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Bewerbungsgespräch

Vorstellungsgespräch mit dem Geschäftsführer? 10 schwierige Fragen

Gepostet von Glassdoor-Team

Karriere-Experte

Letzte Aktualisierung 27. Juni 2022
|10 Min. Lesezeit

Die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch kann stressig sein. Wenn Sie ein Interview mit dem Geschäftsführer des Unternehmens vor sich haben, kann der ganze Prozess noch einschüchternder sein.

Wir haben einige Fragen aus Bewerbungsgesprächen gesammelt, auf die Sie besonders dann Antworten parat haben sollten, wenn ein Gespräch mit dem Chef bevor steht.

1. Warum hatten Sie in den letzten X Jahren X verschiedene Jobs?

„Job-Hopping“ ist in der heutigen Arbeitswelt für Fachleute nicht ungewöhnlich. In der Tat haben mehr als die Hälfte aller Arbeitgeber in der Vergangenheit bereits einen „Job-Hopper“ eingestellt. Die meisten Geschäftsführer stellen diese Frage, weil sie mehr über Ihre Loyalität gegenüber früheren Arbeitgebern und Ihren Entscheidungsprozess erfahren möchten.

Was Ihre Antwort beinhalten sollte:

Berücksichtigen Sie bei Ihrem beruflichen Werdegang die Erfahrungen, die Ihre Karriere positiv geprägt haben. Erklären Sie zum Beispiel, dass Sie nach dem richtigen Job gesucht haben, der zu Ihren Karrierezielen passt und wie die Stelle, für die Sie interviewen, zu diesen Zielen passt. „Gehen Sie neben Ihrer fachlichen Expertise immer auch auf Ihre persönlichen Stärken ein, wie beispielsweise Ihr unternehmerisches Denken, Ihre Überzeugungskraft oder Ihre schnelle Auffassungsgabe und Einarbeitung in neue Aufgaben und Themen“, rät Walter Feichtner, Inhaber von Karrierecoach München.

2. Was hoffen Sie im nächsten Jahr zu erreichen?

Eines der wichtigsten Dinge, die CEOs über einen Kandidaten wissen möchten, ist, was Sie nach der Einstellung in der Position erreichen werden  und welchen konkreten Nutzen Sie für das Unternehmen darstellen. Machen Sie deutlich, dass das Unternehmen definitiv davon profitieren wird, wenn es zukünftig mit Ihnen zusammenarbeitet.

Was Ihre Antwort beinhalten sollte:

Informieren Sie den Arbeitgeber über Ihre Vision als Mitarbeiter für das Unternehmen. Der Interviewer weiß bereits, dass Sie – zumindest auf Papier – für die Stelle qualifiziert sind. Jetzt sind Sie dran und sollten zeigen, wie Sie dem Unternehmen helfen werden, den nächsten großen Meilenstein zu erreichen.

Sprechen Sie über eine Kombination Ihrer Fähigkeiten und Stärken, die Sie als Mitarbeiter erfolgreich macht. Sie sollten auch auf frühere Erfolgsgeschichten Bezug nehmen, die Ihre Vision für diesen Job untermalen. Ihre beruflichen Erfolge beweisen Sie, indem Sie konkrete Daten oder Zahlen nennen. Walter Feichtner empfiehlt: „Stellen Sie immer eine Verbindung von den Erfolgen der Vergangenheit zu den Aufgaben im neuen Job her.“

3. Würden Sie Ihren Job aufgeben, wenn Sie im Lotto gewinnen, selbst wenn Sie Spaß in Ihrem Beruf haben? Wie hoch sollte der Lotto-Gewinn sein?

Geschäftsführer können diese Frage stellen, um festzustellen, ob Sie einen Job finden wollen, der Ihnen Freude bereitet und für den Sie mit Leidenschaft dabei sind, oder ob es Ihnen nur um den Gehaltszettel geht.

Was Ihre Antwort beinhalten sollte:

Diese Frage mag den meisten Leuten wie eine Trickfrage erscheinen, aber es ist wichtig, ehrlich und offen mit Ihrer Antwort umzugehen. Egal, ob Sie einfach einen Job haben wollen, um ein Einkommen zu generieren, oder eine echte Leidenschaft für Ihre Karriere haben – teilen Sie Ihre Sichtweise und die Gründe für Ihre Antwort. „Natürlich können Sie an dieser Stelle Ihre hohe Motivation für die angestrebte Position nochmals ausführen“, sagt Feichtner. Zeigen Sie, dass Sie sich gerne am Erreichten messen lassen, dann sind Sie es auch wert.

