Bewertungen für Airbnb, „growing pains” | Glassdoor.de

Mitarbeiterbewertungen für Airbnb zu „growing pains“

Aktualisiert am 4. Aug 2014

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3.8
73%
Würden einem Freund empfehlen
83%
Befürworten Geschäftsführer
Airbnb CEO & Co-Founder Brian Chesky
Brian Chesky
670 Bewertungen

Bewertungen zu „growing pains“

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  1. Hilfreich (19)

    „Trotz einiger großartiger Mitarbeiter eine insgesamt frustrierende Bilanz. (Das hat man davon, wenn man mit hohen Erwartungen an eine Sache herangeht.)”

    SternSternSternSternStern
    • Work-Life-Balance
    • Kultur & Werte
    • Karriere­chancen
    • Vergütung und Zusatzleistungen
    • Führungs­ebene
    Ehem. Mitarbeiter - Spezialist Kundenzufriedenheit in Hamburg
    Empfiehlt nicht
    Positive Prognose
    Keine Meinung zum Geschäftsführer

    Ich habe für mehr als ein Jahr bei Airbnb gearbeitet - Vollzeit

    Pros

    Die allermeisten meiner Kollegen waren großartige Leute mit sehr unterschiedlichem kulturellen Hintergrund und beruflichen Erfahrungen. Wenn es etwas gibt, wofür ich in dem ganzen Debakel der EU-Wirtschaftskrise dankbar bin, dann ist es, dass ich die Gelegenheit hatte, mit einer derart vielfältigen Gruppen von Menschen zusammenarbeiten zu können (Studenten, ein Architekt, jemand, der früher in der Werbebranche gearbeitet hatte, Filmemacher, ein Konditor, Rechtsanwälte, ...), die zu diesem Zeitpunkt ihres Lebens gerade in der Kundenbetreuung tätig waren. Airbnb organisierte ungefähr einmal pro Jahr ein Treffen, um den Kollegen die Möglichkeit zu geben, sich persönlich kennen zu lernen. Das war deshalb besonders schön, weil die meisten von uns dezentral arbeiteten und wir uns daher nur über Gchat und von den Treffen kannten. Die Zeit war immer sehr aufregend, denn wenn wir zusammen waren, kamen uns immer tolle Ideen und wir genossen es jedes Mal, unsere Freunde zu sehen. (Einige meiner engsten Freunde sind heute ehemalige Airbnb-Kollegen.) Da von der dezentralen Arbeitsweise abgerückt wird und zentrale Büros eingerichtet werden, weiß ich nicht, ob die Treffen diesen Stellenwert auch in Zukunft behalten werden. Zusätzlich zu unserem monatlichen Gehalt (EU) erhielten wir in jedem Quartal einen Gutschein in Höhe von 500 US-Dollar, den wir einlösen konnten, wenn wir bei Airbnb ein Zimmer oder eine Wohnung buchten: ein großartiger Anreiz für die Mitarbeiter, das Produkt selbst zu nutzen, sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen und später dann Anregungen geben zu können, die auf praktischen Erfahrungen beruhen. Ich habe das Konzept von Airbnb 2011 entdeckt, war von Anfang an begeistert und bin es noch heute. Es ist eine tolle Idee, zeitweise leerstehende Räumlichkeiten optimal zu nutzen und Leuten zu ermöglichen, eine Wohnung oder ein Zimmer zu mieten, das sie sich sonst vielleicht nicht leisten könnten. Auch gefiel mir die Vorstellung, für ein Unternehmen zu arbeiten, bei dessen Arbeit kein Müll produziert wurde. Leider musste ich bei Besuchen in der Firmenzentrale in San Francisco feststellen, dass man hier bei weitem nicht so sorgsam mit seinen Ausgaben umging wie in den Büros ins Europa.

