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Mehr als die Hälfte der Angestellten fürchtet Jobverlust

Two businesswomen talking at desk in office

Beginnt jetzt das große Zittern? Die Corona-Krise verunsichert viele Berufstätige. Vor Kurzem noch war die Rede davon, dass sich Jobsuchende den Arbeitgeber aussuchen können. Jetzt kommt teilweise längst vergessene Angst zurück: Müssen Sie um Ihren Job fürchten? Zu diesem Thema hat Glassdoor kürzlich Arbeitnehmende befragt und ein spannendes Stimmungsbild erhalten.  

Das sind die wichtigsten Umfrageergebnisse im Überblick:

Arbeitnehmende in Deutschland sorgen sich um die Sicherheit ihres Jobs

Eine Mehrheit der abhängig Beschäftigten zeigt sich angesichts der wirtschaftlichen Lage verunsichert. Während 52% der befragten Arbeitnehmenden Angst haben, entlassen zu werden, fühlen sich nur 26% sicher in ihrem aktuellen Job. Mehr als jeder fünfte Angestellte ist “sehr besorgt” hinsichtlich einer möglichen Arbeitslosigkeit.

In welchen Bereichen der Wirtschaft ist die Verunsicherung am größten? 

Während sich im Durchschnitt 52% um ihren Job fürchten, ist die Sorge in manchen Bereichen noch erheblich größer. So sind sogar vier von fünf Angestellten in der Digitalwirtschaft beunruhigt. Im Gesundheitssektor, der anlässlich der Corona-Krise viele Fachkräfte sucht, ist die Angst vor Arbeitslosigkeit am geringsten.

  • Digital-Wirtschaft: 80%
  • Medien, Marketing und Kommunikation: 78%
  • Reise & Touristik: 66%
  • Handel: 63%
  • Elektrotechnik: 60%
  • ITK: 58%
  • Industrie: 53%
  • Finanzen: 52%
  • Pharma: 48%
  • Gesundheitssektor: 31%
Kurzarbeit für viele bereits Realität, für die Mehrheit noch eine Sorge

8% aller Befragten gaben an, neuerdings in Kurzarbeit zu sein. Darüber hinaus zeigt sich eine Mehrheit der Beschäftigten (53%) besorgt, noch in Kurzarbeit versetzt zu werden und damit auch Gehaltseinbußen hinnehmen zu müssen. 

Verunsicherung zeigt sich auch beim Blick in die Zukunft

Die Deutschen haben ohnehin nicht den Ruf, die größten Optimisten auf der Welt zu sein. So ist es nicht unbedingt verwunderlich, dass der Großteil der Angestellten eher düster in die Zukunft schaut: 66% der Befragten stimmen der Aussage zu, dass es Jahre dauern wird bis sich die Wirtschaft von der aktuellen Krise erholt hat.

Viele Arbeitgeber verhängen Einstellungsstopps

Die große Mehrheit der Unternehmen nimmt in Anbetracht der wirtschaftlich schwierigen Zeiten derzeit keine Einstellungen vor. Das geht aus den Angaben der Befragten hervor. Aber es gibt auch noch Betriebe, die weiter Talente rekrutieren. Im Gesundheitssektor und im Lebensmitteleinzelhandel werden sogar verzweifelt neue Mitarbeitende gesucht. Insgesamt ist fast jeder fünfte Arbeitgeber der Befragten derzeit weiter auf der Suche nach neuem Personal. 

Großes Vertrauen in die Arbeitgeber

73% der Arbeitgeber der Befragten setzen alle Hebel in Bewegung, um Arbeitsplätze zu erhalten. Nur eine kleine Minderheit der Angestellten ist vom Gegenteil überzeugt: So haben 8% der Befragten nicht den Eindruck, dass sich ihr Unternehmen mit vollem Einsatz der Rettung von Arbeitsplätzen verschrieben hat.

Angestellte können sich Einbußen vorstellen

62% der Arbeitnehmenden sind bereit, auf eine Gehaltserhöhung zu verzichten, wenn sie damit ihren eigenen Job sichern können. Nur 42% der Befragten würden eine Gehaltskürzung hinnehmen, um den eigenen Arbeitsplatz zu retten.

