was sind die Grundlagen einer Gehaltsverhandlung – und wie führt man diese erfolgreich? Mit unseren Tipps gehen Sie perfekt vorbereitet in Ihr Gespräch.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung?

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Gehalt zu niedrig ist, ist dies Grund genug, das Gespräch mit Ihrem Chef oder Ihrer Chefin zu suchen. Jedoch sollten Sie sich genau überlegen, wann Sie eine Gehaltsverhandlung ansprechen. Behalten Sie dafür folgende Tipps im Hinterkopf.

Allgemeine Gründe für eine Gehaltsverhandlung:

  • Neuer Job: Wenn Sie sich auf einen neuen Job bewerben, werden Sie nach Ihren Gehaltsvorstellungen gefragt.
  • Beförderung: Wenn Sie eine neue Funktion in Ihrem Unternehmen antreten, dann ist das eine gute Gelegenheit für Gehaltsverhandlungen.
  • Gute Leistungen: Ein optimaler Zeitpunkt, um das Thema einer Erhöhung anzusprechen, ist zum Beispiel, nachdem Sie Ihre:n Vorgesetzte:n mit Ihrer Leistung beeindruckt haben.

Sie sollten jedoch davon absehen, eine Gehaltsverhandlung nach der Probezeit anzustreben. Nur weil Sie Ihre Probezeit erfolgreich absolviert haben, ist das kein Grund für mehr Gehalt.

Der richtige Zeitpunkt, um eine Gehaltserhöhung anzusprechen

Den Zeitpunkt für das Ansprechen sollten Sie ebenfalls gut wählen, um Ihre Erfolgschancen zu steigern. Verschiedene Gegebenheiten können sich positiv auswirken, sie sind allerdings keine Garantie. Dazu zählen:

  • Dem Unternehmen geht es gerade gut: Wenn Ihre Firma wirtschaftlich erfolgreich ist, stehen die Chancen auf eine Gehaltserhöhung besser. Anders sieht das aus, wenn das Unternehmen gerade rote Zahlen schreibt.
  • Gut gelaunte:r Chef oder Chefin: Ist Ihr Chef oder Ihre Chefin gut gelaunt, kann es sein, dass die Person einer Gehaltserhöhung offener gegenübersteht.
  • Anfang des Jahres: Dann wird meist das Budget geplant – und die Chance ist höher, dass noch nicht alles verbraucht ist. Das gilt nicht nur kalendarisch, sondern auch für das Firmenjahr.
  • Wochenmitte: Sie werden es sicher kennen. Am Wochenanfang sind Sie noch nicht ganz aus dem Wochenende wieder da und am Freitag sehnen Sie die freien Tage herbei. Ihrem Chef oder Ihrer Chefin geht es ähnlich, deswegen sollten Sie diese Momente eher meiden.

In welchen Abständen sollte ich mit meinem Arbeitgeber über das Gehalt verhandeln?

Allgemein gilt: Sie sollten eine erneute Gehaltsverhandlung frühestens nach einem Jahr bei Ihrem Chef oder Ihrer Chefin ansprechen – und diesen Zeitraum auch mindestens zwischen zwei Erhöhungen vergehen lassen.

Wie viel sollte ich verlangen?

Es gibt verschiedene Richtwerte, um vor einer Gehaltsverhandlung festzulegen, wie viel mehr Sie verlangen können. Unsere Tipps helfen Ihnen dabei, auf einen realistischen Betrag zu kommen.

Tipp 1: Recherche für das Gehalt heranziehen

Zunächst sollten Sie sich daran orientieren, was in Ihrem Job üblich ist. Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie hoch das Durchschnittsgehalt für Ihre Stellenbezeichnung in Ihrer Region ist, nutzen Sie am besten unsere Glassdoor Gehaltssuche.

Nachdem Sie herausgefunden haben, wie viel andere Arbeitnehmer:innen in Ihrer Position durchschnittlich verdienen, sollten Sie nun Ihren Marktwert ermitteln. Schauen Sie sich dazu individuelle Gehälter für Ihren Beruf an, zum Beispiel von Konkurrenzunternehmen aus der gleichen Branche. Sie können auch das Gespräch mit Ihren eigenen Kolleg:innen suchen, um einen Bezugspunkt ausfindig zu machen. Achten Sie dabei darauf, wie vergleichbar die Gehälter sind. Dabei ist nicht zwingend das Alter entscheidend. Bedenken Sie die Punkte Qualifikation, Erfahrung und Firmentreue beim Vergleich.