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    Kontras

    Ich weiß, ich bin ein Idealist, aber ich finde es bedauerlich, dass nichts unternommen wurde, um Immobilien-Manager, die zwischen zehn und 100 Wohnungen verwalten, davon abzuhalten, Airbnb in Märkten zu nutzen, in denen Wohnraum bereits unglaublich teuer ist. Das war nicht die Idee hinter Airbnb und schadet jetzt dem Ruf des Unternehmens (bringt aber viel Geld ein). Ich habe den Eindruck, dass ungeachtet der ursprünglichen Werte der Profit immer stärker in den Mittelpunkt rückte, je stärker Airbnb gewachsen ist, auch wenn die Customer-Experience-Agenten stets zu einer persönlichen Bindung zu den Kunden angehalten wurden. Wenn das nicht der Fall ist, wäre es toll, Erklärungen zu hören zu bekommen wie "Wir haben das Angebot XX erhalten, haben es aber aufgrund unserer Prinzipien abgelehnt". Das würde einem das Gefühl vermitteln, dass alle in einem Boot sitzen und unsere Arbeit noch einen anderen Zweck hat, als die kurzfristigen Profite unserer Investoren. Mir gefielen die grundsätzlichen Wertvorstellungen, die von der Art von Leuten definiert wurden, die vor ein paar Jahren eingestellt wurden. Bei den "Grundwerten", die uns später präsentiert wurden, hatte man dann leider das Gefühl, bevormundet und nicht ernst genommen zu werden, denn man gab uns völlig überflüssige Richtlinien über den Umgang mit Kunden und Kollegen und glaubte uns Dinge sagen zu müssen, die sich von selbst verstehen. Wenn man gute Leute einstellt, denen das Produkt, die Kunden und das Team am Herzen liegen, dann muss man ihnen auch zutrauen, dass sie sich entsprechend verhalten. Arbeitnehmer mögen es grundsätzlich nicht, wenn ihnen das Gefühl vermittelt wird, dass man ihrem Urteilsvermögen misstraut. Mir ist klar, dass ich zu einer Zeit bei Airbnb gearbeitet habe, wo das Unternehmen exponentiell gewachsen ist und dass ein solches Wachstum immer auch Probleme und Härten mit sich bringt. Aber den Mitarbeitern, die im Custom-Experience-Management für Europa tätig waren, wurde schon einiges zugemutet, als sie alle in ein anderes Land ziehen sollten (manche von ihnen zweimal innerhalb desselben Jahres) - wenn man bedenkt, was sie für einen Job hatten und was sie dabei verdienten. Ein bisschen mehr Voraussicht wäre gut gewesen und hätte Airbnb als Arbeitgeber glaubwürdiger aussehen lassen. Ein anderer wichtiger Punkt: Auch wenn die Arbeit mit den meisten meiner Kollegen großen Spaß gemacht hat und wir insgesamt ein gutes Team waren, gab es auch ein paar Leute, deren Sorglosigkeit und Desinteresse unserem Ruf als hervorragender Kundendienst unzählige Male geschadet haben, ohne dass etwas konkretes dagegen unternommen worden wäre. Offenbar wurde fehlerhaftes Verhalten dokumentiert und es soll auch ein Programm zur Nachschulung. Dieses hat aber offenbar nie zu Ergebnissen geführt. Ich habe miterlebt, wie einige Leute extrem schnell entlassen wurden, aber nie in Fällen, in denen Kollegen wiederholt (mehrere Mal pro Woche) unserer Arbeit geschadet haben. Das war für alle jene extrem frustrierend, die hinterher die Scherben zusammenkehren und zu Recht verärgerte Kunden wieder beruhigen mussten. Wir sollten uns in allen Bereichen um hervorragende Leistungen bemühen - auch in der Zusammenarbeit mit Vertragspartnern. Das Ende meiner Zeit bei Airbnb (vor neun Monaten) war sehr enttäuschend. Ich glaube nicht, dass mir der Respekt und die Professionalität entgegengebracht wurde, die ich aufgrund von fast zwei Jahren täglicher harter Arbeit und großer Hingabe verdient gehabt hätte und stellte mit Bedauern fest, dass das nicht nur mir so erging. In Deutschland zu leben und zu arbeiten, bringt einen großen bürokratischen Aufwand mit sich und Airbnb konnte in Bezug auf die rechtzeitige Bereitstellung von Papieren nicht den Anforderungen entsprechen. Zu einer Zeit, wo eine beträchtliche Zahl von Mitarbeitern in Deutschland ihre Verträge beendete, gab es für Deutschland nicht einmal einen Personalverantwortlichen. Ich war enttäuscht, wie wenig Professionalität die Personalverantwortlichen an den Tag legten und wie wenig transparent war, welche Rolle die mittleren Führungskräfte spielten. (Aus unserer Perspektive tauchten ihre Namen nur dann in E-Mails oder Meetings auf, wenn ohne Erklärung willkürlich neue Ziele ausgegeben wurden.) Ich bin mir nicht sicher, ob sie frustriert waren, weil sie von der Geschäftsführung nicht die nötigen Mittel/Zeit/Unterstützung erhielten, oder ob sie es einfach überhaupt nicht realisierten bzw. ob es ihnen egal war. Von Arbeitnehmerseite her war es jedenfalls sehr unbefriedigend. Es ist das eine, zu sagen: "Wir wollen alles tun, was wir können, um zu helfen" und eine andere, das in einer schwierigen Zeit dann auch wirklich unter Beweis zu stellen. Nicht bemuttern, aber befähigen und Fragen verantwortungsvoll beantworten.

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    Rat an das Management

    Mehr sachliche, glaubwürdige Anleitung mit einer langfristigen Vision. Weniger anfeuernde Mantras. Lasst Worten Taten folgen. Taten sagen mehr als Worte. Großartige Ankündigungen, unternehmensweite Umfragen bezüglich der Mitarbeiter-Zufriedenheit, Treffen, teure Partys und Info-Grafiken sind gut und schön. Wenn all das aber nicht mit konkreten Maßnahmen einhergeht und auf das Feedback aus den oben erwähnten Umfragen nicht konkret reagiert wird, dann verschwendet man damit nur die Zeit und Energie aller Beteiligten und erzeugt Frust. Dieser Teamleiter hat es anders ausgedrückt: "Es sind nicht Vergünstigungen, Zusatzleistungen und 'Spaß!', die langfristig dafür sorgen, dass man sich mit seiner Arbeit identifiziert und gerne für ein Unternehmen arbeitet. Es geht um mehr. Damit man irgendwo wirklich gerne arbeitet, muss die eigentliche ARBEIT gut laufen. Diesem Aspekt wird grundsätzlich zu wenig Beachtung geschenkt."

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    Übersetzt aus dem Englischen
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    Airbnb2014-08-05
1 Bewertung gefunden
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