Gehälter

„Und was verdienst du so?“

Glassdoor – Studie zum Thema Gehaltstransparenz

Eine Frage, die sich viele im Büro stellen, aber wenige direkt beantworten möchten. Die Umfrage* der Job- und Karrierecommunity Glassdoor zeigt, dass offene Gespräche über das Gehalt in Deutschland häufig noch tabu sind. Aber warum etwas totschweigen, das so wichtig ist?

Wer traut sich?
Knapp ein Drittel (28 %) der deutschen Arbeitnehmer hat kein Problem damit, über das eigene Gehalt zu sprechen. Und das, obwohl ein generelles Interesse an dem Thema besteht. Sobald sich die Möglichkeit bietet, anonyme Angaben zu machen, sind 45 % dazu bereit, Informationen über ihr Gehalt mit anderen zu teilen. Ein Blick nach Frankreich beispielsweise zeigt, dass durchaus länderspezifische Unterschiede bestehen: Immerhin fast zwei Drittel (63 %) der Franzosen haben kein unwohles Gefühl dabei, offen über ihr Gehalt zu sprechen – egal, ob anonym oder nicht.

Informationen auf Umwegen
Nur vier von zehn deutschen Arbeitnehmern (39 %) wissen, was ihre Kollegen verdienen und können dadurch einschätzen, wie fair ihre Bezahlung im Vergleich ist. Nur die Hälfte derjenigen, die das Gehalt der Kollegen kennen, hat es direkt von diesen erfahren. Jeder Fünfte (19 %) beruft sich auf den Büro-Tratsch. Vertrauliche Dokumente, die offen liegen gelassen wurden, dienen 7 % als Informationsquelle. Erschreckend: 3 % geben sogar an, dass Personalverantwortliche die Gehälter der Kollegen ausgeplaudert hätten.

Reden ist Silber – Schweigen ist Gold?
Dieses alte Sprichwort gilt nicht für das Thema Gehälter. 6 von 10 deutschen Arbeitnehmern (63 %) finden, dass Unternehmen sogar zu mehr Transparenz hinsichtlich der Gehälter verpflichtet werden sollten. Sie haben dafür gute Gründe:

  • Mehr als die Hälfte (53 %) geht davon aus, dass dies helfen könnte, die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen zu schließen.
  • Jeder Zweite (48 %) denkt, dass größere Transparenz das Vertrauen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern stärken würde.
  • 46 % finden es für das Personalgespräch hilfreich, das eigene Gehalt mit dem Durchschnittsgehalt im Unternehmen für diese Position vergleichen zu können.
  • Und fast 42 % geben an, dass dies auch als Bewerber nützlich wäre.

*Umfrage von Harris Interactive im Auftrag von Glassdoor, durchgeführt zwischen dem 18. und 15. November 2014 unter 1.044 Befragten in Deutschland zwischen 16 und 64 Jahren.