Glassdoor-Updates, Jobs, Weitere Top-Themen

Was macht eigentlich eine Senior Diversity + Inclusion Officer?

Eine kürzlich durchgeführte Glassdoor-Analyse von Stellenanzeigen ergab, dass immer mehr Unternehmen Jobs anbieten, um ihr Engagement für Vielfalt und Inklusion zu fördern. Aber wie sieht der Berufsalltag in diesen Rollen aus? Um eine Vorstellung davon zu bekommen, haben wir mit Sarah Cordivano, Senior Diversity & Inclusion Officer bei Zalando, gesprochen.

Klicken Sie hier, um das Interview auf Englisch zu lesen.

Herzlich willkommen, was machen Sie als Senior Diversity & Inclusion Officer?

Sarah Cordivano: Ich arbeite an Programmen und Projekten, die dazu beitragen, Zalando vielfältiger und ganzheitlicher zu machen. Dies ist ein sehr offener Prozess, da er sich regelmäßig mit verschiedenen anstehenden Projekten weiter entwickelt. Momentan umfasst dies die Entwicklung eines Ressourcenprogramms für unsere Mitarbeiter (Employee Resource Groups), um unsere Community-Gruppen dabei zu unterstützen, sichtbar zu sein und die gewünschte Wirkung zu erzielen. Ich arbeite auch an der Entwicklung eines Schulungsportfolios, um unsere Zalando-Community in Bezug auf Themen wie Diversität und Inklusion (D & I) durch praktische und umfassende Weiterbildung zu verbessern.

 

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?

SC: Ein normaler Arbeitstag umfasst normalerweise Folgendes:

  • Treffen mit Stakeholdern und Community-Mitgliedern, um aktuelle und zukünftige Projekte zu besprechen, um ihre Perspektive und ihr Buy-in zu erhalten.
  • Entwicklung von Programmen und Projekten zur Unterstützung unseres Weges.
  • Wir arbeiten an zukünftigen Strategien oder Roadmaps, um unsere ehrgeizigen Pläne für die Zukunft voranzutreiben.
  • Übermittlung von Aktualisierungen unserer Arbeit in Präsentationen oder in schriftlicher Form.

 

Welche Fähigkeiten sind wichtig, um in einer solchen Position erfolgreich zu sein?

SC: Stakeholder Management und Kommunikationsfähigkeiten sind sehr wichtig! Darüber hinaus sind starke Projektmanagement-Fähigkeiten zur Umsetzung der Strategie erforderlich. Dazu braucht man eine umfassende Kenntnis von D&I-Konzepten und Best Practices. Last but not least, ist es unerlässlich, immer weiterzulernen. Denn schließlich entwickelt sich das Thema im Laufe der Zeit immer weiter. Das, was heute Best Practice ist, ist es morgen vielleicht nicht mehr.

 

Was würden Sie Unternehmen raten, die jetzt mit Diversity & Inclusion-Initiativen starten?

SC: Machen Sie D&I zu einer Priorität und Verantwortung im gesamten Unternehmen, nicht nur nur in der Personalabteilung und im Management. Verankern Sie das Bewusstsein, die Verantwortlichkeiten und die Eigenverantwortung von Initiativen in der gesamten Organisation. Stellen Sie sicher, dass Ihre Führungskräfte die D&I-Strategie von oben nach unten fördern können. Beziehen Sie vor allem Ihre Community-Mitglieder (Employee Resource Groups) in die Entwicklung Ihrer Strategie ein.

 

Wird ein Diversity & Inclusion Officer in naher Zukunft eine Standardrolle in jedem Unternehmen sein?

SC: In Deutschland tauchen mehr Rollen wie diese auf, aber es gibt immer noch weniger als in den USA oder in Großbritannien. Ich denke nicht, dass es in Zukunft in jedem Unternehmen eine derartige Rolle geben wird, aber es hängt wirklich davon ab, wo jedes Unternehmen startet und welche Ziele es verfolgt.

Eine spezifische Leitungsrolle für diesen Bereich ist hilfreich, um D&I-Initiativen zu entwickeln und Fortschritte zu erzielen. Mit einem starken Führungsteam, das D&I als Priorität im gesamten Unternehmen festlegt und Mechanismen für Berichtspflichten einrichtet, kann man viel ausrichten. Außerdem mag ich es sehr, Rollen zu sehen, die Community-Gruppen befähigen und unterstützen und ihnen dabei helfen, sichtbar zu werden und gleichzeitig ihre Arbeit anzuerkennen.

Kurz gesagt, die Schaffung einer gesonderten Führungsrolle für Diversität und Inklusion ist kein Allheilmittel. Es gibt darüber hinaus sehr viel mehr zu tun, um die D&I-Arbeit in einem Unternehmen, mit klarem Fokus auszurichten und zu fördern.

 

Ein Blick in die Zukunft… wie würden Sie Nachwuchskräften raten, sich auf diesen Karriereweg vorzubereiten?

SC: Sie sollten sich in der Community-Arbeit engagieren und sich mit Leadership-Themen beschäftigen. Sie sollten die Gelegenheit nutzen, Bücher zu lesen und mehr über Privilegien, Diskriminierung, Gerechtigkeit, Zugehörigkeit und Inklusion zu erfahren. Fordern Sie Ihr aktuelles Unternehmen auf, Prioritäten zu setzen und seine Initiativen transparent auszugestalten, um einen vielfältigen Arbeitsplatz mit einem starken Gefühl der Zugehörigkeit und Inklusion zu schaffen.

Vielen Dank für das Interview!

#

Eine Zusammenfassung der Diversity & Inclusion Study 2019 von Glassdoor kann HIER heruntergeladen werden. Ein zentrales Ergebnis war, dass mehr als ein Drittel der befragten deutschen Berufstätigen bereits Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt haben.