Tipp 2: Mögliche Zusatzleistungen berücksichtigen

Erwägen Sie mögliche Zusatzleistungen, die Sie bei einem Gespräch ins Spiel bringen können. Diese können Ihnen helfen, bei einem geringen Gehalt auf einen für Sie angemessenen Gesamtbetrag zu kommen. Mögliche Zusatzleistungen und Benefits sind zum Beispiel:

  • Aus- und Weiterbildung sowie Zertifizierungen: Nicht jedes Unternehmen bietet Programme zur beruflichen Fortentwicklung oder Zertifizierung an. Karriereorientierte Fachkräfte sollten Ressourcen zur beruflichen Weiterbildung in die Verhandlungen einbeziehen.
  • Kinderbetreuung: Kosten und zeitlicher Aufwand für die Kinderbetreuung summieren sich schnell. Verhandlungen über die Kinderbetreuung sind eine gute Möglichkeit für Eltern, bessere Arbeitsbedingungen zu erzielen.
  • Gesundheit und Fitness: Abgesehen von privater Kranken- und Zahnzusatzversicherung können Verhandlungen über Gesundheits- und Fitnessleistungen (etwa Mitgliedschaft im Fitnessstudio, Ernährungsberatung) einen Beitrag zu Ihrer Work-Life-Balance leisten.
  •  Flexibilität: Die Möglichkeit, unterwegs, von zu Hause aus oder zu flexiblen Zeiten zu arbeiten, kann für manche Arbeitnehmer:innen ein attraktiver Baustein sein – vielleicht sogar attraktiver und wichtiger, als ein höheres Gehalt allein.

Tipp 3: Den Betrag mit Bedacht wählen

Standardmäßig wird eine Verhandlung über das Brutto-Jahresgehalt geführt. Soll ein konkretes Jahresgehalt genannt werden, ist es empfehlenswert, eine krumme Zahl zu wählen. Denn diese wirkt durchdacht – und nicht nach einem Schätzwert. Außerdem sollten Sie für Ihre Gehaltsvorstellungen eine Obergrenze wählen, die etwa 10 % über Ihrem Wunschbetrag liegt. Bleiben Sie jedoch realistisch und orientieren Sie sich an den Werten aus Ihrer Recherche.

Eine weitere, sehr gute Möglichkeit: Legen Sie anstelle einer bestimmten Summe eine Gehaltsspanne fest. Das können Sie tun, wenn Sie keine bestimmte Zahl nennen müssen. Bei der Spanne orientieren Sie sich wieder an den Arbeitsmarktdaten. Diese Vorgehensweise empfiehlt Karen Lawson, Gründerin der Lawson Consulting Group, Inc. Eine realistische Gehaltsspanne vereinfacht die Verhandlungen und die Kompromissfindung.

Vorbereitung des Gehaltsverhandlungsgesprächs – mit Argumenten punkten

Bei der Vorbereitung auf das Gespräch über die Gehaltsverhandlung sind Argumente sehr wichtig. Überlegen Sie sich, wie Sie Ihren Wunsch nach einer Gehaltserhöhung begründen. Sie müssen nachweisen, dass sich eine erhöhte Investition in Sie als Arbeitnehmer:in lohnt. Geben Sie konkrete Beispiele für den Mehrwert, den Ihre Firma, Ihr Team oder Ihr Arbeitgeber im Allgemeinen durch Sie erzielt hat. Mögliche wirksame Argumente sind:

  • Ihre Leistung: Zeigen Sie auf, welche Projekte Sie erfolgreich abgeschlossen haben.
  • Weiterbildungen: Erwähnen Sie Weiterbildungen, die Sie absolviert haben. Dadurch zeigen Sie Ihr neues Wissen und den erhöhten Erfahrungshorizont.
  • Unternehmenstreue: Nutzen Sie diesen Aspekt, wenn Sie schon viele Jahre in einem Unternehmen arbeiten.

