Gehälter, Ratschläge zum Thema Karriere

So verdoppeln Sie Ihr Gehalt

Sie würden gerne doppelt so viel verdienen wie im Moment? Wie lange würde es dauern, bis Sie dieses Ziel erreicht haben? Können Sie mit Ihrem derzeitigen Job Ihr Wunschgehalt überhaupt jemals erreichen?

So gut wie jeder würde gerne mehr verdienen, ganz unabhängig von seiner Position, seinem Arbeitgeber oder der jeweiligen Branche. Damit dieser Wunsch auch wahr wird, nehmen Sie sich einen Moment Zeit und machen Sie sich klar, wie Sie welchen Betrag realistischerweise erzielen können.

Die folgenden fünf Schritte werden Ihnen dabei helfen, Ihre Karriere anzukurbeln und Ihren Gehaltszettel aufzubessern:

  1. Definieren Sie ein Ziel und einen Zeitplan. Arbeiten Sie sich rückwärts zum heutigen Zeitpunkt vor, um herauszubekommen, was Sie heute tun müssen.

Sie möchten innerhalb der nächsten fünf Jahre Ihr Gehalt verdoppeln? Halten Sie dieses konkrete Ziel schriftlich fest, um es zu verinnerlichen. „Ich rate auch jungen Menschen, die erst am Anfang Ihrer Laufbahn stehen, stets das Ende der Karriereleiter im Auge zu behalten“, sagt Chrystal Marsh, Karriere- und Business-Coach für Millennials. „Wenn Sie Ihr Ziel erreichen wollen, müssen Sie nach vorne schauen. Fragen Sie sich im ersten Schritt beispielsweise, wie viel Sie in fünf Jahren verdienen wollen. Dann berechnen Sie rückwärts, wie hoch Ihre Gehaltserhöhung dieses Jahr, im kommenden sowie in den darauffolgenden Jahren ausfallen müsste, um am Ende das Wunschgehalt zu bekommen.“

Wenn Ihr Jahresgehalt heute bei 35.000 Euro liegt und Sie in fünf Jahren 70.000 Euro verdienen möchten, bräuchten Sie eine durchschnittliche jährliche Gehaltserhöhung von 7.000 Euro. Das bedeutet mindestens eine, eher zwei, Beförderungen innerhalb dieses Zeitraums.

Recherchieren Sie zunächst, wie hoch Ihr aktuelles Gehalt sein sollte und dann, wie es auf den nächsten Schritten der Karriereleiter aussehen würde. So erhalten Sie eine erste Vorstellung davon, wie lange es dauern könnte, Ihr Ziel zu erreichen. Bleiben Sie dabei jedoch realistisch. Denn abhängig von Ihrem Job und der Branche kann es fünf, aber eben auch zehn Jahre dauern, bis Sie Ihr Einkommen verdoppelt haben. Entscheidend ist es, sich die Rahmenbedingungen bewusst zu machen und diese zu verstehen, damit Sie einschätzen können, ob Sie auf dem richtigen Karrierepfad sind. Vielleicht müssen Sie auch einen Job- oder sogar einen grundsätzlichen Berufswechsel in Betracht ziehen.

  1. Zeigen Sie Ihrem Arbeitgeber, dass Ihre Gehaltserhöhung eine gute Investition ist.

Laut Life- und Karriere-Coach Jenn DeWall tendieren hochmotivierte Mitarbeiter häufig dazu, alle Aufgaben anzunehmen und selbst zu erledigen, anstatt zu delegieren. Das geht häufig zu Lasten des Zeitmanagements. Mitarbeiter sollten eher versuchen, Ihre Ressourcen auf die Unternehmensziele hin anzupassen. „Wenn die oberste Priorität eines Unternehmens zum Beispiel ist, das E-Commerce-Wachstum in diesem Jahr zu erhöhen, sollten Sie vorrangig Projekte übernehmen, die genau auf dieses übergeordnete Ziel ausgerichtet sind“, so DeWall.

Beim Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten über eine mögliche Gehaltserhöhung oder Beförderung können Sie dann Beispiele nennen, die belegen, dass Sie zur Verbesserung des Geschäftserfolgs beigetragen haben. „Am besten ist es, wenn Sie Ihre Argumente mit konkreten Zahlen untermauern können“, so DeWall. „Zum Beispiel: ‚Dieses Projekt hat – unter meiner Leitung – zu 3 Prozent Unternehmenswachstum beigetragen‘.” Entscheidend ist, dass Sie sich darauf konzentrieren, was für das Gesamtunternehmen wichtig ist. Lassen Sie sich nicht zu stark von kleinen Nebenprojekten ablenken, die kaum einen Einfluss auf die zentralen Unternehmensziele haben.