4. Erzählen Sie mir von einem Erfolg, der Ihre Karriere geprägt hat.

Arbeitgeber lieben es, Erfolgsgeschichten zu hören. Erfolgsgeschichten zeigen nicht nur, inwiefern Sie für die Stelle qualifiziert sind, sondern auch, was Sie als Kandidat einzigartig macht.

Was Ihre Antwort beinhalten sollte:

Teilen Sie eine Erfolgsgeschichte aus der Vergangenheit, die für die Stelle, für die Sie sich bewerben, relevant ist. „Seien Sie selbstbewusst und stolz auf Ihre Leistung“, rät Feichtner. „Sie können etwas und das haben frühere Arbeitgeber an Ihnen sehr zu schätzen gewusst.“ Nennen Sie dabei auch Ich-Botschaften, nicht nur Wir-Botschaften.

5. Erzählen Sie mir von einem Projekt, bei dem Sie innovativ und kreativ sein mussten.

Laut einer Umfrage von CareerBuilder wollen 21 Prozent aller Arbeitgeber Kandidaten einstellen, die gut im kreativen Denken sind. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ein Geschäftsführer Sie danach fragen wird, wie Sie nach der Einstellung mithilfe von kreativen und innovativen Ideen das Unternehmen voranbringen werden.

Was Ihre Antwort beinhalten sollte:

Sprechen Sie über ein Projekt, bei dem Sie gezwungen waren, über den Tellerrand hinaus zu denken und Ihren Einfallsreichtum zu nutzen. Hierbei können Sie Techniken, Tools und Methoden aufzählen, die Ihnen dabei besonders zugutekamen. So kann der Geschäftsführer Ihre Bereitschaft erkennen, Risiken einzugehen und Neues auszuprobieren. „Es geht aber immer um den richtigen Mix: Auf dem, was schon vorhanden ist, aufzubauen, Verbesserungspotenziale zu erkennen, Ziele zu erreichen, aber nicht alles auf einmal ändern zu wollen“, sagt Feichtner.

6. Wie würde Ihr derzeitiger oder ehemaliger Chef Sie beschreiben?

Dies kann eine knifflige Frage sein, besonders wenn Sie Ihren vorherigen Job mit einem negativen Beigeschmack verlassen haben. Arbeitgeber stellen diese Frage jedoch, um etwas über Ihre Persönlichkeit zu erfahren.

Was Ihre Antwort beinhalten sollte:

Dies ist eine gute Gelegenheit, um über Ihre Arbeitsethik zu sprechen und wie Ihre Persönlichkeit zu Ihren Erfolgen in vergangenen Jobs beigetragen hat. „Machen Sie sich am besten im Vorfeld Notizen, wann Sie von Ihrem Chef konsultiert oder gelobt wurden, was in Mitarbeiter- und Feedbackgesprächen angesprochen wurde oder was in Ihren Arbeitszeugnissen steht“, sagt Feichtner. Bei dieser Frage können Sie darüber hinaus Ihre Stärken aus dem Arbeitsalltag schildern. „Besonders mit herausstechenden Stärken können Sie hier auf jeden Fall punkten. Auch Referenzen zu nennen, kann hier ein guter Weg sein.“

Wenn Sie bei Ihrem letzten Job eine negative Erfahrung gemacht haben, teilen Sie mit Ihrem Gesprächspartner, was Sie in der Position gelernt haben und wie Sie selbst aus der negativen Erfahrung Positives mitgenommen und das Blatt gewendet haben. Dass Sie sich gerne proaktiv Feedback holen und Sie Kritik annehmen, hören andere sicher gerne.

7. Was schätzen Sie am meisten an unserer Kultur und Vision?

Geschäftsführer stellen diese Frage, weil sie wissen wollen, ob ein Kandidat versteht, was das Unternehmen zu erreichen versucht. Wenn diese Frage aufkommt, können Sie erklären, was Sie wirklich über das Unternehmen denken. „Zusätzlich wird der Cultural Fit abgeglichen“, erklärt Feichtner. „Dabei wird geschaut, ob Sie als Persönlichkeit auch wirklich zum Unternehmen passen, auch im Hinblick auf gemeinsame Werte und Visionen.“ Grund dafür sei, dass Geschäftsführer sehen möchten, ob Sie die gleichen Ziele wie das Unternehmen anstreben und verfolgen. Wer sich vorher darüber Gedanken gemacht hat, kann sicher punkten.

