9 Schritte, mit denen Unternehmen die Geschlechtergleichstellung fördern können - Glassdoor für Arbeitgeber
Gender Equality

9 Schritte, mit denen Unternehmen die Geschlechtergleichstellung fördern können

In Deutschland verdient eine Frau für jeden Euro, den ein Mann erhält, durchschnittlich nur 78 Cent. Dies zeigt eine internationale Glassdoor-Studie aus dem Jahr 2016, in der 534.000 Gehaltsangaben analysiert wurden, die auf der Plattform online gestellt wurden. Demnach besteht auch nach statistischer Bereinigung hierzulande eine Gehaltskluft von 5,5%. Mit anderen Worten: Eine Frau verdient im Schnitt auch dann noch weniger als ihr männlicher Kollege, wenn sie die gleiche Stellenbezeichnung hat, beim gleichen Arbeitgeber angestellt ist, in der gleichen Region arbeitet sowie Alter, Ausbildung und Berufserfahrung vergleichbar sind.

Doch als Arbeitgeber können Sie Ihren Teil tun, um den Gender Pay Gap so gering wie möglich zu halten. Schließlich wirkt dieser sich auch auf Ihren Recruiting-Prozess aus: 3 von 5 Mitarbeitern würden sich nicht bei einem Unternehmen bewerben, bei dem eine geschlechterspezifische Gehaltslücke existiert. Jedoch geht es bei der Gleichstellung der Geschlechter nicht nur um die Bezahlung: Höhere Geschlechtervielfalt ist gut fürs Geschäft. Eine Untersuchung von McKinsey zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für einen überdurchschnittlich hohen Umsatz in Unternehmen mit großer Geschlechtervielfalt 15% höher ist.

Für die Förderung der Geschlechtergleichstellung in Bezug auf Vielfalt sowie Vergütung ist innerhalb eines Unternehmens ein mehrgleisiger Ansatz notwendig. Ein Arbeitgeber sollte sich im Rahmen der Gleichstellung mit so gut wie allen Bereichen des Personalwesens befassen: Recruiting, Vergütung, Zusatzleistungen, Unternehmenskultur und Performance-Management.

Befolgen Sie diese 10 Schritte, um die Geschlechtergleichstellung in Ihrem Unternehmen zu fördern:

  1. Überprüfen Sie Ihre Stellenbeschreibungen

Achten Sie auf Ihre Wortwahl in Stellenausschreibungen. Gewisse Wörter und Redewendungen ziehen bestimmte Bewerbergruppen mehr an als andere. Für englischsprachige Ausschreibungen können Apps wie Textio dabei helfen, Ausdrücke zu vermeiden, die Frauen abschrecken könnten.

  1. Prüfen Sie Lebensläufe "blind"

Laut wissenschaftlicher Studien findet Gender-Bias bei der Durchsicht von Lebensläufen in beide Richtungen statt. Entfernen Sie vor der Durchsicht Namen und Fotos von Lebensläufen, um Geschlechterpräferenzen für bestimmte Positionen auszuschließen und die kulturelle Vielfalt im Unternehmen zu erhöhen.

Um diesen Prozess einfacher zu gestalten, könnten Sie um Lebensläufe ohne Foto bitten. Diese Präferenz kann beispielsweise auf der Karriereseite oder in der Stellenausschreibung angegeben werden.

  1. Vereinheitlichen Sie Ihren Interview-Prozess so weit wie möglich

Stellen Sie jedem Bewerber im Vorstellungsgespräch den gleichen Satz von Fragen. So gewährleisten Sie, dass männliche und weibliche Kandidaten anhand eines einheitlichen Standards evaluiert werden.

  1. Polieren Sie Ihre Zusatzleistungen auf

Ziehen Sie flexible Arbeitszeitmodelle und Homeoffice-Möglichkeiten für Ihre Mitarbeiter in Betracht - insbesondere für Mitarbeiter, die Angehörige wie Kinder oder Eltern pflegen müssen.

  1. Fördern Sie eine frauengerechte Kultur

Führen Sie mit Ihren Mitarbeitern Trainings durch, die zu einer frauengerechten Kultur beitragen. Hier bieten sich beispielsweise Trainings zu Themen wie unbewusster Gender-Bias, Seminare für weibliche Führungskräfte sowie Mentoren-Programme an.

  1. Führen Sie eine Gender-Pay-Gap-Analyse durch

Sammeln Sie Ihre Daten zur Vergütung und beauftragen Sie einen Analysten, die Daten auf Faktoren wie Geschlecht, Abteilung, Beschäftigungsdauer, Alter, Ausbildung und Standort zu evaluieren.

  1. Erstellen Sie gerechte Angebote

Studien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kandidat die ihm im Rahmen eines Jobangebots angebotene Vergütung verhandelt für Frauen und ältere Bewerber geringer ist als für andere Gruppen. Planen Sie dies beim Erstellen von Angeboten ein und lassen Sie für diese Gruppen von vorne herein weniger Spielraum für Verhandlung. Evaluieren mindestens einmal pro Jahr Ihre Vergütungsstaffelung im Unternehmen. So zeigen Sie, dass Ihnen Transparenz wichtig ist, wenn es ums Gehalt geht, und Ihnen das Thema am Herzen liegt.

  1. Sorgen Sie für Gleichbehandlung in Mitarbeitergesprächen

Mitarbeitergespräche, Beförderungen und Auszahlungen von Boni können von einer unbewussten Voreingenommenheit in Bezug auf Verhaltenseigenschaften, Vetternwirtschaft und von Männern festgelegten Definitionen von Erfolg beeinflusst werden. Bieten Sie Managern Training in diesem Bereich an und stellen Sie sicher, dass die Leistung von Frauen und Männern anhand gleicher Kriterien beurteilt wird.

  1. Geben Sie Ihren Mitarbeitern eine Stimme

Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, auf vertraulichem Weg Ihre Bedenken zu Themen, die die Gleichstellung der Geschlechter betreffen, zu äußern. Ergreifen Sie vor allem aber Maßnahmen, welche die Bedenken der Mitarbeiter adressieren. Bitten Sie Angestellte, auf Glassdoor von ihren Erfahrungen am Arbeitsplatz zu berichten, sodass Jobsuchende sich ein Bild von der Unternehmenskultur machen können.