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Wie mit Angst vor Jobverlust umgehen!

Businesswoman frustrated by bad new at office desk

Die Angst, den eigenen Job zu verlieren, geht um. Nach einer aktuellen Studie von Glassdoor fürchtet die Mehrheit der Arbeitnehmenden in Deutschland, angesichts der Corona-Pandemie, entlassen zu werden. Kein Wunder, schließlich haben bereits mehr als 650.000 Unternehmen Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit angemeldet. Viele Arbeitnehmende sitzen im Home Office und haben jede Menge Zeit zum Grübeln. Wir zeigen Ihnen auf, wie Sie die Angst vertreiben und produktiv bleiben.

Atmen Sie durch – Angst ist kein guter Berater!

Angst muss nicht schlecht sein. Sie ist sogar sehr sinnvoll und dafür da, uns vor Gefahren zu warnen. Daher haben Sie alles Recht der Welt, aktuell um Ihren Job zu fürchten. Wichtig ist nur, dass die Angst nicht Überhand nimmt und Sie dann keinen klaren Gedanken mehr fassen können. Angst darf sich nicht zu einer Panik auswachsen, in die Sie sich immer weiter hinein steigern. 

Analysieren Sie die Situation

Machen Sie einen Schritt zurück und betrachten Sie Ihre Lage aus der Vogelperspektive. Laufe ich persönlich wirklich Gefahr, meinen Job zu verlieren? Dafür kann es unterschiedliche Anhaltspunkte geben. Wie steht die Branche als Ganzes da? Wie geht es meinem Unternehmen konkret? Ist es besonders stark von der Corona-Krise gebeutelt? Hat es aber im Zweifel ein gutes Polster, um auch eine längere Durststrecke zu überstehen? Beantworten Sie sich die Fragen ehrlich und offen, aber auch mit der nötigen Distanz. Im nächsten Schritt denken Sie darüber nach, wie es um Ihr persönliches Standing bestellt ist. Wie waren die letzten Personalgespräche? War das Feedback positiv oder negativ? Konnten Sie sich im Unternehmen weiter entwickeln oder befinden Sie sich auf dem Abstellgleis? Je nachdem wie Sie sich all diese Fragen beantworten, bekommen Sie nach und nach ein klareres Bild, wie viel Anlass zur Sorge Sie wirklich haben sollten. Um den Überblick zu behalten, können Sie sich auch eine Checkliste anfertigen oder mit einer klassischen Pro-und-Contra-Liste arbeiten. Ziel sollte sein, sich ein möglichst objektives Bild Ihrer Situation zu machen. 

Fokus auf das Beeinflussbare: Krisenzeiten sind auch immer Chancen

Wenn Sie zu dem Ergebnis kommen, dass es in Wirklichkeit weit schlimmer sein könnte, dann fokussieren Sie sich am besten wieder auf die Arbeit. Wenn Sie sich zu sehr ängstigen, wird auch Ihre Leistung darunter leiden. Aber ein Leistungstief, auch wenn Sie sich gut positioniert fühlen, sollten Sie sich in der aktuellen Phase auf keinen Fall erlauben. Gehen Sie Ihren alltäglichen To-Dos nach, erledigen Sie Ihre Arbeit gewissenhaft und nutzen Sie auch jede Gelegenheit, sich zu zeigen. Sie sollten unbedingt vermeiden, gerade wenn Sie aus dem Home Office arbeiten, unsichtbar zu werden. Sicherlich gibt es in der aktuellen Ausnahmesituation spannende Projekte abseits der Routinen, die umgesetzt werden müssen. Bezeugen Sie Interesse und greifen Sie zu, wenn sich Ihnen Chancen eröffnen. Schauen Sie, wie Sie mithelfen können, Ihr Unternehmen wieder nach vorne zu bringen. Ihre Chefin oder Ihr Chef werden es Ihnen danken. Zudem halten produktive Arbeit und auch Erfolge wunderbar vom Grübeln ab.

