Vorstellungsgespräche

Bewerbungsgespräch: Einfach kann ja jeder

Der Grad der Schwierigkeit mag im Auge des Betrachters liegen, und dennoch ist diese Situation den meisten im Alltag bekannt: An Herausforderungen wächst man. Und sind diese gemeistert, ist der Betroffene mindestens zwei Köpfe größer – oder zumindest um 2,4 Prozent zufriedener.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Job- und Karriereplattform Glassdoor.

Untersucht wurden hierfür über 154.000 Bewertungen von Arbeitnehmern aus sechs Ländern, unter anderem den USA, Australien und Deutschland. Verglichen wurden sowohl die Erfahrungen der Mitarbeiter im Bewerbungsgespräch als auch Bewertungen, die sie nach einiger Zeit im gleichen Unternehmen abgegeben haben. Das Resultat: Ein schwierigeres Bewerbungsgespräch führt zu zufriedeneren Mitarbeitern.

Deutschland: 2,4 Prozent höhere Zufriedenheit nach einem schwierigen Interview

Das Prinzip lässt sich dabei einfach erklären: Gute und durchdachte Bewerbungsprozesse führen zu hohen Übereinstimmungen der Voraussetzungen von Bewerber und Stelle, so dass die Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeiter verstärkt wird: Die Betonung liegt hierbei vor allem auf „durchdacht“: Bewerbungsgespräche, die als sehr leicht eingestuft werden, führen zu Fehlern bei der Einstellung. Bedeutet: Das Unternehmen läuft Gefahr, dass der neue Mitarbeiter gar nicht den Voraussetzungen der Arbeitsstelle entspricht. Umgekehrt können zu schwierige Gespräche das Unternehmen in einem schlechten und aggressiven Licht dastehen lassen, was später zu Unzufriedenheit des neuen Mitarbeiters führen kann.

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Das perfekte Maß

Die Studie ergab: Auf einer Skala von 1 (sehr leicht) bis 5 (sehr schwierig) liegt die beste Schwierigkeitsstufe für ein Vorstellungsgespräch bei 4. So wird gewährleistet, dass die Personaler auf der einen Seite die Fähigkeiten des Bewerbers prüfen und mit den Anforderungen der freien Stelle abgleichen können. Auf der anderen Seite fühlt sich der Kandidat während des Interviews weder unter- noch überfordert. Die Quintessenz: Durch den optimalen Schwierigkeitsgrad des Vorstellungsgesprächs finden Arbeitgeber passende Kandidaten, langfristig zufriedene Mitarbeiter, verhindern Personalfluktuation und stärken ihr Unternehmen.

 

Informationen zur Studie:

Die Studie „Do Difficult Job Interviews Lead to More Satisfied Workers?“ („Führen schwierige Vorstellungsgespräche zu zufriedeneren Mitarbeitern?“) basiert auf etwa 154.000 Bewertungspaaren von Arbeitnehmern aus sechs Ländern (USA, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Australien und Deutschland), die auf Glassdoor im Zeitraum von Januar 2008 bis September 2015 bereitgestellt wurden. Die Bewertungspaare mussten dabei von demselben Mitarbeiter für das Unternehmen stammen, bei dem er sich beworben und daraufhin gearbeitet hat. Außerdem mussten die Bewertungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten veröffentlicht worden sein. Die vollständige Studie sowie weitere Informationen zur angewandten Methodik erhalten Sie hier www.glassdoor.com/research/studies/ (auf Englisch).