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Was ist ein COO? Funktion und Aufgaben

Gepostet von Glassdoor-Team

Karriere-Experte

Letzte Aktualisierung April 25, 2022

Mittlerweile gibt es auch in Deutschland einige Unternehmen, in denen ein/e COO arbeitet oder eine solche Stelle neu eingerichtet wurde. Obwohl COOs in Deutschland selten vorkommen, treten sie in den letzten Jahren vermehrt auf – insbesondere in global agierenden Konzernen. In diesem Artikel erklären wir, wie die Position definiert wird, welche Aufgaben Sie als COO erwarten und wie sich COOs genau von CEOs unterscheiden.

Was ist ein/e COO?

COO ist die Abkürzung für Chief Operating Officer und bezeichnet Personen, die auf Ebene der Vorgesetzten arbeiten. Die Position des COO kommt aus der amerikanischen Unternehmenskultur und meint einen Manager, der das operative Geschäft betreut und leitet.

Es handelt sich dabei also um eine Führungsrolle, die im Kontakt zum/r CEO steht und sich eng mit ihm/ihr abstimmt, wobei sich die Tätigkeiten beider Stellen unter Umständen ähneln.

Aufgaben eines/r COO

Die Aufgaben von COOs können je nach Branche und Unternehmen unterschiedlich sein. Obwohl eine exakte Stellenbeschreibung daher nicht möglich ist, gibt es dennoch typische Aufgabenbereiche, für die Sie in der Position zuständig sind.

Als Chief Operating Officer übernehmen Sie zumeist folgende Tätigkeiten:

1. Überwachung des Tagesgeschäfts

COOs überblicken und kontrollieren das gesamte Tagesgeschäft. Sie können im Alltag zum Beispiel unterschiedliche Abteilungen des Unternehmens besuchen, um die Arbeitsprozesse, -atmosphäre und -moral zu überwachen und gegebenenfalls mit den Abteilungsleiter:innen zu sprechen.

Auch sind sie unter Umständen für die Überprüfung von tagesaktuellen Kennzahlen zuständig, um sicherzustellen, dass dadurch die langfristigen Unternehmensziele erreicht werden.

COOs können aber auch mit Partner:innen und Dienstleister:innen kommunizieren, um das Tagesgeschäft zu optimieren.

2. Ausarbeitung von Strategien

Chief Operating Officer sind ebenfalls für die Entwicklung und Anpassung von Strategien zuständig. Sie sind nämlich für das große Ganze verantwortlich und müssen Pläne und Visionen für unterschiedliche Abteilungen oder das gesamte Unternehmen ausarbeiten.

Beispielsweise kann ein/e COO die Produkte der Konkurrenz beobachten, um die Schwächen des eigenen Unternehmens zu erkennen und anschließend eine zukunftsorientierte Produktstrategie zu entwickeln.

In Absprache mit dem/r CEO bzw. den Abteilungsleiter:innen kann er/sie dann für die Implementierung seiner/ihrer Zukunftsvision sorgen.

3. Zusammenarbeit mit dem/r CEO

Da der/die COO im Tagesgeschäft involviert ist und gleichzeitig die langfristige Strategie im Blick behält, ist er oder sie der ideale Ansprechpartner bzw. die ideale Ansprechpartnerin für den/die CEO. Diese/r beschäftigt sich nämlich nicht mit den tagesaktuellen Aufgaben und arbeitet meistens lediglich an strategischen Themen.

COOs berichten den CEOs über wichtige Entwicklungen von beispielsweise Projekten oder Geschehnissen personeller Art und schlagen unter Umständen Kurskorrekturen vor. Somit fungieren COOs auch als eine Art Berater:in und stellen wichtige Informationen bereit, die für Entscheidungen der CEOs essenziell sind.

4. Vermittlungsfunktion zwischen CEO und Mitarbeiter:innen

Eine weitere Funktion von COOs ist die Vermittlung zwischen CEO und Mitarbeiter:innen. Wenn sich beispielsweise Unternehmensstrategien ändern und ein/e CEO einen Kurswechsel einleiten möchte, ist es die Aufgabe der COOs, Mitarbeiter:innen über die Neuigkeiten zu informieren.

Umgekehrt können sich Angestellte und Abteilungsleiter:innen an die COOs wenden, wenn sie wertvolles Feedback haben oder den Vorstand über Herausforderungen und Lösungsvorschläge informieren möchten.

5. Förderung von Mitarbeiter:innen

Ein/e COO ist unter Umständen auch für die Förderung von Mitarbeiter:innen zuständig: Sie werden etwa zu Fort- und Weiterbildungen geschickt oder neue Aufgaben zugeteilt, an denen sie wachsen können. Allerdings gilt das oft nur in speziellen Fällen, wenn die Förderung von bestimmten Mitarbeiter:innen einem konkreten Unternehmensziel dient.

Sie können auch als eine Art Mentor und Unterstützer von Abteilungsleiter:innen zur Verfügung stehen. Des Weiteren sind COOs für einen Teil des Personalmanagements zuständig und können Mitarbeiter:innen einstellen oder den Job kündigen.

Was unterscheidet eine/n COO von einem/r CEO?