Bonus-Tipp

Stellen Sie sich die Frage, was Sie dem Unternehmen bieten können. Äußere Faktoren wie Ihr Privatleben oder steigende Kosten, die nicht direkt mit dem Job zusammenhängen, sollten Sie nicht ansprechen. Und ist es klug, bei der Gehaltsverhandlung mit der Inflation zu argumentieren? Die Antwortet lautet ebenfalls nein. Rechnen Sie zudem mit Widerstand seitens Ihres Verhandlungspartners oder Ihrer Verhandlungspartnerin. Selbst wasserdichte Begründungen für eine Gehaltserhöhung können das nicht verhindern. Seien Sie bereit, zu verteidigen, wieso Sie dieses Gehalt verdienen.

3 weitere Tipps für die Vorbereitung Ihrer Gehaltsverhandlung

Neben der sorgfältigen Recherche, dem richtigen Zeitpunkt und den logischen Argumenten gehört auch Ihr Auftreten zum Erfolg. Bereiten Sie das entsprechend vor – und erhöhen Sie dadurch noch einmal Ihre Chancen. Wenn Sie voller Selbstvertrauen und Überzeugungskraft auftreten, bringen Sie entscheidende Faktoren für das erfolgreiche Aushandeln einer Gehaltserhöhung mit. Dabei macht es keinen Unterschied, welches Geschlecht Sie haben. Die folgenden Punkte sind für alle entscheidend.

Tipp 1: Balance zwischen Entschlossenheit und Flexibilität ausstrahlen

Finden Sie die passende Balance zwischen Entschlossenheit und Flexibilität. Ihre Gehaltsverhandlung wird nicht gut verlaufen, wenn Sie sich weigern, Stellung zu beziehen oder sich bereits mit einer minimalen Gehaltserhöhung einverstanden erklären. Seien Sie bereit, sich auf das Hin und Her bei den Verhandlungen einzulassen – und wägen Sie bei jedem Kompromissvorschlag ab, ob dieser akzeptabel ist.

Tipp 2: Freundlichkeit ist das A und O

Bei jeder Gehaltsverhandlung gilt: Immer freundlich bleiben. Agieren Sie unabhängig vom Ergebnis des Gesprächs verständnisvoll, wertschätzend und dankbar für die Gelegenheit. Damit wahren Sie den Frieden im Büro. Zudem wirkt ein solches Auftreten professionell – und wird einen guten Eindruck bei Ihrem Chef oder Ihrer Chefin hinterlassen.

Tipp 3: Selbstbewusst bleiben und Ruhe bewahren

Egal, wie mulmig Ihnen in Wahrheit sein mag: Gehen Sie selbstbewusst ins Gespräch. Wenn der Moment für Verhandlungen gekommen ist, sollten Sie Ihr Pokerface aufsetzen. Präsentieren Sie Ihre Begründung selbstbewusst und zeigen Sie, dass Sie sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Hilfreich dazu ist übrigens unser Beitrag rund um das Thema Nerven behalten und das Selbstbewusstsein stärken.

Bonus-Tipp

Es ist empfehlenswert, das Gespräch zu Hause zu proben. Üben Sie das Gehaltsgespräch mit einer Person, der Sie vertrauen. So können Sie sich Formulierungen zurechtlegen und das Argumentieren einem Praxistest unterziehen. Erfolgreiche Verhandlungen hängen vor allem davon ab, wie selbstbewusst Sie auftreten – und wie gut Sie vorbereitet sind.

Schritt für Schritt – der Ablauf der Gehaltsverhandlung

Im Wesentlichen folgt der Ablauf der Gehaltsverhandlung vier Schritten: 

  • Schritt 1: Den eigenen Standpunkt klarmachen – und schon vorab wissen, ob Ihr Job Ihrem Gehaltspotenzial schadet
  • Schritt 2: Argumente mit Beispielen vorbringen, stärkstes Argument zuletzt
  • Schritt 3: Einwände schon von selbst ansprechen
  • Schritt 4: Zusammenfassung der Argumente

Dabei sollten Sie stets die Grundregeln der Kommunikation beachten, das heißt: Lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden. Hören Sie aufmerksam und aktiv zu. Und signalisieren Sie durch kurze Nachfragen Interesse.