Was Ihre Antwort beinhalten sollte:

Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie durch Ihre Recherche über die Mission und die Werte der Organisation gelernt haben. Sie sollten auch Ihre persönlichen Werte in Ihre Antwort einfließen lassen und erläutern, wie diese zum Erfolg des Unternehmens beitragen werden. Zeigen Sie, dass Sie die richtige Einstellung und Motivation mitbringen, um etwas zu bewegen.

8. Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Dies ist eine weitere Frage, die Arbeitgeber stellen, um mehr über Ihre Persönlichkeit und Ihre Werte zu erfahren.

Was Ihre Antwort beinhalten sollte:

Bei der Beantwortung dieser Frage ist es wichtig, ehrlich zu sein. Sprechen Sie über Ihre Interessen und Hobbys, die Sie als Person geprägt haben – und die in einem Vorstellungsgespräch angemessen sind.

Sprechen Sie zum Beispiel darüber, dass Sie in Ihrer Freizeit Marathonläufer sind oder dass Sie Yogakurse unterrichten. Interessen wie diese zeigen auf, wie Ihre Arbeitsethik und Führungsqualitäten sich auch in Ihrem Privatleben bemerkbar machen. „Wichtig ist, dass Sie auch Hobbys nennen, die Sie auch tatsächlich ausüben, damit Sie bei weiterführenden Fragen nicht in Verlegenheit geraten“, sagt Feitchner. Insbesondere dann, wenn der Gesprächspartner das gleiche Hobby ausübt wie Sie, kann so eine Situation schnell unangenehm werden. Im positiven Fall können Sie hingegen große Sympathie erzeugen.

9. Was hilft Ihnen, montags morgens aus dem Bett zu kommen?

Montage sind für die meisten Arbeitnehmer eine Qual. Wenn Sie jedoch Ihren Job lieben, können Montage positiv sein. Eine Studie von CareerBuilder zeigt, dass 66 Prozent aller Arbeitgeber nach selbstmotivierten Kandidaten suchen und 72 Prozent Kandidaten mit positiver Einstellung einstellen wollen.

Was Ihre Antwort beinhalten sollte:

Dies ist Ihre Gelegenheit zu teilen, warum Sie sich für Ihre Karriere begeistern. Sprechen Sie darüber, was Sie in Ihrer Karriere am meisten motiviert und wie Sie diese Leidenschaft während der Arbeitswoche als Inspiration nutzen. Dass Sie generell mit viel Freude und einem hohen Qualitätsanspruch an Ihre Aufgaben herangehen, wird sicher gut ankommen.

10. Warum arbeiten Sie in dieser Branche?

Arbeitgeber möchten erfahren, was Sie zu Ihrer Branche geführt hat, warum Sie daran interessiert sind, für das Unternehmen zu arbeiten, und warum Sie sich für das, was Sie tun, leidenschaftlich begeistern.

Was Ihre Antwort beinhalten sollte:

Erzählen Sie von der Zeit, in der Sie sich erstmals für Ihre Karriere oder Ihre Branche interessiert haben. Dies kann zum Beispiel einen kurze Anekdote zu Ihrem ersten Praktikum oder zu einer Erfahrung sein, die Sie zu dieser Art von Arbeit hingezogen hat. Achten Sie darauf, Erfahrungen hervorzuheben, die für den Job relevant sind, für den Sie sich bewerben. „Wenn Sie zeigen können, dass Sie sich in der Branche oder dem Bereich schon seit längerer Zeit gut aufgehoben fühlen und dies Ihnen immer wieder bestätigt wurde, ist das definitiv die passende Story“, sagt Feichtner.

Mussten Sie während eines Vorstellungsgesprächs eine dieser Fragen beantworten? Wenn ja, wie haben Sie geantwortet? Teilen Sie Ihre Erfahrung auf Glassdoor mit anderen!

Walter Feichtner

Walter Feichtner ist Dipl.-Kulturwirt und Inhaber von Karrierecoach München. Als Coach und Berater ist er Experte für alle Fragen rund um das Thema Karriere und den Bewerbungsprozess. Außerdem ist er an über 30 Unis und Fachhochschulen als Gastdozent tätig.

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