Gehälter

Über Geld redet man – jetzt!

8 Tipps für die bevorstehende Gehaltsverhandlung

Die Deutschen reden nicht gern über Geld – zumindest, was das eigene Gehalt angeht. Und doch pilgern Jahr für Jahr die Angestellten mit einem zögerlichen Klopfen und der Angst im Gepäck an die Tür ihres Arbeitgebers, um die Frage aller Fragen zu stellen: „Wie viel bin ich und meine Arbeit Ihnen wert?“

Aber so, wie es in der Küche immer die passenden Gewürze gibt, so gibt es auch gewisse Basiszutaten, die zu einer erfolgreichen Gehaltsverhandlung gehören. Und die sind im wahrsten Sinne des Wortes G(e)old wert:

  1. Vorbereitung ist das A & O
    Wer kann über einen Gegenstand verhandeln, dessen Wert er nicht kennt? Zwar geht es im Büro des Chefs nicht zu wie auf einem Basar, aber dennoch: Wichtig ist, sich mit der eigenen Leistung und der dafür angemessenen Bezahlung auszukennen. Vergleiche innerhalb der Branche sind hilfreich und unterstützen die Argumentation. Glassdoor bietet neben Branchenvergleichen auch die Möglichkeit, die Gehälter im eigenen Unternehmen einzusehen.
  2. Argumente sammeln
    Als Argumente zählen die eigene Leistung und der Gewinn, der dem Unternehmen durch die eigene Arbeit zukommt. Damit ist nicht nur der finanzielle Aspekt gemeint. Auch der schnelle Ablauf von Arbeitsvorgängen oder die Übernahme von neuen Aufgaben ist ein Gewinn für das Unternehmen.
  3. Der richtige Zeitpunkt
    Auch die besten Argumente nützen wenig, wenn der Zeitpunkt gerade unpassend ist. Zuallererst sollte das Gehalt bei einem festen Termin und nicht zwischen Tür und Angel besprochen werden. Ebenso wichtig ist die derzeitige finanzielle wie personelle Lage der Firma. Wurden in einer anderen Abteilung gerade Kollegen entlassen? Steckt das Unternehmen in einer Krise? Dann heißt es: Ausharren. Die Zeit kann genutzt werden, um weitere Punkte, die für eine Gehaltserhöhung sprechen, zu sammeln. Außerdem: Auch der Abstand zwischen den einzelnen Gesprächen ist wichtig. Jedes halbe Jahr ist eindeutig zu häufig.
  4. Argumente gezielt einsetzen
    Nicht nur die Anzahl der Argumente ist ausschlaggebend, sondern auch ihr Einsatz. Gemeint ist damit vor allem der Zeitpunkt. Nicht gleich zu Beginn alles „verpulvern“, sondern dem Gesprächsverlauf anpassen und den Trumpf bis zum Ende aufsparen. Und bitte, nicht jammern! Hier sind plausible Argumente gefragt, die mit der geleisteten Arbeit und nicht mit dem Privatleben zusammenhängen.
  5. Klare Vorstellungen…Die Frage nach der eigenen Gehaltsvorstellung wird kommen, sie ist unausweichlich, egal ob beim Bewerbungsgespräch, oder nach 2-jähriger Anstellung. Dafür sollte eine klare Vorstellung bestehen, gegebenenfalls auch eine eindeutige Zahl. Wie diese Zahl auszusehen hat, hängt mit der Branche (Punkt 1), der eigenen Leistung (Punkt 2) und dem Unternehmen (Punkt 3) zusammen. Wichtig auch hierbei: Nicht mit der Tür ins Haus fallen, sondern warten, bis die Frage von Seiten des Arbeitgebers aufgeworfen wird.
  6. …gepaart mit Selbstbewusstsein
    Keine Konjunktive, keine „Ja, aber“-Sätze und mit dem Wort „eigentlich“ sparsam umgehen, da es Unsicherheit signalisiert. Hier geht es um Selbstbewusstsein, die eigene Wertschätzung und Durchsetzungskraft. Das zeigt sich auch im Umgang mit dem Chef. Gerade Frauen sollten hier ihren männlichen Kollegen in nichts nachstehen. Zwar ist es kein Wettbewerb, aber es kann durchaus als sportive Aufgabe gesehen werden.
  7. Für die harte Nuss
    Falls alle Argumente doch entkräftet werden, gibt es eine zweite Option. Anstelle einer direkten Erhöhung des Lohns können andere Leistungen gefordert werden. Beispielsweise ein Dienstwagen oder -handy, eine Weiterbildung oder der Laptop für das Home Office. Unbedingt vermeiden: „Mehr Geld oder ich kündige“-Argumentationen. Kein Chef wird gerne erpresst bzw. sich erpressen lassen.
  8. Der frühe Vogel fängt den Wurm
    Je nachdem, für welchen Zeitpunkt das Gespräch geplant ist, kann auch schon zuvor an der Beziehung zum Chef gearbeitet werden. Regelmäßige Treffen zur Besprechung der Aufgaben und Ergebnisse zeigen über das Jahr verteilt die erzielten Erfolge und machen sie präsent. Auch weitere Aufgabenfelder können schon frühzeitig übernommen werden, die dann in die spätere Argumentation mit einfließen können.

Um einen klaren Kopf zu bewahren, ist also die richtige Vorbereitung entscheidend. Die wichtigsten Informationen zu verschiedenen Unternehmen und deren Gehaltsstrukturen gibt es hier, auf www.glassdoor.de.