Job mit besten Aussichten: So können Sie Lehrer werden

Lehrer werden

Lehrer, das ist in der modernen Wissensgesellschaft viel mehr, als vor einer Klasse zu stehen und ein Leben lang denselben Stoff pauken zu lassen. Wir zeigen die Wege in diesen abwechslungsreichen Beruf.

Was machen Lehrer?

Die beruflichen Aufgaben von Lehrern sind überaus abwechslungsreich, mit einem hohen Maß an Selbstorganisation, persönlicher Verantwortung und der Chance auf regelmäßige Erfolgserlebnisse. 

Schon bei der Unterrichtsvorbereitung, das heißt dem schülergerechten Aufbereiten des Lehrstoffes oder dem Besorgen von Anschauungsmaterial, genießen Lehrer in den allermeisten Fächern große Freiheiten – solange der Lehrplan eingehalten wird. Auch in der Vermittlung der Lehrinhalte und den Organisationsformen des Lernens innerhalb und außerhalb der Klasse haben Lehrer viele Gestaltungsmöglichkeiten. Wer die Möglichkeiten des Berufs nutzt, kann sich tatsächlich auch als Lehrer in jedem Schuljahr „neu erfinden“. 

Welche Fähigkeiten brauche ich als Lehrer?

Das sind eine ganze Menge, die sowohl den Anforderungen als auch der hohen Verantwortung des Lehrerberufs entsprechen. Darum gehören neben Belastbarkeit, Strukturiertheit, eigener Lernbereitschaft und Disziplin vor allem Soft Skills wie Selbstkritik, Empathie und Motivationsfähigkeit zu den wichtigsten Eigenschaften von Pädagogen.

Welche Ausbildungswege, Lehrer zu werden, gibt es?

In Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern führt der Weg ins Klassenzimmer hauptsächlich über ein traditionelles Lehramtsstudium an einer Universität oder einer anderen akademischen Einrichtung. In den vergangenen Jahren sind allerdings – auch aufgrund des immer wieder eintretenden Lehrermangels – andere Möglichkeiten hinzugekommen, die sowohl für Nichtakademiker als auch andere Bewerber offen und interessant sind.

Wie sehen diese unterschiedlichen Ausbildungswege aus?

Das klassische Lehramtsstudium: 

Die traditionelle Lehrerausbildung in Deutschland verläuft überwiegend in zwei Abschnitten, die aber durch unterschiedliche Anforderungen der einzelnen Bundesländer (Lehramtsausbildung ist in Deutschland Ländersache) in Details durchaus unterschiedlich ausfallen kann: Generell besucht man in der ersten Phase, zumeist nach dem Abitur, für circa acht bis zehn Semester eine Universität oder, je nach Bundesland und gewählter Schulform, eine Pädagogische Hochschule. Achtung: Die Zugangsvoraussetzungen fallen hier sehr unterschiedlich aus.

Das Lehramtsstudium selbst ist dann in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich geregelt: In den allermeisten Fächern und Kombinationen umfasst es zwei Hauptfächer und ein oder mehrere pädagogisch ausgerichtete Nebenfächer (etwa Erziehungswissenschaften oder Psychologie). Verbindlich sind dabei während der Studienzeit auch mehrere Schulpraktika. Wer einen Lehrerjob an einer Berufsschule oder ähnlichen Ausbildungsstätten anstrebt, muss in manchen Bundesländern zusätzlich ein Praxisjahr oder eine abgeschlossene Ausbildung aufweisen.

Bei den Abschlüssen für angehende Lehrer gibt es ebenfalls einige Unterschiede, vor allem, weil die meisten Bundesländer in den vergangenen Jahren eine grundlegende Reform der akademischen Lehrerausbildung vollzogen haben: Viele Studiengänge ermöglichen nun auch für Pädagogen – analog zu „normalen“ Studenten - einen Bachelor- und Masterabschluss. Manche Länder haben aber auch den Abschluss 1. Staatsexamen behalten, andere kehren wieder zum Staatsexamen zurück.

Als Quereinsteiger Lehrer werden:

Schon seit einigen Jahren gibt es vor allem in Deutschland, aber auch in der Schweiz und Österreich in relativ vielen Fächern einen zum Teil eklatanten Lehrermangel. Deswegen versuchen die für Schulen zuständigen Behörden den Bedarf durch sogenannte Quereinsteiger zumindest teilweise zu decken – nicht immer mit gutem Erfolg. 