[Lesen Sie auch: So verhandeln Sie erfolgreich eine Gehaltserhöhung]

  1. Bilden Sie sich weiter (es muss nicht gleich der Doktortitel sein).

„Viele Leute denken‚ dass ein bestimmter Uni-Abschluss quasi eine Garantie dafür ist, auf der Karriereleiter aufzusteigen“, sagt Alexandra Levit, Schriftstellerin und Autorin des Buchs „They Don’t Teach Corporate in College”. „Aber es kommt auf die Branche und den Job an. Wenn Sie keine Position anstreben, für die unbedingt ein MBA erforderlich ist, dann ist eine Investition in diesen zeit- und häufig auch kostenintensiven Studiengang vielleicht nicht das Richtige.” Ein Wochenendkurs oder ein Zertifikat für eine bestimmte Qualifikation kann eine gute Alternative sein. Und die wenigsten sehen, dass dasselbe auch für das alltägliche Training „On-the-Job“ gelten kann: „Lassen Sie sich von Ihren Kollegen in neue Aufgaben einarbeiten und beobachten Sie, wie diese Ihre Arbeit machen. Oder melden Sie sich freiwillig für die Leitung eines Projektes, um Ihre Führungskompetenzen zu verbessern“, rät Levit.

Schauen Sie sich darüber hinaus Stellenausschreibungen an, um herauszufinden, welche Qualifikationen für einen bestimmten Job erwartet werden. Wenn Sie zum Beispiel Mitarbeiter im Vertrieb sind und zum Vertriebsleiter befördert werden wollen, dann werfen Sie einen Blick auf entsprechende Stellenangebote. Sie werden schnell erkennen, ob Sie für diesen Karrieresprung tatsächlich eine zusätzliche Ausbildung benötigen oder ob Sie sich die zusätzlichen Fähigkeiten auch anderweitig aneignen können.

  1. Sprechen Sie mit Ihrem Chef über Ihre Beförderung. Und ziehen Sie in Betracht, für einen Gehaltssprung eventuell den Arbeitgeber as Unternehmen zu wechseln.

Sie haben Ihre Ziele auf die des Unternehmens abgestimmt. Sie haben neue Projekte übernommen. Und Sie haben eine Liste Ihrer Erfolge erstellt, die beweist, dass Ihre Arbeit mehr wert ist. In einer perfekten Welt sieht Ihr Chef das ein und genehmigt die gewünschte Gehaltserhöhung. Im echten Leben laufen die Dinge jedoch oft anders als gewünscht. Und damit stehen Sie nicht alleine da. In diesem Fall gilt: „Den größten Gehaltssprung können Sie erreichen, indem Sie den Arbeitgeber wechseln – besonders wenn Sie noch jung sind. Das ist nun einmal so“, so Levit.

Wenn Sie unbedingt bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber bleiben möchten, bereiten Sie sich auf eine Gehaltsverhandlung vor. Recherchieren Sie hierzu auf Glassdoor, was andere bei Ihrem Unternehmen, in Ihrer Position oder in Ihrer Stadt verdienen. Wenn Ihr Vorgesetzter Ihrem Gehaltswunsch trotz der Verhandlung nicht entsprechen kann oder will, ist es vielleicht doch an der Zeit, sich nach etwas Neuem umzuschauen.

  1. Wenn Sie das Unternehmen wechseln, recherchieren Sie Gehälter und verhandeln Sie.

Mithilfe Ihrer Gehaltsrecherche können Sie ein solides Verständnis für marktübliche Gehälter in Ihrer Branche und Region entwickeln. Und wenn Sie von einem Unternehmen ein Angebot erhalten, das Ihrem Marktwert nicht entspricht, dann setzen Sie Ihre Jobsuche lieber fort.

„Sie sind besser gewappnet und können selbstbewusster verhandeln, wenn Sie wissen, ob ein Angebot innerhalb einer angemessenen Bandbreite liegt“, so Levit. „Versuchen Sie durch Verhandlungen mindestens das Job-spezifische Durchschnittsgehalt zu erreichen, vielleicht ist sogar ein Gehalt am oberen Ende dieser Skala möglich. Ihre beste Verhandlungsposition haben Sie, bevor Sie einen neuen Job antreten – nutzen Sie diese Chance, um einen Sprung nach vorne zu machen!“

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