Schalten Sie (Ihr Smartphone) ab

Denken Sie auch daran, zwischendurch abzuschalten. Was schon in normalen Zeiten sehr wichtig ist, ist in dieser Ausnahmesituation umso wichtiger. Denn Sie sorgen sich ja nicht nur um Ihren Job. Sie müssen auch noch damit umgehen, dass sich derzeit eine weltweite Pandemie in atemberaubender Geschwindigkeit ausbreitet. Sie haben zuallererst Angst um Ihre eigene Gesundheit, um Angehörige oder auch um Ihre Kinder. All das versetzt Sie in einen permanenten Alarmzustand und Sie versuchen, diese neuen Informationen zu verarbeiten, die auf Sie einprasseln. Das kann nicht gesund sein. Schalten Sie das Smartphone auch mal aus. Besinnen Sie sich und finden Sie Ruhe und Entspannung. Frönen Sie Ihren Hobbys, treiben Sie Sport oder nähen Sie sich ein neues Kleid. Aktivitäten eignen sich ganz wunderbar, um die Angst zu vertreiben und Sie verhindern, dass Ihre Gedanken anfangen zu kreisen. Umgeben Sie sich mit Freunden und Ihren Familienangehörigen. Tanken Sie Kraft mit Menschen, die Ihnen am Herzen liegen und die Sie auf andere Gedanken bringen. Und wenn Sie alleine wohnen, dann dürfen Sie dafür auch Ihr Smartphone wieder in die Hand nehmen. Tätigen Sie Anrufe oder nutzen Sie Videokonferenzen, um Ihre Freunde zu versammeln und in diesen schwierigen Zeiten im Austausch zu bleiben. 

Nutzen Sie die Zeit zur Reflexion und Weiterentwicklung

Sie sind vielleicht gerade in Kurzarbeit versetzt oder Sie arbeiten vielleicht noch Vollzeit, aber es gibt aktuell nicht viel zu tun? Dann nutzen Sie die Zeit produktiv, anstatt auf den Fingernägeln zu kauen. Warten Sie nicht, bis das Schicksal für Sie entscheidet und Sie sich einen neuen Job suchen müssen. Sind Sie denn überhaupt glücklich in Ihrer aktuellen Tätigkeit? Könnte diese Krise vielleicht auch ein Anstoß zur Veränderung für Sie sein? Aktuell finden sehr viele Weiterbildungsangebote und -kurse online kostenfrei oder zu Sonderkonditionen statt. Sie werden sich gleich viel besser fühlen, wenn Sie Ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und überlegen, wie Sie sich weiter entwickeln können. Und ganz pragmatisch können Sie die Zeit dafür nutzen, schon mal Ihre Bewerbungsunterlagen zu aktualisieren. So sind Sie vorbereitet für den Fall der Fälle.

Holen Sie sich professionellen Rat

Sollten all diese Schritte nicht helfen und Sie sind regelrecht in Ihrer Angst gefangen und auch ein Stück weit paralysiert, dann sollten Sie sich professionellen Rat suchen. Hat Ihr Arbeitgeber einen Rahmenvertrag mit einem Anbieter für psychologische Beratung und Coaching, so greifen Sie auf diese kostenfreien Angebote zurück. In der Regel sind Sie niemandem Rechenschaft schuldig, wenn Sie diese in Anspruch nehmen.  Andernfalls gehen Sie selbst auf die Suche nach geeigneten Coaches oder Therapeut*innen. Solche Expert*innen für Veränderungen können Ihnen helfen, produktiv mit der Angst und der aktuellen Krise umzugehen. Viele von Ihnen bieten gerade jetzt Online-Coachings an, an denen Sie problemlos aus den eigenen vier Wänden teilnehmen können. Eine Schnupperstunde ist häufig kostenfrei. 

Führen Sie sich vor Augen, dass Sie mit ihren Sorgen nicht alleine sind. Sicherlich machen auch viele Ihrer Kolleg*innen, Freund*innen oder Bekannten gerade ähnliche Erfahrungen. Fangen Sie an, über Ihre Sorgen zu sprechen und Sie werden merken, dass das Gespräch mit anderen weiter hilft!  #strongertogether

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