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Beruf Übersetzer: Ein Job zum Verstehen

Ratgeberübersicht

Was machen Übersetzer?Voraussetzungen und FähigkeitenÜbersetzer AusbildungWo können Übersetzer arbeiten?Wieviel verdienen Übersetzer?

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Menschen, die Texte aus fremden Sprachen übertragen – werden die im Zeitalter von Übersetzungssoftware und künstlicher Intelligenz überhaupt noch gebraucht? Ja, wenn sie sich spezialisieren und wissbegierig sind.

Was machen Übersetzer?

Ein Übersetzer oder Übersetzerin kann für eine ganze Bandbreite an Texten eingesetzt werden, seien es kaufmännische Schriftstücke, literarische Werke oder Fachtexte, die er oder sie, ebenfalls schriftlich, in eine andere Sprache umwandelt. Die Texte kommen aus allen Bereichen, auch sehr spezifischen und komplizierten wie etwa aus Technik, Naturwissenschaft oder Medizin. Zudem können spezielle Lektorenaufgaben im Literaturbereich übernommen werden.

Immer wieder werden Übersetzer mit Dolmetschern gleichgesetzt – und umgekehrt. Dabei unterscheidet sich die Arbeit eines Dolmetschers, der in Echtzeit Reden und Dialoge übersetzen muss, doch stark von der des „normalen“ Übersetzers. Dieser kann seine vorliegenden Texte (meistens) mit mehr Ruhe studieren und transferieren. Dafür ist bei ihm aber ein noch größeres Maß an Genauigkeit und Stilempfinden gefragt – die auch unter Stress und Zeitdruck eingehalten werden sollten.

Voraussetzungen und Fähigkeiten

Natürlich sind hervorragende Kenntnisse von mindestens einer, besser noch zwei oder drei, Fremdsprachen vorausgesetzt, wenn man eine erfolgreiche Karriere als Übersetzer anstrebt. Viele Ausbildungsstätten (s. nächster Punkt) verlangen bereits vor der Aufnahme diesbezügliche Nachweise. Wer also glaubt, dass er nur mit etwas aufgehübschtem Schulenglisch in dem Beruf weiterkommt, liegt leider falsch. Neben diesem allerersten Handwerkzeug vereinen gute Übersetzer allerdings idealerweise noch eine ganze Reihe von anderen Fähigkeiten.

So sollte ein sehr gutes deutsches Sprachgefühl vorhanden sein, um verständlich und möglichst elegant alle Feinheiten eines Textes wiedergeben zu können – nicht nur, wenn es sich um einen Literaturtext handelt. Auch juristische oder wirtschaftliche Fachaufsätze wollen nicht nur präzise, sondern im fließenden Duktus ihrer Originalfassung übersetzt werden. Darum empfiehlt es sich, sich auf dem Gebiet, für das man tätig sein möchte, gute Spezialkenntnisse anzueignen – und diese genauso regelmäßig aufzufrischen, wie es die Verfasser der zu übersetzenden Texte selbst auch tun. Das Verständnis dafür wird in den meisten der folgenden Ausbildungswege geschaffen.

Übersetzer Ausbildung

Die Berufsbezeichnung „Übersetzer“ ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Das bedeutet, dass für die Ausübung des Berufs im Prinzip keinerlei Ausbildung oder Prüfung notwendig ist. Allerdings bringt eine Ausbildung natürlich erhebliche Vorteile mit sich, und zwar nicht nur unter fachlichen Gesichtspunkten.

Neben diversen alternativen Ausbildungsangeboten, etwa zum Fremdsprachenkorrespondenten, gibt es im Wesentlichen drei anerkannte Wege in den Beruf als Übersetzer:

  1. IHK-Prüfung: Die Übersetzer-Prüfung der Industrie- und Handelskammer (IHK) richtet sich in erster Linie an Personen, die mit ihren Fremdsprachenkenntnissen im Wirtschaftssektor aktiv werden wollen. Zugangsvoraussetzungen sind eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und der Nachweis verschiedener übersetzungsmethodischer Fähigkeiten, die man z.B. in diversen Kursen erwerben kann. Dieser Weg wird meistens von Angestellten gewählt, die in ihrem Unternehmen mit zusätzlichen Fähigkeiten punkten wollen oder eine Veränderung der Position anstreben.
  2. Staatliche Prüfung: In einigen Bundesländern kann man eine staatliche Prüfung für Übersetzer ablegen. Diese Prüfungen werden oft für nicht ganz so verbreitete Sprachen angeboten, für die derzeit kein Übersetzerstudium möglich ist. Sie sind also interessant für Menschen, die sich auf bestimmte Regionen (Asien, Afrika oder Arabien) spezialisieren wollen. Die Zulassung zur Prüfung erfolgt für alle Sprachen entweder auf der Grundlage einer entsprechenden Ausbildung (z.B. an einer Fachakademie) oder von Nachweisen entsprechender Fremdsprachen- und Fachkenntnisse sowie drei Jahren Berufspraxis.
  3. Universität / Fachhochschule: Im Studium der sogenannten „Translationswissenschaft“, das man an rund 20 Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland absolvieren kann, geht es laut Selbstbeschreibung nicht nur „um die präzise Übertragung von Sinn und Bedeutung, sondern auch um die Vermittlung von kulturellem Wissen über die Anwendungskontexte der Sprachen“. Neben reinen Sprachkenntnissen und Übersetzungsmethoden steht hier also ein sehr umfassender Ansatz im Mittelpunkt der Ausbildung. Entsprechend breit gefächert und fundiert vorbereitet verlassen die Übersetzer-Studenten als Bachelor die Hochschulen, seit einigen Jahren ist an einigen Hochschulen auch eine Verlängerung zum Master möglich.

Wo können Übersetzer arbeiten?

Berufsaussichten gut, Einsatzmöglichkeiten vielfältig – so lauten zusammengefasst die Perspektiven, die auf gut ausgebildete Übersetzer in den nächsten Jahren warten. Denn auch wenn die künstliche Konkurrenz durch intelligente Softwarelösungen immer besser wird, ist die Nachfrage nach Fremdsprachenspezialisten in der stetig mehr zusammenwachsenden Welt nach wie vor sehr hoch. Von internationalen Konzernen über NGOs bis hin zu Regierungsorganisationen winken Jobs bei attraktiven Arbeitgebern, die an ihre weltweite Kommunikation besonders hohe Anforderungen haben. Und die Globalisierung hat auch bei Mittelständlern und Start-ups den Bedarf anwachsen lassen.

Das wiederum erhöht die Chancen jener großen Gruppe von Übersetzern, die statt einer Festanstellung lieber als Freiberufler arbeiten wollen. Schließlich ist die Selbständigkeit bei den Sprachkünstlern traditionell beliebt. Die Digitalisierung, die sowohl Auftragsakquise und Abwicklung deutlich vereinfacht hat, trägt zu diesem Trend weiter bei.

Wieviel verdienen Übersetzer?

Die Gehalts- und Honorarunterschiede in der Branche haben sich seit dem Aufkommen der Online-Übersetzungstools deutlich vergrößert. Für „einfache“ Dienstleistungen, die meistens an Freiberufler vergeben werden, werden oft sehr geringe Honorare gezahlt, festangestellte Spezialisten für komplizierte Themen sind schon mal mit 6000 Euro plus x dabei. Allgemein gehören Übersetzer aber zu den besser verdienenden Wissensarbeitern.

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