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So gelingt der Lebenslauf

Einen Lebenslauf zu schreiben, ist eine echte Kunst. Ein gelungenes Exemplar kann bereits die Eintrittskarte zum Vorstellungsgespräch sein. Schon bald merken wir jedoch, wie schwer es ist, die richtigen Worte für unsere Arbeitserfahrung zu finden. Sobald sich die Datei „Lebenslauf“ auf dem Computer öffnet, scheint die Aufgabe vielen kaum weniger ambitioniert als das Verfassen eines Bestsellerromans.

Stichpunkte gewissenhaft aufzuarbeiten ist nicht sehr aufregend und entspricht nicht zwangsläufig unserer Vorstellung von etwas, das besonders viel Spaß macht. Doch es zahlt sich aus, wenn dadurch ein Lebenslauf gelingt, mit dem wir uns von unserer besten Seite präsentieren. Und so klappt es:

Bereiten Sie sich vor

Bevor Sie arbeitswütig in die Tasten hauen, halten Sie kurz inne und atmen Sie erst einmal durch. Zunächst sollten Sie herauszufinden, was Sie in Ihrem Lebenslauf präsentieren wollen. Beantworten Sie sich dafür die folgenden drei Fragen:

  • Was möchte ich besonders hervorheben?
  • Welche Eigenschaften oder Erfahrungen erwartet das Unternehmen oder der Personalchef von mir als Bewerber?
  • Mit welchen Erfahrungen und Fähigkeiten kann ich am besten zeigen, dass ich die richtige Person für den Job bin?

Die Antworten werden Ihnen dabei helfen, in Ihrem Lebenslauf genau das zu schreiben, was wirklich zählt.

Jetzt geht es um Sie

In Ihrem Lebenslauf geht es nicht um irgendjemanden – es geht einzig und allein um Sie. Folglich sollte er genau die Aspekte vermitteln, die dem Personalmanagement und dem Unternehmen einen Vorgeschmack darauf geben, wer Sie sind und was Sie alles mitbringen.

Sie sollten sich zwar an gängige formale Grundvoraussetzungen halten, können und sollten jedoch versuchen, Ihrer Persönlichkeit mit Ihrer eigenen Sprache und Tonalität Ausdruck zu verleihen. Ihre authentische Stimme wird Sie aus der Masse konformer Lebensläufe herausstechen lassen. Um nicht generisch zu klingen, verzichten Sie auf Floskeln.

[Lesen Sie auch: Der erste Job nach dem Studium: So gelingt der Berufseinstieg]

Hervorheben, was wichtig ist

Sie haben bereits vielfältige Erfahrungen in verschiedenen Jobs gesammelt? Das ist gut und wichtig – doch während manche Erfahrungen für einen konkreten Job relevant sein können, sind es andere vielleicht weniger. Machen Sie sich das bewusst und profitieren Sie von diesem Wissen, denn der Lebenslauf lässt sich jeweils auf die benötigten Anforderungen zuschneiden. Auch wenn das bedeutet, dass Sie mehrere Versionen von Ihrem Lebenslauf anfertigen müssen. Jaime Petkanics, Bewerbungscoach und Gründerin der Webseite „The Prepary“, rät zu einem Rollentausch: „Stellen Sie sich vor, Sie wären der Personalverantwortliche für den Job, auf den Sie sich gerade bewerben wollen. Stellen Sie sich drei Fragen: Wenn ich nichts anderes als dieses Anschreiben vor mir liegen hätte, würde ich mich anrufen? Wenn die Antwort nein lautet, überlegen Sie, warum nicht. Fehlt eine Arbeitserfahrung, die gesucht wird? Wenn dies der Fall ist, fügen Sie diese hinzu! Fehlt Ihnen eine Fähigkeit? Dann eignen Sie sich diese an! Es ist nichts falsch oder unehrlich daran, den Lebenslauf auf eine spezifische Jobanforderung anzupassen – solange Sie nicht etwas erfinden, was Sie nie getan haben.“

Achten Sie auf die Grammatik

Durch die Fülle an Informationen ist es schnell passiert: Die Verben springen zwischen heute und gestern und Wörter wiederholen sich. Prüfen Sie, ob alle abgeschlossenen Berufserfahrungen und Aufgaben in der Vergangenheitsform geschrieben sind und setzen Sie aktuelle Tätigkeiten ins Präsens.

Beachten Sie die Branche

Sie bewerben sich für einen Job bei einem Start-up? Dann sollte Ihr Lebenslauf auch die Ideale der Start-up-Welt widerspiegeln, etwa eine echte Macher-Mentalität, Kreativität oder ein gewisses Maß an Risikofreude. Wenn Sie sich aber bei einer Anwaltskanzlei oder Bank bewerben wollen, sollten Sie sich an die Konventionen dieser Branchen halten. Planen Sie etwas Zeit dafür ein, sich über die jeweilige Branche ausreichend zu informieren. So stellen Sie sicher, dass Ihr Lebenslauf grundlegende Erwartungen erfüllt.

[Lesen Sie auch: So gelingt das perfekte Bewerbungsschreiben]

Holen Sie sich eine zweite Meinung ein

Lassen Sie Ihren Lebenslauf von jemandem gegenlesen, der sich mit mehr als nur der korrekten Rechtschreibung auskennt. Fragen Sie jemanden, dem Sie vertrauen und bitten Sie ihn oder sie, folgende Fragen im Hinterkopf zu behalten:

  • Ist die Wortwahl klar und ist der Text verständlich?
  • Klingt das Geschriebene auch nach Ihnen?
  • Gibt es etwas, das verwirrend ist?
  • Fehlt etwas Wichtiges und sollte noch etwas hinzugefügt werden?

Nehmen Sie sich genügend Zeit

Es fällt auf, wenn ein Lebenslauf hastig und auf den letzten Drücker geschrieben wurde. Gerade der Lebenslauf ist kein Projekt, das man lange vor sich herschieben und erst in letzter Sekunde erledigen sollte. Planen Sie stattdessen mehrere Tage ein, um Ihren Lebenslauf zu schreiben. Am besten lassen Sie die erste Version ein paar Tage liegen und werfen dann noch einmal einen kritischen Blick darauf. Wir alle kennen die Situation: Dass wir etwas Wichtiges vergessen haben, fällt uns oft erst im Nachhinein auf. Wenn Sie sich gründlich mit dem Dokument auseinandersetzten, wird das dem Gegenüber auch auffallen (und sich in zweiten Schritt hoffentlich auch auszahlen!).

Sobald Sie mit Ihrem Text zufrieden sind, können Sie Ihren Lebenslauf auch bei Glassdoor hochladen, um sich schnell und einfach über die Plattform für Jobs zu bewerben.