Gehaltsvorstellung in der Bewerbung formulieren: So geht’s richtig

Gehaltsvorstellung formulieren

Es ist ein wichtiger Punkt jeder Bewerbung – doch über Finanzielles zu reden, fällt vielen Jobsuchenden nicht leicht.  Mithilfe einiger Leitplanken kann es Ihnen aber doch erfolgreich gelingen.

Über Geld spricht man (nicht)

Über Geld spricht man nicht! Dieser Satz hält sich zumindest in der deutschsprachigen Berufswelt seit Jahren hartnäckig. Dabei ist genau das wichtig, wenn es um eine neue Stelle geht: das Geld. Denn nur, wer für seine Tätigkeit angemessen bezahlt wird, kann auf Dauer gut und motiviert arbeiten. Studien haben ergeben, dass eine schlechte Bezahlung sogar krank machen kann. 

Also gilt: Über Geld muss man sprechen. Und das möglichst ohne Umschweife und klar auf den Punkt gebracht. Vielfach ist das ein Thema für das persönliche Vorstellungsgespräch. Häufig jedoch rückt das Gehalt schon vorher in den Mittelpunkt. Nämlich dann, wenn in einer Stellenausschreibung die Angabe einer Gehaltsvorstellung gefordert wird. Doch wie sollte diese dann formuliert werden? Und wo in der Bewerbung gehört sie überhaupt hin?

Realistische Gehaltsvorstellung formulieren

Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie Ihren Marktwert ganz genau kennen.
Denn ein völlig überzogenes Wunschgehalt ist ebenso schädlich wie ein Verkaufen unter Wert.

Vergessen Sie nicht, dass die Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung nicht nur mitentscheidend dafür ist, ob Sie einen Job überhaupt bekommen, sondern dass sie auch maßgeblich für Ihren weiteren Berufsweg und insbesondere für potenzielle Gehaltssteigerungen im Laufe Ihrer Karriere ist. Denn wenn Sie in einigen Jahren eine Gehaltsverhandlung führen, liegt zunächst Ihr Einstiegsverdienst zugrunde. Wer von Anfang an mehr verdient, ist also auch auf lange Sicht gesehen im Vorteil. Und bei prozentualen Erhöhungen machen einige hundert Euro eine Menge aus.

Setzen Sie sich also genau damit auseinander, was Menschen in vergleichbaren Positionen mit einem ähnlichen Werdegang verdienen. Dabei hilft Ihnen das Lesen von Stellenanzeigen. Oftmals sind dort bereits die Einkommen für vergleichbare Positionen genannt. Auch Gehaltsportale oder Foren in sozialen Medien können Ihnen einen guten Einblick geben. Natürlich sollten Sie auch Ihr Netzwerk nutzen. Tauschen Sie sich mit Freunden und Bekannten aus, um eine realistische Vorstellung zu bekommen.

Orientieren Sie sich zudem an Ihrem aktuellen Gehalt. Ihre neue Forderung sollte zehn bis maximal 20 Prozent zusätzlich nicht übersteigen – wenn Sie auf einem gleichen Karrierelevel einsteigen. Bei Karrieresprüngen ist das natürlich anders, dann müssen Sie tiefer in die Recherche einsteigen.    

Die Frage nach dem Gehaltswunsch nicht ignorieren

Die Frage, welchen Gehaltswunsch Sie angeben, ist also nicht ganz leicht zu beantworten. Doch auch wenn es komfortabel scheint, gar keine Hausnummer zu nennen und das Anschreiben ohne die entsprechenden Angaben zu verschicken, sollten Sie dies nicht tun. Wird in einer Stellenausschreibung explizit um eine Gehaltsangabe gebeten, ist diese ein Muss. Ansonsten erwecken Sie den Eindruck, dass Sie die Ausschreibung nicht gründlich gelesen haben oder dass Sie unsicher sind und daher keine Angaben machen können oder wollen. 

Zwar funktionieren ausweichende Antworten wie „Meinen Gehaltswunsch teile ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch mit“ hin und wieder. Doch es besteht insbesondere in Zeiten, in denen Personaler sehr viele Bewerbungen bekommen, immer das Risiko, dass Sie eine Absage kassieren. Schließlich kann kein Personalverantwortlicher bei einer solchen Aussage abschätzen, ob Sie überhaupt ins Budget passen oder ein persönliches Gespräch mit Ihnen womöglich eine Zeitverschwendung wäre.

Klare Sätze formulieren und auf den Punkt kommen

Sinnvoll ist es also, die Aufforderung zur Nennung des Gehaltswunsches zu erfüllen. Häufig besteht bei vielen Bewerberinnen und Bewerbern Unsicherheit darüber, wie genau ein Gehaltswunsch formuliert wird. Seien Sie hier nicht zu zögerlich. Da das Unternehmen Bewerberinnen und Bewerber dazu auffordert, über Geld zu sprechen, machen Sie es auch. Und hier gilt: Keine falsche Scheu! Formulieren Sie deutlich und ohne Umschweife, was Sie verdienen wollen. 

Nennen Sie hierzu das gewünschte Brutto-Jahreseinkommen, etwa so:

"Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei 45.000 Euro brutto im Jahr."

Möglich ist auch die Nennung einer Gehaltsspanne. 

„Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen 40.000 und 45.000 Euro im Jahr."

Dies sollte aber für Sie nur die zweitbeste Lösung sein, denn eine solche Angabe „verführt“ den Personaler zu einer noch intensiveren Gehaltspokerrunde. Machen Sie sich deshalb bei dieser Variante unbedingt im Vorfeld Gedanken über Ihre absolute Schmerzgrenze. Denn wenn Sie die Untergrenze zu tief ansetzen, ärgern Sie sich womöglich im Nachhinein, falls Sie sich mit dem neuen Arbeitgeber nicht in der Mitte treffen können. 

Die richtige Stelle für den Gehaltswunsch ist der Schlusssatz Ihres Anschreibens. Auf diese Weise fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus - aber bleiben mit einer wichtigen Aussage im Gedächtnis des Empfängers Ihrer Bewerbung.