Voraussetzung, um als Quereinsteiger in den Lehrerberuf zu kommen, ist in jedem Fall ein abgeschlossenes Fachstudium. Das kann von Soziologie über Kunstgeschichte bis zu Informatik die gesamte Bandbreite akademischer Ausbildungen umfassen. Ein Lehramtsstudium ist nicht notwendig, allerdings wird in den allermeisten Bundesländern ein (verkürztes) Referendariat vorgeschrieben. Wer sich für einen Quereinstieg als Lehrer interessiert, findet auf den Webseiten der meisten Länderkultusministerien weitere Hinweise und Angebote.

Lehramt studieren auch ohne Abitur:

In bestimmten Fällen kann man auch ein Lehramtsstudium absolvieren, ohne vorher die Hochschulreife, meistens das Abitur, erlangt zu haben. Aber man braucht bestimmte Qualifikationen, zum Beispiel eine abgeschlossene Ausbildung mit anschließender, langjähriger Berufserfahrung. Dieser Weg berechtigt zu einem Studium, das diesem Berufsweg entspricht. 

Auch eine hochrangige Qualifikation, etwa als Meister oder Fachwirt, erlaubt ein abiturfreies Studium in vielen Fächern. Und in bestimmten künstlerischen Studiengängen ist eine Hochschulreife nicht nötig. Mehr Infos zu diesem Thema gibt es unter anderem auf dieser Webseite.

Wo kann man als Lehrer arbeiten?

Natürlich sind die klassischen Schulen die erste Anlaufstation für die allermeisten neuen Pädagogen. Bedenken sollte man, wenn man sich für den Lehrerberuf interessiert, dass es zwischen Grund, Stadtteil-, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien teils fundamentale Unterschiede in den Aufgabenbereichen gibt. 

Das liegt zum einen an den unterschiedlichen Altersstrukturen der Kinder – klar, eine sechsjährige Erstklässlerin und ein 18-jähriger Abiturient bedeuten ganz verschiedene Herangehensweisen und Lehrmethoden. Auch die Schulformen, mal eher praktisch grundlegend, mal eher theoretisch geprägt, verlangen von Lehrern an allgemeinbildenden Schulen eine sehr differenzierte Ausübung ihres Berufs.  Man sollte vorher selbst kritisch prüfen, welche Art von Schule und Schülern man gerne wählen möchte.

Noch unterschiedlicher fallen die Anforderungen als Berufs- oder Sonderpädagogen aus, sie sind aber nicht minder interessant. Kompetenzen hierfür werden im Normalfall neben dem klassischen Fachstudium durch Weiterbildungen vermittelt.

Was verdient man als Lehrer?

Beim Thema Gehalt wird es sehr schwierig, eine generelle Aussage zu treffen. Zu unterschiedlich sind seit der Föderalismusreform 2006 die Vergütungsmodelle der jeweiligen Bundesländer für ihre Pädagogen. Grundsätzlich kann man aber zwischen drei Formen der Beschäftigung unterscheiden.

  • Lehrer, die als Beamte in den Staatsdienst übernommen werden. Hier gilt in der Regel ein Einstieg in die Besoldungsgruppe A 12, Stufe 1. Dies bedeutet ungefähr ein Bruttogehalt von 3800 Euro. Da Beamte weniger versteuern müssen, sind das ca. 3000 Euro netto. In der Gruppe A 13, in der die meisten beamteten Lehrer in ihrer Laufbahn verbleiben, liegen die Bruttobezüge zwischen 4300 und 5350 Euro (Beispiel Hamburg).
  • Angestellte Lehrer, die rund 20-25 Prozent der Lehrkräfte in den einzelnen Bundesländern ausmachen, werden nach dem (einheitlichen) Tarifvertrag der Länder bezahlt und bekommen, je nach „Entgeldgruppe“, Schulform und Rang zwischen 3000 und 7500 Euro.
  • Für Quereinsteiger oder Aushilfslehrer gibt es oft Anstellungsverträge, die nicht an einen Tarifvertrag gebunden sind. Hier sind vollkommen unterschiedliche Gehaltshöhen möglich, die sich nach individuellen Fachkenntnissen, Einsatzgebiet und Art und Dauer der Tätigkeit richten.

(Einen guten, ersten Überblick über die unterschiedlichen Gehaltsstrukturen für Lehrer gibt es auf dieser Webseite oder auf Glassdoor).

Wie sind die Berufsaussichten für Lehrer?

Trotz Geburtenrückgang sind die Zukunftschancen für angehende Lehrer je nach gewählter Fachrichtung gut bis sehr gut – und das in nahezu allen Schulformen und Betätigungsfeldern. Denn nach wie vor herrscht in weiten Teilen Deutschlands Lehrermangel, vor allem in naturwissenschaftlichen, aber auch allen anderen Fächern. Für Interessierte hat die Kultusministerkonferenz der Länder äußerst umfangreiche Studien veröffentlicht, die den Bedarf an Lehrkräften bis ins Jahr 2030 aufzeigen.