Insgesamt zeichnen die Umfrageergebnisse also eher ein düsteres Stimmungsbild. Hätten wir Arbeitnehmende in Deutschland vor einigen Wochen in Anbetracht von Rekord-Beschäftigungszahlen nach ihrem Befinden befragt, wäre das Votum sicherlich deutlich optimistischer ausgefallen. Nun geben mehr als die Hälfte der Angestellten zu Protokoll, mehr oder weniger Angst vor Jobverlust, Kurzarbeit und Gehaltseinbußen zu haben. Aber die Ergebnisse machen im Detail auch Hoffnung auf Besserung und offenbaren ein großes Engagement auf Seiten der Arbeitgeber. So vertrauen fast drei Viertel der Befragten ihrem Unternehmen, dass es alles tut, um den eigenen Arbeitsplatz zu erhalten. 

 

Über die Studie

Censuswide befragte im Auftrag von Glassdoor vom 2. bis 3. April 1.001 Arbeitnehmende in Deutschland im Zuge einer Online-Befragung. Die Ergebnisse sind repräsentativ für abhängig Beschäftigte in Voll- und Teilzeit in Deutschland. Bei Fragen: pr@glassdoor.com 

 

Die Antworten der Teilnehmenden im Einzelnen:

Frage 1: Sind Sie, wenn überhaupt, besorgt in naher Zukunft von Ihrem Arbeitgeber aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation entlassen zu werden?

  • 20,24% antworteten mit “sehr”
  • 31,31% mit “etwas”
  • 19,2% mit “nicht besonders”
  • 26,11% mit “gar nicht”

Frage 2: Sind Sie, wenn überhaupt, besorgt, dass Sie aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation in Kurzarbeit gehen und damit Gehaltseinbußen hinnehmen müssen?

  • 24,92% antworteten mit “sehr”
  • 27,95% mit “etwas”
  • 16,27% mit “Nicht besonders”
  • 20,11% mit “gar nicht”
  • 8,15% mit “Ich bin neuerdings in Kurzarbeit”

Frage 3: Stellt Ihr Unternehmen in der aktuellen wirtschaftlichen Situation noch neue Mitarbeiter ein?

  • 24,26% antworteten mit “ja”
  • 60,39% mit “nein”
  • 15,35% mit “weiß nicht”

Frage 4: Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation zu?

  • Ich vertraue meinem Arbeitgeber, dass er alles unternimmt, um meinen Arbeitsplatz zu  erhalten.
    • 39,21% antworteten mit “stimme stark zu”
    • 34,1% mit “stimme eher zu”
    • 18,75% mit “neutral”
    • 5,62% mit “stimme eher nicht zu”
    • 2,32% mit “stimme gar nicht zu”
  • Ich würde eine Gehaltskürzung hinnehmen, um meinen Job zu behalten
    • 15,35% antworteten mit “stimme stark zu”
    • 27,32% mit “stimme eher zu”
    • 29,69% mit “neutral
    • 16,78% mit “stimme eher nicht zu”
    • 10,86% mit “stimme gar nicht zu”
  • Ich würde auf eine Gehaltserhöhung verzichten, um meinen Job zu behalten
    • 26,54% antworteten mit “stimme stark zu”
    • 35,29% mit “stimme eher zu”
    • 25,56% mit “neutral
    • 7,44% mit “stimme eher nicht zu”
    • 5,16% mit “stimme gar nicht zu”
  • Ich würde auf meinen Bonus oder meine Prämie verzichten, um meinen Job zu behalten.
    • 28,03% antworteten mit “stimme stark zu”
    • 33,42% mit “stimme eher zu”
    • 26,09% mit “neutral
    • 7,22% mit “stimme eher nicht zu”
    • 5,23% mit “stimme gar nicht zu”
  • Die Bundesregierung macht einen guten Job, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern.
    • 18,51% antworteten mit “stimme stark zu”
    • 34,27% mit “stimme eher zu”
    • 29,17% mit “neutral
    • 12,15% mit “stimme eher nicht zu”
    • 5,89% mit “stimme gar nicht zu”
  • Es wird Jahre dauern bis sich die deutsche Wirtschaft von den Folgen der Corona-Pandemie erholt hat.
    • 31,20% antworteten mit “stimme stark zu”
    • 34,87% mit “stimme eher zu”
    • 23,66% mit “neutral
    • 9,37% mit “stimme eher nicht zu”
    • 0 ,89% mit “stimme gar nicht zu”

 

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