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Wie Sie Ihre Angst vor Präsentationen besiegen können

Einige Redner scheinen so gar keine Angst vor dem Sprechen vor Publikum zu haben. Sie zittern, stammeln und schwitzen nicht. Warum fühlen sich andere Menschen, als würden Sie vor Ihren Zuhörern zusammenbrechen?

Das National Institute of Mental Health hat Studien gesammelt, die signalisieren, dass 74% der Bevölkerung Angst vor öffentlichem Redenhalten haben. „Die Angst vor öffentlichem Reden ist die häufigste aller Phobien, sogar häufiger als Todesangst, Höhenangst und Angst vor Spinnen… die zugrundeliegende Furcht ist die Angst vor einer negativen Beurteilung seitens anderer Menschen“, so John R. Montopoli, Mitbegründer des National Social Anxiety Center.

Analysieren Sie Ihre Angst

Denken Sie an Ihre früheren Präsentationen. Wie haben Sie sich vor und nach diesen Präsentationen gefühlt? Fällt Ihnen eine Situation bei einem Vortrag ein, die besonders peinlich war?

Ita Olsen, Sprachtherapeutin, Autorin, Kommunikationsexpertin und Gründerin von Convey Clearly erklärt, dass die Furcht vor öffentlichem Reden aus falschen Annahmen stammen kann: „Wenn ein Student auf eine von einem Lehrer gestellte Frage falsch antwortet und der Lehrer ,Nein‘ sagt und jemanden anderen sucht, der die richtige Antwort hat, wird dies als negatives Feedback wahrgenommen. Das heißt, wenn der Student nicht richtig lag, dann hält er sich für einen Versager. Er wird auf Fragen nicht mehr antworten, denn es besteht die Möglichkeit, dass er wieder falsch liegt und diese Demütigung will er nicht riskieren.“

Natürlich bedeutet es nicht, dass der Student ein Versager ist, wenn er eine Frage falsch beantwortet. Wenn er aber das Feedback auf diese Weise verinnerlicht und zukünftig nur zögerlich etwas beiträgt, kann dies zu Angstgefühlen führen, was für die Kommunikation ein Hindernis darstellt.

„Unsere Gehirne haben sich noch nicht zu dem Grad entwickelt, dass wir in Situationen mit hoher Stressbelastung klar und überzeugend kommunizieren können… Ihr präfrontaler Cortex schaltet sich ab, wenn Sie unter Druck stehen. Daher werden Ihnen eine Stunde oder eine Woche nach einer stressigen Situation bessere Antworte einfallen und Sie werden sich denken ,Jetzt weiß ich, was ich hätte sagen sollen!‘ Sie wissen die richtige Antwort, aber diese fällt Ihnen in einer Situation mit hoher Stressbelastung nicht ein“, so Olsen.

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Bereiten Sie sich vor

 Seien Sie sich bewusst, dass Sie sich vor einer Präsentation emotional vorbereiten müssen. Darüber hinaus sollten Sie auch den Inhalt des Vortrags üben, bis Sie die Materie so gut kennen, dass Sie diese ganz natürlich präsentieren können. Machen Sie sich klare und einfach zu lesende Notizen, indem Sie nur Aufzählungspunkte oder eine kurze Zusammenfassung notieren. Dann müssen Sie sich nicht mit komplizierten Papieren oder Karteikarten herumschlagen, wenn Sie auf der Bühne stehen.

Kommen Sie gut an

Versuchen Sie eine Beziehung zu Ihrem Publikum herzustellen. Denken Sie daran, dass viele Ihrer Zuhörer wahrscheinlich auch Angst vor Präsentationen haben und im selben Boot sind. Stellen Sie sich vor, dass Ihre Zuhörer Ihnen die Daumen drücken, anstatt Sie negativ zu beurteilen.

„Denken Sie nur an die Informationen, die Sie übermitteln wollen und die Ihre Zuhörer benötigen. Hierbei werden Sie feststellen, dass es sich nicht um Sie selbst handelt, sondern nur um Ihre Zuhörer. Wenn Sie motiviert sind Ihre Botschaft auszurichten und dabei Menschen zu helfen, wird dies Ihnen helfen die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer nicht auf Sie zu lenken, sondern auf Ihre Präsentation. Dies ermöglicht Ihnen eine starke und überzeugende Botschaft zu herüberzubringen“, so Olsen.

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Entspannen Sie sich

 Präsentationen können wegen scheinbar unkontrollierbarer Stressreaktionen belastbar sein – wir schwitzen, unsere Hände zittern und wir stammeln. „Oft entsteht bei öffentlichem Reden ein Teufelskreis“, so Olsen. „,Das Publikum wird merken, wie nervös ich bin und daher bin ich noch nervöser!‘“

Laut Olsen taucht diese Kampf-oder-Flucht-Reaktion auf, weil viel auf dem Spiel steht. „Der Hals kann sich verkrampfen und die Worte kommen nicht raus“, so Olsen.

Ihr Ratschlag: „Wir müssen uns darauf konzentrieren, unsere Muskulatur zu entspannen, wenn wir kommunizieren.“ Olsen empfiehlt, den Nacken und die Schultern zu entspannen und hebt hervor, wie wichtig es ist, ein entspanntes Gesicht zu haben sowie tief zu atmen.

Olsens Ansatz setzt voraus, dass wir verstehen, wie Nervosität sich auswirkt, wie sie unseren Körper angreifen kann und wie Sie lernen können, diese Schwierigkeiten zu bewältigen. „Ich kann es Ihnen nicht versprechen, dass Nervosität beim öffentlichen Reden gar nicht mehr auftritt, aber Sie können lernen, diese sofort in dem Moment abzuschütteln, in dem sie erscheint. Das ist die Kunst“, so Olsen. „Alle großartigen Redner haben zu einem gewissen Grad daran gearbeitet“ – und Sie schaffen das auch!