Bonus-Tipp

Lassen Sie Ihren Chef oder Ihre Chefin zum Ende des Gesprächs das erste Angebot machen. Nehmen Sie dieses jedoch möglichst nicht an. Wenn Sie für die Einschätzung eines Angebots Zeit benötigen, sagen Sie das auch. Planen Sie Ihr nächstes Meeting 24 bis 48 Stunden später – und kehren Sie dann mit Ihrem Gegenangebot ins Gespräch zurück.

Diese Fragen sollten Sie nach dem ersten Angebot klären

Zur Sicherheit sollten Sie stets klären, ob es um das Brutto- oder Nettogehalt geht. Außerdem sind diese Fragen zur Bewertung des Angebots hilfreich:

  • „Ist dieses Angebot verhandelbar?“
    Zuallererst sollten Sie fragen, ob das Angebot überhaupt verhandelbar ist. Ist es das nicht, können Sie auf mögliche Benefits verweisen.
  • „Welche weiteren Leistungen sind neben dem Grundgehalt verhandelbar?“ Hierzu können erwähnte Zusatzleistungen wie Flexibilität oder Weiterbildung zählen.
  • „Wie haben Sie diese Zahl berechnet?“
    Durch diese Frage bringen Sie in Erfahrung, ob der angebotene Gehaltsvorschlag entweder als festes Angebot oder als Ausgangspunkt für Verhandlungen gedacht ist.
  • „Kann ich das Gehaltsangebot schriftlich haben?“
    Am Ende einer Gehaltsverhandlung ist eine mündliche Vereinbarung zu Ihren Gunsten hervorragend, aber erst, wenn Sie es schwarz auf weiß haben, steht das Angebot sicher.

Die Gehaltsverhandlung beim Vorstellungsgespräch

Bei Gehaltsverhandlungen für einen neuen Job gelten ein paar zusätzliche Regeln zu beachten. In diesem Fall drehen sich die Gehaltsverhandlungen um das Einstiegsgehalt und werden während des Bewerbungsgesprächs besprochen.

Wichtiger Tipp: Lassen Sie im Idealfall Ihre:n Gesprächspartner:in das Thema ansprechen. Neigt sich der Termin allerdings dem Ende und die Frage nach dem Gehalt ist immer noch ungeklärt, so können Sie in die Offensive gehen. Bringen Sie das Thema selbstbewusst und freundlich ins Spiel, etwa: “Worüber wir noch nicht gesprochen haben, ist eine Gehaltsspanne für die zu besetzende Stelle.” Und schon sind Sie mittendrin in der Verhandlung.

Für die Antwort auf die Frage nach dem Einstiegsgehalt sollten Sie übrigens genauso recherchieren wie oben erläutert. Seien Sie kompromissbereit und machen Sie sich bewusst, dass Ihr Verhandlungsspielraum von Ihren Qualifikationen abhängig ist. Auch hier gilt, dass Sie sich – wie auch für ein erfolgreiches Vorstellungsgesprächselbst verkaufen müssen. Mit viel Berufserfahrung haben Sie zum Beispiel mehr Spielraum als frisch von der Universität. Es ist darüber hinaus sinnvoll, künftige Gehaltserhöhungen oder Möglichkeiten der Beförderung anzusprechen. Denn ganz gleich, ob Ihr Gehaltsangebot verhandelbar ist oder nicht: Es ist wichtig zu wissen, wie das künftige Potenzial für eine Erhöhung oder Beförderung aussieht.

Fazit: Mehr Erfolg bei der Gehaltsverhandlung durch Vorbereitung und die Wahl des richtigen Zeitpunkts

Für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung gilt es also nicht nur, die besten Tipps zu beherzigen. Vor allem sollten Sie gut vorbereitet und zum richtigen Zeitpunkt bei dem oder der Vorgesetzten aufwarten. Üben Sie das Gespräch, achten Sie auf Ihr Auftreten und gehen Sie auch mit Widerstand gelassen und ruhig um. Solange Sie sich überzeugende Argumente zurechtgelegt haben und die wichtigsten Spielregeln kennen, stehen Ihre Chancen gut.

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