Initiativbewerbung – die Chance auf den Traumjob

Initiativbewerbung

Wer nicht darauf warten möchte, dass sein Traumjob beim Wunscharbeitgeber öffentlich ausgeschrieben wird, sollte sein Glück mit einer Initiativbewerbung versuchen. Mit diesen Tipps erhöhen Sie Ihre Chance auf Erfolg.

Gründe für eine Initiativbewerbung

Fehlende Aufstiegsmöglichkeiten, Ärger mit dem Chef oder Kollegen, ein zu niedriges Gehalt oder einfach der Wunsch nach einem Tapetenwechsel: Es gibt viele Gründe, sich einen neuen, besseren Job zu wünschen.

Welche Faktoren machen für Sie einen guten Arbeitgeber aus? Gute und innovative Produkte oder Dienstleistungen in einer spannenden, zukunftsfähigen Branche, einen guten Ruf in Sachen Betriebsklima und Sozialleistungen, die Nähe zum eigenen Wohnort, eine nachhaltige Firmenphilosophie? Klar. 

Doch Hand aufs Herz: Wie viele solcher Firmen kennen Sie? Wie viele davon würden Sie als absolute Wunscharbeitgeber für sich bezeichnen? Und, die entscheidende Frage: Wie viele genau auf Sie passende Stellenausschreibungen haben Sie von diesen Unternehmen in den letzten zwei, drei Jahren gelesen?

Oder was ist, wenn Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse so speziell sind, dass Sie sich in den allermeisten Stellenanzeigen nicht wiederfinden? Oder sich als junge (oder ältere) Führungskraft verändern wollen? Und auch in den Jobbörsen der sehr beliebten Firmen keine adäquaten Positionen zu finden sind? 

In solchen Fällen ist eine Initiativbewerbung oft die einzig sinnvolle Möglichkeit, den Arbeitgeber konkret anzusprechen. Selbst agieren statt zu reagieren kann sich lohnen. 

Der verdeckte Stellenmarkt

Keine Angst: Grundsätzlich sind Initiativbewerbungen in fast jedem Unternehmen gerne gesehen. Denn der sogenannte „verdeckte Stellenmarkt“ hat mehr zu bieten, als Sie vielleicht vermuten: Weit über die Hälfte aller neu zu besetzenden Positionen werden in Deutschland ohne öffentliche Stellenausschreibung vergeben. 

Das liegt auch daran, dass viele Unternehmen mit Initiativbewerbungen gute Erfahrungen gesammelt haben. Gerade bei größeren Unternehmen gibt es in den Personalabteilungen oft spezialisierte Mitarbeiter, die sich um Initiativbewerber kümmern und sie entweder an infrage kommenden Fachabteilungen weiterleiten oder in Abstimmung mit diesen den Kandidaten persönlich kontaktieren, um für etwaige spätere Verwendung zu sondieren. Auf jeden Fall ist es diesen Unternehmen wichtig, eine gute Beziehung zum Bewerber aufzubauen. Denn in Zeiten des Fachkräftemangels ist ein gut gepflegter Bewerberpool buchstäblich Gold wert. 

Aber dies ist leider immer noch nur die halbe Wahrheit auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland. Noch immer landen Initiativbewerbungen ohne jegliches Feedback auf einem Stapel „für später“ oder direkt mehr oder weniger ungelesen zu den Absagen, weil sie auf keine Stellenausschreibung passen.

Umso wichtiger ist es also, dass Sie mit Ihrer Bewerbung die wichtigsten Kriterien erfüllen, die es jedem Personaler unmöglich machen, sie zu übersehen. 

Maßgeschneiderte, individuelle Bewerbung

Eine gute und wirkungsvolle Initiativbewerbung kann nur gelingen, wenn Sie genügend Zeit und Mühe darauf verwenden. Machen Sie nicht den Fehler, sich nicht gründlich mit dem Wunschunternehmen zu beschäftigen und nur eine Standardbewerbung abzuschicken.

Stattdessen sollten Sie noch intensiver über die infrage kommenden Unternehmen, ihre Strukturen, Produkte und Philosophie recherchieren. Dazu gehört natürlich auch, in Erfahrung zu bringen, welche Jobs das Unternehmen aktuell ausgeschrieben hat und ob es Positionen und Abteilungen gibt, die Ihren Wunschvorstellungen entsprechen oder zumindest sehr nahekommen.

Ebenso wichtig ist es selbstverständlich, einen konkreten Empfänger für Ihre Bewerbung ausfindig zu machen. Das muss nicht zwangsläufig ein Personalverantwortlicher sein, sondern kann natürlich auch der Leiter jener Abteilung oder Unit sein, die Sie als Ziel für sich definiert haben. 

