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6 Anzeichen dafür, dass Sie unterbezahlt sind – und was Sie dagegen tun können

Wenn Sie sich mit einer Gehaltssumme zufrieden geben, die unterhalb Ihres Marktwerts liegt, kann das auf lange Sicht gesehen Folgen haben. Karriere-Coach Angela Copeland erklärt: „Chronisch unterbezahlt zu sein, ist ein ernstes Problem. Sie machen sich jetzt vielleicht nicht viele Gedanken darüber, aber wenn Sie unterbezahlt sind, wenn Sie in einer neuen Stelle anfangen und Ihr Arbeitgeber jedes Jahr Ihr Gehalt nur um zwei oder drei Prozent erhöht, werden Sie in ein paar Jahren in der Mitte Ihrer Karriere weit zurückgefallen sein.“ Darüber hinaus basieren viele Unternehmen Gehälter nicht auf ihren eigenen Lohnskalen, sondern darauf, was sie vermuten, was Sie in Ihrer vorherigen Position verdient haben. „Jetzt unterbezahlt zu sein, kann sehr wohl bedeuten, auch in Zukunft unterbezahlt zu sein“, so Copeland.

Aber es gibt gute Nachrichten! Mit den unten stehenden Tipps ist es leichter als je zuvor zu erkennen, ob Sie unterbezahlt sind – und wenn ja, dann werfen Sie einen Blick auf unseren Beitrag zum Thema Gehaltsverhandlung.

Hier sind sechs Anzeichen, die Ihnen helfen, zu bestimmen, ob Sie mehr verdienen sollten:

  1. Laut Online-Gehaltsdaten sollte Ihre Bezahlung höher sein

Glassdoor bietet die Möglichkeit, anhand des Standorts, Unternehmens, oder Jobtitels von Nutzern gepostete Gehaltsdaten zu recherchieren. So können Sie herausfinden, wie andere Glassdoor-Nutzer in derselben Position bezahlt werden. Verwenden Sie das Tool, um anhand verschiedener Kriterien zu suchen, und erstellen Sie dann anhand der Informationen, die Sie finden, einen Gehaltsdurchschnitt. Wenn Ihr Gehalt unter dem von Ihnen recherchierten Schätzwert liegt, besteht die Möglichkeit, dass Sie unterbezahlt sind.

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  1. Jemand in Ihrer Firma gibt Ihnen einen Hinweis

Copeland erinnert sich an den Tag, an dem sie ihr Gehalt einer Kollegin anvertraute. Diese antwortete, dass der Betrag niedriger war, als sie erwartet hatte. „Diese Person war die Angestellte, die für unsere Abteilung für die Finanzen verantwortlich war, also nahm ich an, dass Sie Insider-Informationen darüber hatte, was alle verdienen“, so Copeland. „Aufgrund ihres Kommentars fing ich an, Nachforschungen anzustellen und mein Gehalt neu zu verhandeln.”

  1. Sie sind seit Jahren beim gleichen Unternehmen

Mit jedem zusätzlichen Jahr, das Sie in der gleichen Firma verbringen, freut sich Ihr Arbeitgeber: Sie kennen das Ein und Aus, man kann auf Sie zählen und Ihr Arbeitgeber spart sich Kosten und Aufwand, weil er keinen neuen Mitarbeiter einarbeiten muss. „Wenn Sie länger als fünf Jahre in derselben Firma bleiben, besteht die Gefahr, dass Sie unterbezahlt sind“, warnt Copeland. „Viele Unternehmen bieten die größten finanziellen Anreize für neue Mitarbeiter und nicht für bestehende Mitarbeiter.“

[Lesen Sie auch: Schadet Ihr aktueller Job Ihrem Gehaltspotenzial?]

  1. Ihr Gehalt hält nicht mit der Inflation Schritt

„Wenn ein Euro, den Sie verdienen, für die gleichen Ausgaben nicht so weit reicht, wie früher, kann dies bedeuten, dass Sie unterbezahlt sind“, sagt Copeland. Wenn Sie Besorgungen wie Lebensmitteleinkäufe oder den Kauf von Benzin tätigen, fragen Sie sich: Kann ich mit dem gleichen Betrag das kaufen, was ich normalerweise mit dieser Summe kaufen kann? Auch eine Google-Suche wird Ihnen genau sagen, wie hoch die Inflationsrate in den letzten Jahren war. (In diesem Jahr wird sie in Deutschland auf etwa 2 Prozent prognostiziert.)

  1. Sie haben den Job gewechselt, aber Ihr Gehalt hat sich nicht geändert

Copeland sagt: „Wenn Sie zu einer höher bezahlten Branche wechseln, zum Beispiel vom Non-Profit-Sektor zu einem Privatunternehmen, dann besteht die Gefahr, dass Ihr neuer Arbeitgeber die Situation ausnutzt und bei der Einstellung ein eher Ihrer alten Branche entsprechendes Gehalt anbietet, anstatt eine für den Arbeitgeber branchenübliche Vergütung zu zahlen.”

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  1. Sie haben nie ein höheres Gehalt ausgehandelt

Wann haben Sie Ihr Jobangebot erhalten und Ihren jetzigen Job angefangen? Haben Sie vor der Unterzeichnung des Vertrags Ihr Gehalt mit dem Unternehmen verhandelt? „Es kommt fast nie vor, dass ein Unternehmen einem Kandidaten sofort sein bestes Angebot unterbreitet“, erklärt Copeland. „Wenn Sie nicht nach mehr verlangen, geht Ihnen wahrscheinlich Geld durch die Lappen.“

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie unterbezahlt sind, haben Sie Copeland zufolge drei Möglichkeiten: Ihr aktuelles Gehalt behalten, um eine Gehaltserhöhung bitten oder nach einem neuen Arbeitgeber suchen.

Wenn Sie bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber bleiben und nach einer Gehaltserhöhung fragen möchten, dann „müssen Sie gute Gründe dafür angeben, warum Ihnen ein höheres Gehalt zusteht “, so Copeland. Wenn Sie beispielsweise kürzlich mehr Verantwortung übernommen oder sogar eine Beförderung erhalten haben, haben Sie gute Gründe, um eine Gehaltserhöhung zu bitten. „Selten wird Ihr Chef Ihnen jedoch mehr Geld für die gleiche Arbeit geben“, betont Copeland. „Ihre jährliche Leistungsbeurteilung im Rahmen Ihres Mitarbeitergesprächs ist oft ein guter Zeitpunkt, um nach mehr Geld und/oder mehr Verantwortung zu fragen.“

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Wenn Sie sich jedoch entscheiden, das Unternehmen zu wechseln, ermutigt Copeland Sie, vorbereitet zu sein: Sie müssen Ihre Gehaltsrecherche im Voraus durchführen. Während eines Vorstellungsgesprächs kann das Thema Vergütung einer der ersten Punkte sein, die der Personalmitarbeiter oder Recruiter anspricht. Nicht von vorne herein vorbereitet zu sein, kann Ihnen schaden. „Machen Sie Gebrauch von den oben genannten Tools, um herauszufinden, was Sie verdienen sollten und was Sie wert sind. Dann gehen Sie mit diesen Informationen bewaffnet ins Interview. „Um in Zukunft fair vergütet zu werden, müssen Sie in Ihrem nächsten Interview mehr verhandeln“, so Copeland. Haben Sie keine Angst davor, gleich beim ersten Angebot nach einem großen Sprung nach oben zu fragen. Nutzen Sie Ihre Gehaltsrecherche als Verhandlungsinstrument.

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