COOs sind für den laufenden Betrieb verantwortlich, während CEOs an der Spitze der Unternehmenshierarchie für den gesamten Unternehmenserfolg zuständig sind. Die Position des COO soll den CEO entlasten und Kapazitäten für wichtigere Aufgaben freisetzen.

Außerdem sind Chief Operating Officers beratend tätig und können auch bei der Ausarbeitung einer Unternehmensstrategie Hilfestellung leisten.  Er oder sie muss allerdings keine strategischen Entscheidungen treffen und keine Verantwortung für Kurskorrekturen übernehmen. 

Die Position wurde ursprünglich geschaffen, um die große Liste an Aufgaben von CEOs zu verkürzen und so ein besseres Management des Unternehmens zu ermöglichen. Denn je größer das Unternehmen ist, desto mehr Aufgaben kommen in der Regel auf den oder die CEO zu, weil verantwortungsvolle Aufgaben nicht immer an Mitarbeiter:innen der unteren Hierarchieebenen delegiert werden können.

Der oder die COO bringt ähnliche Fähigkeiten wie ein/e CEO mit und ist zugleich eine Vertrauensperson, welcher ein/e CEO guten Gewissens wichtige Aufgaben übergeben kann. Unter Umständen können COOs auch zeitweise die Vertretung von CEOs übernehmen. Das COO Gehalt hängt in der Regel vom Verantwortungsumfang ab.

Welche Voraussetzungen gibt es für COOs?

Der Beruf des COO ist keine geschützte Berufsbezeichnung, weshalb es auch keine strikten fachlichen Anforderungen an Kandidat:innen gibt. In der Praxis haben COOs allerdings häufig einen wirtschaftlichen Bildungshintergrund oder ein abgeschlossenes Studium in einem wirtschaftlichen Fach.

Je nach Branche und Unternehmen können zudem fachspezifische Fort- und Weiterbildungen entscheidend für die Rolle sein. Zudem haben COOs häufig langjährige Berufserfahrung in höheren Positionen von Unternehmen und bringen ein gewisses Branchenverständnis mit.

So müssen Sie zahlreiche Fachkompetenzen und ein Verständnis für verschiedene Unternehmensprozesse mitbringen, da Sie oft als Allrounder agieren. Hierzu zählen unter anderem Kompetenzen in Marketing, IT, Personalwesen und Finanzen. Entdecken Sie den vollständigen Karriereweg zum COO auf Glassdoor.

Wichtiger als bestimmte Fachkompetenzen sind einige Soft Skills, die für diese Führungsrolle notwendig sind.

Folgende personale Kompetenzen können wichtig sein:

1. Strategische Denkfähigkeit

Für die Ausarbeitung der Unternehmensstrategie sollten COOs eine ausgeprägte strategische Denkfähigkeit mitbringen. Dazu gehört auch das Gespür, Entwicklungen auf dem Markt abschätzen zu können und die richtigen Schlüsse aus Marktanalysen zu ziehen.

COOs haben die Fähigkeit, sich um das große Ganze zu kümmern, während sie dennoch die täglichen Unternehmensprozesse nicht aus den Augen verlieren.

2. Motivations- und Entscheidungsfähigkeit

COOs benötigen Überzeugungskraft, um Mitarbeiter:innen zu motivieren und sie für Kursänderungen und neue Strategien zu begeistern.

Unter Umständen müssen sie aber auch CEOs von den eigenen Ideen überzeugen, um die Unternehmensziele zu erreichen. 

3. Hohe Standards und Integrität

Als Führungspersonen sind COOs nicht nur Vorbilder für Mitarbeiter:innen in den unteren Hierarchieebenen, sondern auch vertrauenswürdige Bezugspersonen für Vorstandsmitglieder und den oder die CEO.

Sie müssen Integrität besitzen und prinzipientreu sein, um das Vertrauen des gesamten Unternehmens zu gewinnen. Das ist unter anderem wichtig, um Ihrer Aufgabe als Berater:in gerecht zu werden.

4. Ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeit

COOs stehen ständig in Kontakt zu Abteilungsleiter:innen, Vorstandsmitgliedern und dem/r CEO. Dabei nehmen sie Vorschläge entgegen, sind beratend tätig oder bringen sich als Ideengeber für neue Strategien ein.

Dafür benötigen Sie eine ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeit. Unter Umständen geben sie Präsentationen und müssen schriftlich per E-Mail mit der Belegschaft kommunizieren.

5. Empathie

Als Bindeglied zwischen Belegschaft und CEO müssen COOs die Anliegen, Herausforderungen und Ziele beider Seiten verstehen und optimal zwischen ihnen vermitteln können.

Das erfordert eine ausgeprägte Empathie sowie die Fähigkeit, aktiv zuzuhören und die Emotionen und Gedanken von Menschen zu verstehen. Nur dann können sie zum Besten aller Parteien handeln und dafür sorgen, dass die Unternehmensziele erreicht werden.

Chief Operating Officer werden - Fazit

Die Position des COOs umfasst zahlreiche Aufgaben im Tagesgeschäft und in Bezug auf die strategische Ausrichtung eines Unternehmens. Sie soll insbesondere den oder die CEO entlasten und dadurch für effizientere Arbeitsprozesse sorgen, weshalb COOs zahlreiche Fachkompetenzen im Bereich Wirtschaft und Soft Skills wie strategische Denkfähigkeit und eine hohe Integrität mitbringen müssen.

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