Schließlich noch ein Hinweis: Gerade bei Bewerbungen, die nicht geplant auf dem Schreibtisch landen, suchen Personaler oder Chefs gerne schnell mal im Netz nach weiteren Informationen über den Bewerber. Darum sollten Sie in solchen Zeiten Ihre persönlichen Social-Media-Accounts im WWW sorgfältig pflegen und mit aktuellen, übereinstimmenden Angaben versehen. 

Maßgeschneiderte, individuelle Bewerbung

Kontakte nutzen

In jedem Bewerbungsprozess, egal ob initiativ oder auf eine Ausschreibung hin, sind persönliche Kontakte im Unternehmen sehr hilfreich. Sie versorgen Sie mit wichtigen Informationen und können als Empfehlungsgeber manchen Entscheidungsweg abkürzen. Das kann so weit gehen, dass Sie die Bewerbung gar nicht mehr in der Personalabteilung abgeben müssen, sondern sofort in der Abteilung landen, für die Sie sich interessieren. 

Allerdings ist bei so einem Vorgehen ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl notwendig und auch von der Qualität der Beziehung zwischen Ihrer Kontaktperson und der Fachbereichsleitung abhängig. Nicht jeder Vorgesetzter schätzt diese informelle Art. 

Wie Sie einen Kontakt zu Ihrem Wunschunternehmen aufbauen können, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst. 

Ehrliche Selbsteinschätzung

Eine Initiativbewerbung kann nur dann erfolgreich sein, wenn der Personalverantwortliche schnell erkennt, dass der Bewerber für ihn interessante Fachkenntnisse, Erfahrungen oder Kontakte mitbringt. Auch seine Persönlichkeit sollte zum Team und zur Position passen, die neu besetzt oder sogar gänzlich neu geschaffen werden soll.

Analysieren Sie daher nicht nur Ihren potenziellen Arbeitgeber, sondern auch sich selbst genau und überlegen sich, wie und wo Sie dort am besten mit Ihren Qualifikationen helfen könnten. Erläutern Sie klar, was genau Sie gut können, was Sie suchen, was Ihnen wichtig ist, welche Motivation Sie antreibt und warum Sie glauben, dass ausgerechnet Sie der geeignete Mitarbeiter sind. 

Bei dieser Argumentation helfen Ihnen zum Beispiel Projekte, die Sie erfolgreich umgesetzt haben und die auch für den anvisierten neuen Arbeitgeber interessant sind. Das kann die Einführung eines neuen Maschinen- oder Softwaretools sein, die Konzeption von Schulungsmaßnahmen oder die Entwicklung einer erweiterten Social-Media-Strategie. Recherchieren Sie also gezielt, welche Unternehmen aus Ihrer Shortlist in diesen Bereichen Bedarf haben könnten und richten Sie Ihre Bewerbung dahingehend aus. Manchmal ist auch das Senden einer ersten, kurz gehaltenen (Konzept-) Idee sinnvoll, um ins Gespräch zu kommen.

Firmengeheimnisse Ihres alten oder jetzigen Arbeitgebers sollten Sie dabei natürlich nicht verwenden. Ebenso wenig sollten Sie auch bei selbstbewussten Initiativbewerbungen Ihre Rolle bei solchen Projekten oder Ihre Fachkenntnisse allgemein zu euphorisch beschreiben. Spätestens im Vorstellungsgespräch könnte das auffallen – seien Sie also selbstbewusst, aber bleiben Sie realistisch. So erhöhen Sie die Chancen, nicht nur mit Ihrem Anschrieben und Lebenslauf, sondern im gesamten Bewerbungsprozess zu beeindrucken.

Klare Definition Ihrer Jobvorstellung

Noch ein wichtiger Tipp, denn diesen Fehler machen viele Jobsuchende bei einer Initiativbewerbung: Auch wenn Sie nicht genau wissen, welche Positionen in Ihrem Wunschunternehmen vakant sind, sollten Sie Ihre Bewerbung nicht allzu allgemein halten, nur um vermeintlich bessere Chancen auf (irgend-) einen Job zu haben. Sie müssen Ihre Traumstelle nicht bis ins letzte Detail definieren, aber mehr als eine Allerwelts-Jobbeschreibung sollte es schon sein.

Tipps zur Form

Wie genau sollte man seine Initiativbewerbung verfassen und aufbauen? Da Sie sich auf keine konkrete Stellenausschreibung beziehen, sind Sie zumindest beim Umfang relativ frei: Entweder Sie schicken Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate, Referenzen).  Oder nur eine Kurzbewerbung (nur Anschreiben und Lebenslauf). Letzteres ist die üblichste Variante bei Initiativbewerbungen. 

Andere Experten raten dazu, ganz auf Lebenslauf, Foto und Zeugnisse zu verzichten, und stattdessen mit einem kreativen Anschreiben an die Tür zu klopfen. Damit Sie ins Haus gebeten werden, ist allerdings wirklich ein erstklassiges Anschreiben nötig.