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Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz 2020: Das sollten Sie wissen

Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Am 1. März 2020 ist in Deutschland ein neues Gesetz in Kraft getreten – das sogenannte Fachkräfteeinwanderungsgesetz. In vielen Ländern, in denen es in verschiedenen Branchen und Fachbereichen an Nachwuchs mangelt, gibt es solch ein Gesetz bereits länger, zum Beispiel in Kanada. 

Das Gesetz soll es qualifizierten Fachkräften aus nicht-EU-Ländern erleichtern, sich bei einer Einwanderung nach Deutschland ein neues Leben aufzubauen, inklusive der Möglichkeit, ihren Beruf auch hierzulande auszuüben. Davon profitieren beide Seiten: Deutschland wird für Fachkräfte, die das Land dringend braucht, als Einwanderungsland attraktiver. Einwanderer, die nach Deutschland umsiedeln möchten, können so auch in ihrer neuen Heimat einen Beruf mit guter Perspektive ausüben, anstatt einen Niedriglohn-Job annehmen zu müssen. 

Warum gibt es das Fachkräfteeinwanderungsgesetz?

Vielerorts wird in Deutschland von einem Fachkräftemangel gesprochen. Die Medien berichten von fehlendem Personal vor allem in Bereichen wie Altenpflege, IT und Handwerk. Das liegt unter anderem am demografischen Wandel – in Deutschland werden weniger Kinder geboren, während gleichzeitig die Menschen immer älter werden und so ein erhöhter Bedarf an Pflegepersonal für Kranke und Senioren entsteht. Im IT-Bereich besteht auf Unternehmensseite eine immer größere Nachfrage, weil flächendeckend digitalisiert wird – und qualifizierter Nachwuchs nicht schnell genug nachrückt. 

Um Wachstum und Innovation in Deutschland zu fördern, verabschiedete die Bundesregierung nun das Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Qualifizierten Arbeitskräften aus Drittstaaten soll so der Einstieg in Deutschland erleichtert werden. Dank aktueller EU-Regelungen wie der Arbeitnehmerfreizügigkeit können Bürger aller Mitgliedsstaaten bereits ganz einfach nach Deutschland einwandern und hier arbeiten. Das neue Gesetz soll nun auch die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Rest der Welt fördern. 

Wird die Qualifikation anerkannt, so erhält man dank des neuen Gesetzes nun eine sechsmonatige Aufenthaltserlaubnis in Deutschland, um einen Arbeitsplatz zu suchen. Allerdings müssen Bewerber hierfür Deutschkenntnisse des Niveaus B1 sowie ausreichende finanzielle Mittel aufweisen, um den Lebensunterhalt für diese Zeit sichern zu können. Auch für Bewerber, die qualifiziert sind und bereits ein Jobangebot erhalten haben, wird es leichter: es muss nicht mehr nachgewiesen werden, dass sich kein deutscher oder EU-Bewerber für die Stelle finden lässt.

Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Wer gilt als Fachkraft?

Um von der neuen Regelung zu profitieren, muss eine Person verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört, entweder einen Hochschulabschluss oder eine Qualifikation durch eine Berufsausbildung (zwei Jahre oder länger) erworben zu haben. Diese muss unter den Qualifikationen sein, die in Deutschland anerkannt werden. 

Nicht alle Berufe sind in Deutschland gesetzlich geregelt oder erfordern eine Ausbildung. So gibt es zum Beispiel viele Wege in die Medien- und Kommunikationsbranche; auch Programmierer oder Vertriebler sind gut bezahlte Berufe, die keine formale Ausbildung voraussetzen. Geschützte Berufe, die eine Qualifikation voraussetzen, sind hingegen zum Beispiel Arzt, Krankenpfleger oder Lehrer. 

Das Info-Portal der Bundesregierung zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz bietet ein nützliches Tool an, mit dem man ganz einfach herausfindet, ob ein Beruf “geschützt” ist oder nicht. Hier gibt man einfach seinen Beruf ein und erhält weiterführende Informationen zur Anerkennung und Empfehlungen für nächste Schritte. 

Anerkennung in Deutschland

Unter dem Titel “Anerkennung in Deutschland” hat die Bundesregierung ein umfangreiches Informationsportal im Netz veröffentlicht, das nicht nur interessierte Arbeitnehmer aus dem Ausland, sondern auch inländische Unternehmen über Optionen und Regelungen informiert. Zudem wurden zahlreiche Beratungsangebote eingerichtet, die über die Website abgerufen werden können. 

Wo gibt es Informationen für Menschen, die kein deutsch sprechen?

Die Bundesregierung stellt auf ihren Internetseiten zahlreiche Informationen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung, unter anderem auf englisch.

In einigen Ländern gibt es sogar Beratungsangebote in mehreren Sprachen vor Ort, zum Beispiel in Ägypten, Polen und Vietnam.

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