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Bewerbung ohne Foto: Das sind die Vor- und Nachteile

Ratgeberübersicht

Rechtliche Aspekte in Deutschland Vorteile der Bewerbung ohne FotoNachteile der Bewerbung ohne FotoFür wen eine Bewerbung mit Foto sinnvoll ist

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Eine Bewerbung ohne Foto? Für viele Jobsuchende hierzulande ist das undenkbar.

Dabei sind Bewerbungsfotos in vielen Staaten weltweit schon lange verpönt, in Kanada sogar verboten. Und in den USA ist es bereits seit über 40 Jahren üblich, dass Bewerber ihre Unterlagen ohne irgendwelche persönlichen Angaben – also weder Geburtsdatum, Geschlecht oder Familienstand - verschicken. Auch bei vielen europäischen Nachbarn wie Großbritannien, Frankreich, Spanien sowie in den Benelux-Ländern haben sich die anonymisierten Anschreiben bereits weitgehend etabliert.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, was in Deutschland für und was gegen eine Bewerbung ohne Foto spricht.

Rechtliche Aspekte in Deutschland

In Deutschland sind es die meisten Personalverantwortlichen nach wie vor gewohnt, bei einer Bewerbung sowohl persönliche Daten, als auch ein optisches Bild des Kandidaten zu bekommen.

Aber ist ein Foto im Lebenslauf wirklich Pflicht?

Nein, ein Bewerbungsfoto ist in Deutschland keine Pflicht. Grundsätzlich müssen Jobsuchende weder ein Foto senden, noch Angaben zum Alter, zur Nationalität oder zum Familienstand machen. Das ist im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geregelt, das im Jahr 2006 in Kraft trat.

Also kann man in Deutschland eine Bewerbung ohne Foto schicken?

Ja, man kann Bewerbungen in Deutschland ohne Foto versenden, ohne Nachteile im Bewerbungsprozess fürchten zu müssen. 

Ist das Bewerbungsfoto denn jetzt in Deutschland verboten?

Nein, das Foto im Lebenslauf ist in Deutschland nicht verboten. Bewerber können ihren Unterlagen weiterhin freiwillig ein Lichtbild beifügen.

Vorteile der Bewerbung ohne Foto

Vor allem sehr große Unternehmen haben das AGG nach jahrelangem Zögern mittlerweile auch aktiv umgesetzt: Viele ihrer Online-Bewerbungsformulare bieten gar keine Möglichkeit mehr, ein Bewerbungsfoto hochzuladen. Auch nahezu alle Stellenanzeigen in Online und Print verzichten auf die Bitte, doch ein Foto mitzuschicken.

Untersuchungen belegen, dass eine fotolose Bewerbung zum Beispiel für Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund tatsächlich Vorteile verschafft, weil der Fokus noch mehr auf die fachliche Qualifikation gelenkt wird. (Dafür sollten Lebenslauf, Anschreiben und sonstige Dokumente dann umso aussagekräftiger und überzeugender sein.) Somit hilft die Bewerbung ohne Foto dabei, eine mögliche Diskriminierung vonseiten des Arbeitgebers während des Bewerbungsprozesses auszuräumen.

Obwohl es rechtlich nicht mehr nötig ist, senden viele Bewerber nach wie vor ihr Portrait mit. Warum?

Nachteile der Bewerbung ohne Foto

Trotz des AGGs hat sich die anonyme Bewerbung in Deutschland einfach nicht richtig durchgesetzt. Weiterhin legen viele Personaler großen Wert auf ein Bewerbungsfoto – Gesetz hin oder her.

Noch bevor Anschreiben, Lebenslauf oder Zeugnisse beurteilt werden, sehen sich manche Personalentscheider erst einmal das Bewerbungsfoto des Kandidaten an. Selbstverständlich sind für die weitaus meisten Personalverantwortlichen nach wie vor die Qualifikationen und Erfahrungen ihrer Bewerber jene Kriterien, die letztlich für oder gegen eine Einladung zum Vorstellungsgespräch führen.

Trotzdem werden die Bewerbungen ohne Fotos – auch das zeigen Umfragen – oftmals ungelesen an die Seite gelegt. Das heißt, wer sich ohne Foto bewirbt, fällt negativ auf. Viele Bewerber wollen das Risiko, dass ihre Bewerbungsmappe aufgrund eines fehlenden Bildes aussortiert wird, nicht eingehen – und fügen deshalb zur Sicherheit eben doch eines hinzu.

Für wen eine Bewerbung mit Foto sinnvoll ist

Eine Bewerbung mit Foto ist mindestens für all jene sinnvoll, die sich bei Start-ups, kleinen oder mittelgroßen Firmen bewerben wollen. Hier gibt es durch die geringe Größe der Unternehmen stets eine große, auch gut nachvollziehbare, Neugierde auf die Neue oder den Neuen. Auch Menschen, die einen Beruf mit häufigem Kundenkontakt anstreben, sollten davon ausgehen, dass der Personaler quasi schon von Berufswegen ein Interesse an ihrem Aussehen hat – und das spätestens beim direkten Treffen.

Denn hier, beim direkten Bewerbungsgespräch, kommt die Subjektivität Ihres Gegenübers dann doch wieder ins Spiel. Zum Glück aber sind die allermeisten Personalverantwortlichen und Führungskräfte professionell genug, um sich von reinen Äußerlichkeiten nicht massiv beeinflussen zu lassen, wenn sie von einem Kandidaten fachlich überzeugt sind. Und wenn Sie es dann schaffen, auch in dieser Stresssituation wirklich Sie selbst und authentisch zu sein, steht einem Jobangebot nichts mehr im Wege.

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