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Bezahlung

Frauen gehen weniger selbstbewusst in die Gehaltsverhandlung (laut Equal-Pay-Day-Umfrage)

Gepostet von Glassdoor-Team

Karriere-Experte

Letzte Aktualisierung 12. Juli 2022
|4 Min. Lesezeit

Eine Glassdoor-Umfrage unter deutschen Arbeitnehmer:innen zum Equal Pay Day zeigt, dass Frauen in Gehaltsverhandlungen im Durchschnitt weniger Selbstbewusstsein an den Tag legen als Männer.

Am 7. März wird in Deutschland der Equal-Pay-Day begangen. Hierbei handelt es sich um einen internationalen Aktionstag, der auf die bestehende Lohnlücke zwischen Männern und Frauen aufmerksam machen soll, den sogenannten Gender-Pay-Gap. Rein rechnerisch arbeiten weibliche Arbeitnehmerinnen in Deutschland bis zum 7. März unentgeltlich, während Männer bereits ab dem 1. Januar bezahlt werden.

 Zentrale Ergebnisse der Glassdoor-Umfrage:

  • Fast die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer:innen (47 Prozent) ist der Ansicht, dass es einen „Confidence Gap“ zwischen den Geschlechtern gibt, dass also Männer im Durchschnitt in einem beruflichen Kontext mehr Selbstvertrauen an den Tag legen als Frauen
  • Frauen gehen weniger selbstbewusst in Verhandlungen bezüglich Gehalt, Boni oder Teuerungszulagen (47 Prozent der Frauen, aber 65 Prozent der Männer)
  • 40 Prozent der Frauen haben Angst oder Sorgen vor einer Verhandlung über Gehalt, Boni oder Teuerungszulagen
  • Jede vierte Frau ist der Meinung, ihr Unternehmen sollte mehr gegen die Gender-Pay-Gap tun

Frauen sind bei Gehaltsverhandlungen weniger selbstbewusst als Männer

Frauen fällt es im Vergleich zu Männern oft schwerer, am Arbeitsplatz selbstsicher zu sein und die eigenen Leistungen anzuerkennen. Dieser geschlechtsspezifische Unterschied in der Selbstwahrnehmung wird als „Confidence Gap“ bezeichnet. Im Rahmen der Glassdoor-Studie stimmen 53 Prozent der Frauen und 41 Prozent der Männer insgesamt zu, dass es ein Selbstvertrauensdefizit zwischen Mann und Frau am Arbeitsplatz gibt.

Besonders deutlich zeigt sich der Confidence Gap bei Gehaltsverhandlungen. Steht ein Verhandlungsgespräch zu Gehalt, Boni oder Teuerungszulagen an, gehen zwei Drittel der Männer (66 Prozent) selbstsicher in das Gespräch. Nur 47 Prozent der Frauen in der gleichen Situation geben an, selbstsicher zu sein.

Frauen fragen seltener nach einer Gehaltserhöhung 

Während in den letzten zwölf Monaten beinahe die Hälfte der Männer (45 Prozent) nach einer Gehaltserhöhung gefragt haben, waren es unter den weiblichen Umfrageteilnehmerinnen nur 35 Prozent. Dabei führen Gehaltsverhandlungen in 83 Prozent der Fälle zum Erfolg und einem höheren Einkommen. Auch hier zeigt sich aber wieder ein Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während 48 Prozent der Männer genau das Gehalt bekommen, was sie fordern, sind es bei den Frauen nur 42 Prozent.

Unter allen weiblichen Teilnehmerinnen der Umfrage sind 73 Prozent der Ansicht, dass sie aktuell eine Gehaltserhöhung verdient hätten. Außerdem gaben 42 Prozent der Frauen an, dass ihre Zurückhaltung bei Gehaltsverhandlungen negative Auswirkungen auf ihr Einkommen hatte.

„Bis heute ist das Thema Gehaltsverhandlungen vielen Menschen und hauptsächlich Frauen unangenehm. Unsere Umfrage hat ergeben, dass die anhaltende mangelnde Transparenz um das Gehalt Frauen am Arbeitsplatz benachteiligt. 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen trauen sich nicht, über ihr Gehalt zu verhandeln, und nur 46 Prozent glauben, dass ihr Arbeitgeber genug tut, um das geschlechtsspezifische Lohngefälle zu beseitigen. Transparente Gehaltsstrukturen und die Einbeziehung aller Beschäftigten in offene Gehaltsgespräche werden ein gleichberechtigteres Arbeitsumfeld schaffen.“

Jill Cotton, Karriere-Expertin bei Glassdoor

Die Gender-Pay-Gap ist noch immer spürbar

Einige Unternehmen arbeiten daran, die geschlechtsspezifische Lohnlücke zu verringern. Insgesamt stimmen 52 Prozent der Männer und 46 Prozent der Frauen zu, dass ihr Unternehmen etwas gegen die Gender-Pay-Gap unternimmt. Dass es auf dem deutschen Arbeitsmarkt jedoch noch lange nicht optimal läuft, belegen 24 Prozent der weiblichen und auch 13 Prozent der männlichen Befragten – ihre Unternehmen legen ihrer Ansicht nach bis heute überhaupt keinen Wert auf einen Ausgleich des Lohngefälles.

Die Glassdoor-Studie zeigt deutlich, dass auf diesem Gebiet noch einiges passieren muss, bevor Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht am Arbeitsplatz für gleiche Leistung den gleichen Lohn bekommen.

Maßnahmen gegen die Gender-Pay-Gap

Unternehmen können in drei Bereichen Maßnahmen ergreifen, um das geschlechtsspezifische Lohngefälle zu verringern:

  • Technologie: Nützliche Tools, wie zum Beispiel Gehaltsvergleiche, helfen Mitarbeiter:innen, ihren Wert zu erkennen und Arbeitgebern ein effektives Benchmarking zu ermöglichen.
  • Höhere Gehaltstransparenz: Ungleichheiten können so leichter erkannt und Gespräche rund um das Gehalt geführt werden.
  • Richtlinien und Programme: Kompetenzen helfen Mitarbeiter:innen dabei, offene Gespräche über das Gehalt zu führen.

Fazit

Die Glassdoor-Studie zeigt, das Frauen in Deutschland durchschnittlich weniger selbstbewusst und durchsetzungsstark sind, wenn es um Gehaltsverhandlungen geht. Einige einfache Maßnahmen können helfen, dem entgegenzuwirken. Dazu könnten zum Beispiel Gehaltsangaben in Stellenanzeigen gehören. Auch eine Unternehmenskultur, in der offen über Gehälter geredet werden kann, kann dazu beitragen, die Gehaltsunterschiede zwischen weiblichen und männlichen Arbeitnehmer:innen zu verringern.

Methodik

Im Rahmen der Umfrage wurden 1.000 deutsche Arbeitnehmer:innen vom 10.02. bis 16.02.2022 befragt.

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